Löwenflüsterer Dean Schneider

26. Dezember 2018 21:26; Akt: 26.12.2018 21:26 Print

So kämpft ein Schweizer gegen Löwen-Wilderer

In der Nähe des Tier-Reservats des Schweizers Dean Schneiders wurden mehrere Löwen ermordet. Nun sollen bewaffnete Sicherheitsleute weitere Wilderer abschrecken.

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Fünf Löwen liegen tot am Boden, bei einigen sind die Tatzen und Schnauzen abgetrennt. Der König der Tiere, bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Wie konnte es mitten in Südafrika soweit kommen? Der Schweizer Dean Schneider kennt die Antwort. «Die Wilderer verkaufen die Klauen und Zähne der Tiere auf dem Schwarzmarkt. Dort werden sie aus Aberglaube zu traditioneller Medizin wie Potenzmittel verarbeitet und vor Ort und im asiatischen Raum verkauft», sagt Schneider. Er betreibt nur 30 Minuten vom betroffenen Park entfernt das 400 Hektar grosse Tier-Reservat «Hakuna Mipaka» (20 Minuten berichtete).

Hier treiben Wilderer ihr Unwesen

Die Wilderer gingen besonders skrupellos vor: «Sie werfen den Tieren vergiftetes Fleisch zu, wodurch sie innert 15 Minuten einen schmerzvollen Tod erleiden», sagt Schneider. «Dann schneiden sie den Tieren Schnauzen und Pfoten ab und lassen den Rest des Kadavers liegen.» Auch beim Hakuna-Mipaka-Reservat seien immer wieder Zäune aufgeschnitten worden, Tiere seien aber noch nie zu Schaden gekommen. Sechs bewaffnete Sicherheitsleute, die in der Nacht patrouillieren, sollen nun Wilderer abschrecken.

Fehlende Aufklärung

Der 26-jährige Schneider, der sich seit rund einem Jahr in Südafrika befindet und für die Löwen eine vielversprechende Karriere als Finanzplaner aufgab, ist erschüttert. «Fehlende Aufklärung bei den Menschen und ein fehlender Bezug zu den Tieren sind grosse Probleme.» Die Unwissenheit führe dazu, dass in der Bevölkerung viele Menschen auf die Wirkung der traditionellen Medizin vertrauten.

«Obwohl es überhaupt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, ist der Glaube weit verbreitet, dass man mit Löwenzähnen und -krallen zahlreiche Gebrechen heilen kann.» Schneider und sein Team wollen dort ansetzen und besuchen regelmässig Schulen, um die Kinder über die Tierwelt aufzuklären.

Starker Zuwachs auf Instagram

«Damit die Löwen nicht mehr für den Aberglauben sterben müssen, möchte ich ein Vorbild sein – nicht nur für die Schüler vor Ort, sondern über Social Media für Menschen aus aller Welt», sagt Schneider. Auf Instagram berichtet der Zürcher täglich von seiner Arbeit mit den Tieren im Reservat oder seinen Versuchen, den Schülern die Angst vor Schlangen zu nehmen.

Über 200’000 Menschen folgen ihm mittlerweile auf Instagram, 100’000 mehr als noch vor drei Wochen. Ein immer grösserer Teil stammt aus der Schweiz, sagt Schneider. Für ihn sei es wichtig, dass er die schönen Seiten seines Lebens zeigen könne, aber die schlechten Seiten gleichzeitig nicht ausblende. «Nur weil man die Augen vor der Wilderei verschliesst, heisst das nämlich nicht, dass sie nicht passiert.»

(dk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fan am 26.12.2018 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einzig sinnvoller insta-account

    Ein super Typ! Es sollte mehr solche Menschen geben!

  • Kurt Liechti am 26.12.2018 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Perverses Raubtier mit Kleinhirn

    Der Mensch, das grösste Raubtier auf Erden. Es gibt nichts vergleichbar perverses in der Tierwelt. Sehr beschämend wie der schöne, majestätische König der Tiere behandelt wird! Ich mag und kann die Bilder im Bericht nicht ansehen.

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  • Anba Sulser am 26.12.2018 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu Potenzmittel?!

    Wertvolle wunderschöne Löwen brutal ermorden für Potenzmittel?! Völlig gestört! Wozu brauchen die Potenzmittel, damit die noch mehr von dieser Sorte ungebildete Neandertaler reproduzieren können?! Höchststrafe für diese verantwortungslosen Wilderer! Wie wärs mal mit Arbeiten?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • coc cocles am 27.12.2018 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Das Leukeli sieht schon fast verhungert aus und dann wird es von stumpfsinnigen Wilderer noch erlegt. Das ist Tierquälerei ersten Grades.

  • dasganzesehenwollen am 27.12.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kritiker

    Mit Hyänen Fussball spielen, mit Löwen kuscheln, Affen in Windeln packen... Das soll Tierschutz sein? Das ist Tierquälerei, versteckt hinter einer unechten "Heal-the-world-message"! Selbstdarstellung auf Kosten der Tiere. Überlegt mal, wen und was ihr da unterstützt...

    • Eidgenossin am 27.12.2018 18:55 Report Diesen Beitrag melden

      @dasganzesehenwollen

      Danke für Ihren gutenKommentar! Ich bin in der gleichen Meinung wie Sie!

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  • Eidgenossin am 27.12.2018 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Zum xten mal!

    @Eleisa Scheinbar haben sie 0 Ahnung von Wildtieren und Mühe mit begreifen! Vermenschlichte Wildtiere haben bei einer Auswilderung wenig Chancen da sie die Scheu vor dem Menschen verloren haben! Ich arbeite Aktiv im Tierschutz und habe auch mit Wildtieren zu tun. Sie sollten sich zuerst informieren und dann kommentieren! Habe Ihnen schon mal geschrieben, sprechen Sie mit dem Förster in Ihrem Ort er wird meine Aussage bestätigen!

    • Thomas am 27.12.2018 18:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Eidgenossin

      Ich bin auch Ihrer Meinung, Eidgenossin,hier kommentieren Leute mit die haben null Ahnung von einem Tier geschweige denn einem Wildtier! Liebe @Eleisa lassen sie Ihre unwissende Kommentare und informieren Sie sich bevor Sie grossartig den Senf dazu geben! Ihre Unwissenheit über Tiere nervt!

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  • Golli am 27.12.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Genialer Blender

    Dean Schneider macht bestimmt was gutes. Jedoch ist sein Ziel einzig und allein auf Social Media zu wachsen, viele wissen gar nicht wie viel Kohle man damit verdienen kann wenn man viele Follower hat und an seinen Videos etc. merkt man genau das es nur darum geht möglichst viele Follower. Schade.

    • Alternative für die Schweiz am 27.12.2018 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Golli

      Eifersüchtig, und was tust du, ausser Leute die was sinnstifendes tun zu kritisieren??

    • Hermi am 27.12.2018 15:41 Report Diesen Beitrag melden

      Voll daneben

      Egal was man tut oder sagt, es gibt immer jemanden, der was zu meckern findet. Denk' mal darüber nach, Golli!

    • jammerlappen am 27.12.2018 16:23 Report Diesen Beitrag melden

      Ich wünsche ihm gutes Gelingen

      was spricht dagegen das er auf Social Media wächst? Gar nichts! Je mehr er aufklärt desto besser, je mehr Menschen er erreicht umso besser, ich hoffe so darauf das ich es erleben werde das die Menschheit anfängt umzudenken was Natur und Umwelt anbelangt, auch wenn es "nur" ein Instagram Account ist, er wird viele Förderer und Unterstützer damit erreichen! Aufklärung ist der erste Schritt zur Besserung!

    • Eidgenossin am 27.12.2018 18:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Golli

      Ganz meine Meinung! Schade um die Tiere!

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  • herr traurig am 27.12.2018 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    einer setzt sich ein

    während 99 geschäfte damit machen.