Begleiteter Tod

08. November 2019 04:50; Akt: 09.11.2019 07:59 Print

Marko (24) will sterben

von Qendresa Llugiqi - Nach einer Hirnblutung vor vier Jahren kämpfte sich Marko A.* (24) ins Leben zurück. Doch nun will er mit Exit aus dem Leben scheiden.

Marko A.* (24) hat sich nach einer Hirnblutung ins Leben zurückgekämpft. Doch nun möchte er nicht mehr. (Video: S. Ritter & Jan Dino Kellenberger/20 Minuten)
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Marko A.* (24) sitzt in seinem Rollstuhl. Hört nichts – ausser den Tinnitus. Ist müde – und das seit vier Jahren. Der junge Winterthurer kämpfte sich nach einer Hirnblutung Ende Oktober 2015 zurück ins Leben. So lernte er beispielsweise wieder sprechen. Doch nun will er nicht mehr kämpfen: «Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit Exit, das ich selbst angefordert hatte. Das Leben ergibt für mich keinen Sinn mehr.» Sein Leben sei traurig, einsam. Er fühle sich überflüssig und sei ständig gereizt. Seine Emotionen zu zeigen, falle ihm schwer. Durch die Hirnblutung sei das Gefühlszentrum beschädigt worden. Mitmenschen hätten so oftmals keine Ahnung, welchen Schmerz er in sich trage. «Sie sehen nur, dass ich überlebt und mich hochgekämpft habe.»

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Der Entscheid zum Freitod komme nicht aus dem Affekt heraus: Seit rund zwei Jahren mache er sich täglich Gedanken rund ums Sterben. Dabei sei es nicht geblieben: «Ich habe mehrmals versucht, mir das Leben zu nehmen.» Inzwischen habe er sich für einen Weg aus dem Leben entschieden, mit dem wohl auch sein Umfeld besser klarkäme. «Angst vor dem Tod habe ich keine. Ich mache mir eher um die Menschen Gedanken, die ich zurücklasse.»

Warum Marko begleitet sterben will, erfahren Sie im Video.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rene am 08.11.2019 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alleine Entscheiden

    jeder sollte selbst entscheiden können. ob er Leben will oder nicht. Der Staat lindert ja keinen Schmerz.

  • simon am 08.11.2019 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lasst ihn gehen

    kann ihn verstehn, ob 24 oder 82, das alter ist nicht relevant. wenn die einschränkungen das leben so untragbar machen hat ein mensch das recht zu gehen. er hat sich sicher genug damit auseinandergesetzt und nun eine entscheidung gefällt.

  • alesch tumesch am 08.11.2019 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich, aber wahr, ...

    Und wieder "Unglaublich, aber wahr, ... " in einer äusserst traurigen, tragischen & m. E. äusserst fragwürdigen Situation. Lieber Marko, es tut mir sehr Leid, was Dir widerfahren ist; unser Sohn & wir haben Dich so kämpfend in der REHA kennen und schätzen gelernt & wir haben in Dir tw auch unseren Sohn gesehen (Kampfgeist, Verlauf, Unglaubliches mit Versicherungen & auch tw. mit "Fachleuten, ...). Dass Du trotz Riesenkampf nun an diesen Punkt gelangt bist, stimmt uns noch trauriger und tut auch unendlich weh. Hattest Du wirklich die erforder.-aufrichtige Hilfe & Unterstützung (geht alle an!)?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anne am 08.11.2019 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Kraft

    Ich begreife Marko,solange Du Gesund bist und funktionierst,hast Du Freunde,sobald Du aber nicht mehr Gesund bist,verlassen Dich sehr viele,da Du ja nicht mehr alles mitmachen kannst,das führt zur Einsamkeit,und genau jetzt bräuchte er Freunde etc,da er leider auch auf Hilfe angewiesen ist,dazu kommen noch die Sorgen um das Finanzielle,was mich traurig stimmt und die Frage warum bin ich noch hier,bin ja nicht mehr fähig am Leben teilzunehmen,sind Gedanken Sterbehilfe,die zum Glück in der Schweiz möglich ist. Marko ich wünsche Dir viel Kraft,Danke das Du dies im Video erklärst,

  • Nick b. am 08.11.2019 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    segen

    ich wünsche ihnen Gottes Segen und Vertrauen egal wie sie sich entscheiden.

  • Shanti05 am 08.11.2019 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Sehr traurig, dass ein so junger Mensch sterben möchte. Ich höre heraus das er sich einsam und allein gelassen fühlt. Er wurde fallen gelassen von seinen Kollegen, wenn man die so nennen kann. Kann mir vorstellen, wenn er richtige Kollegen hätte die mit ihm Sachen unternehmen würden, würde es ihm besser gehen und hätte vielleicht nicht solche Gedanken. Ich hoffe das er sich doch nicht aufgibt. Leute die ihn kennen sollen ihm doch den einen oder anderen Wunsch erfüllen.

  • Claudia am 08.11.2019 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leid

    Es tut mir für Marko und seine Familie unheimlich leid, dass sein Leben für ihn unerträglich geworden ist! Welch schwierige Entscheidung für alle Betroffenen!

  • Toni/SH am 08.11.2019 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Kraft

    Marko, sicher ist es für dich nicht einfach, solch eine entscheiden zu treffen... ich persönlich wünsche dir weiterhin viel Kraft...