Hitze im Militär

28. Juni 2019 16:42; Akt: 28.06.2019 16:42 Print

«Jammert nicht so, wir sind viel schlimmer dran!»

Diese Woche startete die Sommer-Rekrutenschule – bei Temperaturen bis 39 Grad. Rekruten erzählen, wie sie mit der Hitze umgehen und welche Tricks helfen.

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Diese Woche begann die Sommer-Rekrutenschule. Doch diese Woche zeigt sich der Sommer mit Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius von seiner extremen Seite. Während die Bevölkerung Glace essend in der Badi sitzt, ... ... schwitzen Rekruten seit Montag in der Sommer-Rekrutenschule. «Wir bekommen zwar nicht mehr Pausen, können aber, wenn immer möglich, die Zeit im Schatten verbringen. Die Zweierkolonne wird zu 99 Prozent im Schatten ausgeführt und wir dürfen viel trinken», so Rekrut Severin. In den Zimmern sei es allerdings viel zu heiss. «Bis jetzt sind zwei Leute dehydriert ins Spital eingeliefert worden.» «Bei uns haben sie angefangen, Eiswürfel als Teil des Mittagessens zu servieren», sagt Sebastian. Aber nicht, um sie ins Getränk zu kippen, sondern um darauf herumzuschlecken und zu -beissen. Laut Kommandant soll das die Hitze von innen nach aussen bekämpfen. Die Hitze setzt vielen Rekruten zu. «Die normalen Bürger sollen mal nicht so jammern. Wir sind hier viel schlimmer dran!», sagt ein Rekrut. Die Armee habe Massnahmen gegen die Hitze ergriffen, sagt Sprecher Stefan Hofer. «Wir schauen, dass die grossen Anstrengungen auf die frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden verlegt werden.» Ausserdem werden die Rekruten dazu angehalten, viel zu trinken. «Es wird darauf Rücksicht genommen, dass die Rekruten aus dem zivilen Alltag kommen. Wir fangen deshalb sanft an und belasten Rekruten nicht vom ersten Tag an.» So gebe es beispielsweise in der ersten Woche noch keine Märsche, so Hofer.

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Diese Woche zeigt sich der Sommer von seiner extremen Seite: Während die Bevölkerung Glace essend in der Badi sitzt, schwitzen RS-Frischlinge seit Montag in der Sommer- Rekrutenschule. Wir haben sie gefragt, wie sie der Hitze trotzen und welche Überlebensstrategien sie entwickelt haben.

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Zwei Leute dehydriert im Spital

«Wir bekommen zwar nicht mehr Pausen, können aber, wenn immer möglich, die Zeit im Schatten verbringen. Die Zweier-Kolonne wird zu 99 Prozent im Schatten ausgeführt und wir dürfen viel trinken», sagt Rekrut Severin. Bei den hohen Temperaturen von gestern hätten sie ihre Tarnanzugsjacke ausziehen dürfen. In den Zimmern sei es allerdings viel zu heiss. «Bis jetzt sind zwei Leute dehydriert ins Spital eingeliefert worden.»

Ein weiterer Rekrut bestätigt, dass sie seit Mittwoch die Tarnanzüge ausziehen dürften. «Alle tragen Trinkflaschen auf sich. In unserem Theoriezelt ohne Kühlung herrschen jedoch Saunatemperaturen.»

«Immer den Mutz tragen»

Rekrutin Lorena rät: «Eine Camelbak-Flasche bringt sehr viel und erleichtert regelmässiges Trinken. Wenn immer möglich sollte man sich im Schatten aufhalten, den Mutz tragen oder nach Tenüerleichterung fragen.»

Markus nimmt die Hitze mit Ironie: «Ich freue mich unheimlich auf die Übung im C-Vollschutz und kann es kaum erwarten, auf langen Märschen mit voller Packung gegen den inneren Schweinehund anzukämpfen.» Was einen nicht töte, mache ja bekanntlich stark, so der Rekrut.

Eiswürfel sollen Hitze von innen nach aussen bekämpfen

«Bei uns haben sie angefangen, Eiswürfel als Teil des Mittagessens zu servieren», so Sebastian. Aber nicht, um sie ins Getränk zu kippen, sonder um darauf herumzuschlecken und zu -beissen. Laut Kommandant solle das die Hitze von innen nach aussen bekämpfen.

Die Hitze setzt vielen Rekruten zu. «Die normalen Bürger sollen mal nicht so jammern. Wir sind hier viel schlimmer dran!», sagt einer von ihnen.

«Ausbildner sind mit gesundem Menschenverstand gesegnet»

Die Armee habe Massnahmen gegen die Hitze ergriffen, sagt Sprecher Stefan Hofer. «Wir schauen, dass die grossen Anstrengungen auf die frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden verlegt werden.» Ausserdem werden die Rekruten angehalten, viel zu trinken, wobei die Wasserzufuhr sogar kontrolliert werde. Erlaubt seien auch Camelbaks, also flache Behälter mit Trinkschlauch. «Zudem wird die Länge der Pausen der körperlichen Anstrengung angepasst und Übungen werden, wenn immer möglich, im Schatten oder in Gebäuden abgehalten», so Hofer.

Glücklicherweise seien die Kader und die Ausbildner mit gesundem Menschenverstand gesegnet und gesundheitliche Beschwerden aufgrund der Hitzewelle bisher nicht bekannt.

Sanfter Einstieg in den militärischen Alltag

Hofer verweist zudem auf das Projekt Progress, welches bereits seit einiger Zeit laufe: «Es wird darauf Rücksicht genommen, dass die Rekruten aus dem zivilen Alltag kommen. Wir fangen deshalb sanft an und belasten Rekruten nicht vom ersten Tag an.» So gebe es beispielsweise in der ersten Woche noch keine Märsche, sagt Hofer.

Er gehe deshalb davon aus, dass es in dieser Hinsicht keine grossen Programmanpassungen geben werde. «Letzten Endes hat die Armee jedoch einen Auftrag, auf dessen Erfüllung die Bevölkerung Anspruch hat. Bei dienstlicher Notwendigkeit spielt Kälte oder Hitze keine Rolle mehr», sagt Hofer.

(mm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mrnoname am 28.06.2019 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kontraproduktiv

    durch die kälte der eiswürfel hat man nur noch heisser, da der Körper mehr Wärme produziert um die Kälte auszugleichen. leider nur kurzfristig hilfreich

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  • jane77 am 28.06.2019 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genug trinken

    auch die Arbeiter auf dem Bau arbeiten härter als sonst bei dieser Hitze. und liebe Jungs aus der RS...Wasser trinken ist ein tolles Mittel gegen euer Problem

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  • Simi am 28.06.2019 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Runter schalten

    Andererseits, bei dieser Hitze fällt das Denken schwer... ideale Bedingungen für's Militär!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hubert am 29.06.2019 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz

    Das jammeri und verweichlichte Land. Nur das Geld zählt sonst kann das Land nichts. Und eine Regierung die das Volk Anlügt. Es gibt andere Länder die haben Tag täglich solche Temperaturen und jammern auch nicht.

    • Martin am 29.06.2019 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hubert

      So und was leisten diese Länder so? Abgesehen von den Ländern,die Erdöl fördern? Nicht viel ohne Unterstützung durch unsere Steuergelder.

    • Spinnen Kind am 29.06.2019 20:50 Report Diesen Beitrag melden

      @Hubert

      Haben diese Länder im "Winter" Heizungen oder frieren sie sich bei 10 Grad den ..... ab?

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  • Tokolosh am 29.06.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die eiszeit ist vorbei leute

    gewöhnt euch an die wärme... die eiszeit ist vorbei. dies hat die erde schon xfach durchgemacht, nur gibt es keine messwerte von vor 10000 jahren. die messwerte der letzten 20 jahre sind, wenn das grosse bild betrachtet wird, ziemlich nutzlos. im vergleich zum alter der erde sind wir vielleicht, wenns hochkommt, 5 minuten alt.

  • Antonio Paolucci am 29.06.2019 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Pzaw RS 1970/2

    Bei grosser Hitze war bei uns der Tenuebefehl: Tenue Blau, der oberste Knopf am Blouson durfte offen bleiben! Darunter war nur noch die Unterwäsche. Die hohen Schuhen waren selbstverständlich.

    • Sahne Häuptchen am 29.06.2019 18:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Antonio Paolucci

      und den ersten Sax hattest Du mit dem Korporal.

    • Urs am 29.06.2019 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sahne Häuptchen

      Sie haben keine Ahnung vom Militär. Er war nicht beim Spiel . Er hat kein Sax gespielt.

    • Zucker Schneckchen am 29.06.2019 19:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Urs

      Ok, dann war es halt das Hörnchen, in jeder Truppe vorhanden.

    • Realist am 29.06.2019 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Antonio Paolucci

      Stimmt! Ich kenne das. Bei mir Art. RS galt bei glühender Hitze Kämpfer und zwar der alte, schwere aber praktische, mit dem schwereren StGw!

    • Urs am 29.06.2019 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zucker Schneckchen

      Auch kein Hörnchen. Wir sind nicht bei der Kavallerie der Amerikaner.

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  • Eliiiii am 29.06.2019 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Militär ist unnötig geworden, deshalb ist zb die Dienstpflicht auch keine Voraussetzung mehr bei der Stadtpolizei Zürich. Aber naja vielleicht hat's auch andere Gründe. Das Höchstalter wurde auch von 33 nach 39 hochgesetzt.

  • StabsHDStöff am 29.06.2019 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kritischer Blick

    Kopp und Zölch waren doch auch hohe Militärs.