Forscher schlagen Alarm

14. März 2019 05:42; Akt: 14.03.2019 08:16 Print

Wie gefährlich sind meine Bluetooth-Kopfhörer?

In einer Petition schlagen 250 Wissenschaftler Alarm: Kopfhörer könnten Krebs auslösen. Welche Folgen hat das Musikhören mit Airpods und Co.?

Passanten erzählen, wieso sie nicht auf Airpods verzichten wollen. (Video: jk/mm)
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Bluetooth-Geräte wie die Airpods von Apple könnten Krebs auslösen. Das sagt Joel Moskowitz, der an der University of California forscht. Es gebe zwar noch keine detaillierte Forschung, sagt er gegenüber der «Daily Mail». «Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das gut für uns ist.» Einige Studien hätten gezeigt, dass die Strahlung im Frequenzbereich von Bluetooth bei Tieren Krebs auslösen könne, so die Zeitung.

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Einen wissenschaftlichen Nachweis für Krebserkrankungen durch Bluetooth beim Menschen gibt es nicht. Moskowitz geht es aber nicht nur um Bluetooth. Auch WLAN- und Mobilfunkstrahlen, die ähnliche Frequenzbereiche nutzen, sind in seinen Fokus geraten. Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat elektromagnetische Felder als möglicherweise krebserregend eingestuft.

Krebsrisiken, Gen- und Gedächtnisschäden?

Moskowitz und 250 weitere Wissenschaftler aus der ganzen Welt haben eine Petition zuhanden der UNO eingereicht (20 Minuten berichtete). Sie fordern unter anderem mehr unabhängige Forschung zur Verringerung der Strahlung sowie besseren Schutz der Bevölkerung.

«Wir haben grosse Bedenken, was die zunehmende Ausgesetztheit gegenüber elektromagnetischer Strahlung betrifft», heisst es im Text. Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass die Strahlung erhöhte Krebsrisiken, Genschäden oder Schäden am Gedächtnis mit sich bringen könne. Diese Schlussfolgerungen sind allerdings kein Konsens in der Wissenschaftswelt. Von einem «Rosinenpicken» und einer «willkürlichen Auswahl von Daten», um angebliche Verbindungen zu Krankheiten zu belegen, spricht etwa der Biotechnologie-Professor Kenneth Forster gegenüber «The Sun».

Auch Schweizer Experten sind sich uneins. Die Strahlung von Bluetooth-Kopfhörern sei klein und ungefährlich, sagt Martin Röösli, Professor für Umweltepidemiologie. Sie sei «gefährlich», meint hingegen Martin Zahnd, Vorstand des Vereins Schutz vor Strahlung. So argumentieren die Experten:

Martin Röösli, Epidemiologe

«Bluetooth etwa von Freisprechanlagen strahlt sehr wenig. Belastungen von Bluetooth-Kopfhörern sind noch einmal mehrere tausend Mal kleiner. Es gibt keine wissenschaftlichen Argumente, dass der Verzicht darauf einen zusätzlichen Schutz für die Gesundheit bietet. Von Geräten, die die Grenzwerte einhalten, sind bisher keine gesundheitlichen Auswirkungen nachgewiesen worden. Gewisse biologische Effekte wurden bei hohen Bestrahlungen beobachtet. Die können auftreten, wenn man ein Handy mit schlechter Verbindungsqualität am Kopf hat. Ob das langfristig zu einem Gesundheitsproblem führt, wurde bisher nicht nachgewiesen. Trotzdem kann es bezüglich diesen hohen Expositionen aus Sicht der Vorsorge Sinn machen, solche Situationen zu vermeiden. »

Martin Zahnd, Verein Schutz vor Strahlung

«Bluetooth-Geräte haben eine Reichweite von bis zu 100 Metern. Diese Strahlung ist gefährlich – wenn man sie mit Kopfhörern quasi im Kopf hat, umso mehr. Man kann sich besser schützen, indem man etwa Musik mit dem Handy im Flugmodus hört und Kabel-Kopfhörer mit Luftleiter verwendet. Das Problem liegt aber tiefer: Jede Pharmafirma, die ein Medikament auf den Markt bringen will, muss die Unschädlichkeit beweisen. In der Telecom-Industrie ist das anders, und Technologien werden ohne weitere Nachweise ausgerollt. Zwar gibt es Grenzwerte, aber wenn die uns schützen würden, hätten nicht so viele Menschen Beschwerden.»

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thoms am 14.03.2019 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichtssagend

    Der Bericht basiert ausschliesslich auf Vermutungen, die wir alle bereits schon wissen. Etwas mehr belegbares würde helfen. Dabei gibt es noch viel schlimmere Elektrosmog Schleudern, wie zum Beispiel Eisenbahn Oberleitunngen. Es gibt leider aber bis Dato keine wissenschaftlich klare Aussage zum Thema, ausser dass Elektrosensitive Menschen darauf reagieren. Jedoch wie viele es sind und warum, kann auch niemand schlüssig sagen. Zu viele ideologisch geprägte Statistiken, in beide Richtungen.

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  • ella am 14.03.2019 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das Leben geniessen

    Meine Mutter starb sehr, sehr früh an Krebs...sie rauchte nicht, sie trank keinen Alkohol, war nie übergewichtigt und hatte zu ihrer Zeit auch nicht die Medien von heute. Wir können nicht alles verhindern, auch trifft es einige Menschen trotz gesunder Lebensweise. Ich denke unsere Umwelteinflüsse, Stress etc. sind viel gefährlicher. Irgendwann endet unser Leben, wichtig ist, es zu geniessen, was dies auch für jeden Einzelnen bedeuten mag.

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  • I.N. am 14.03.2019 06:05 Report Diesen Beitrag melden

    Hr

    Einen Verein gründen macht einem zu einem Experten?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Max Eichelberger am 15.03.2019 23:49 Report Diesen Beitrag melden

    Krebs

    Ja wenn ich schon Krans hab kanns dann noch schlimmer werden?

  • Maun am 15.03.2019 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Und Smartphones...

    Aber alle haben ein Smartphone und da ist man 24 h am Tag ausgesetzt...

    • Inaktiv am 15.03.2019 16:21 Report Diesen Beitrag melden

      Das Smartphone sendet nicht immer

      Armer Maun. Telefonieren Sie 24h am Tag? Würde es zwischendurch mit schlafen probieren.

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  • U. Schulz am 15.03.2019 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unser Ende naht

    Vor 40 Jahren haben sie uns prophetzeit, das wir alle blind werden vom vielen Fernsehen. Leider ist dies mehrheitlich eingetroffen. Wir vertrauen blind allen möglichen medizinischen Studien, welche unseren frühen Tod voraussagen.

    • Frau Jamina Kreps am 15.03.2019 18:23 Report Diesen Beitrag melden

      Krebs schon vor 60 Jahren

      Genau. Vor 40 Jahren durften wir nur wenig Fern sehen, mit genügend Distanz und keinen Falls in einer direkten Linie, das würde Krebs verursachen. Meine Grossväter starben beide an Krebs, vor fast 60 btw. 35 Jahren. Es gab noch keine Handys etc. Wie konnte das passieren?

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  • Nicht blue am 15.03.2019 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alaska

    Meine sind nicht blue, sondern white. Sind die auch gefährlich ?

  • Lafuego am 15.03.2019 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mikrowellen Paradise

    Mit soviele Strahlen rundum wäre es durchaus möglich, dass wir bereits in einer Mikrowelle leben...

    • Strahler am 15.03.2019 16:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Lafuego

      Frag sich nur, wann wir endlich ganz gebacken sind.

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