Zu jung, bedrängt, verlassen

24. Juni 2019 19:35; Akt: 26.06.2019 00:18 Print

«Darum haben wir abgetrieben»

von D. Pomper - Warum treiben Frauen ab, und wie geht es ihnen danach? 20 Minuten geht in einer Serie diesen Fragen nach.

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Für die einen Frauen ist es der schönste Moment im Leben, wenn auf dem Schwangerschaftstest ein zweiter Strich erscheint. Für andere bricht eine Welt zusammen.

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Haben Sie Verständnis für Frauen, die abtreiben?

10'015 Frauen entschieden sich 2017 in der Schweiz für eine Abtreibung. 500 Schwangerschaftsabbrüche gab es nach der 12. Woche, 103 nach der 17. Woche und 41 nach der 21. Woche. Bis zur 12. Schwangerschaftswoche liegt der Entscheid für eine Abtreibung in der Schweiz bei der Frau. Ab der 13. Woche muss ein Arzt eine medizinische oder sozial-medizinische Notsituation feststellen, um die Abtreibung zu erlauben. Wenn Frauen spät abtreiben lassen, gilt die «schwere seelische Notlage der Frau» als häufigster Indikator.

Warum entscheiden sich Frauen für eine Abtreibung? Und wie geht es ihnen nach dieser Entscheidung? Auf einen Aufruf von 20 Minuten meldeten sich über 250 Frauen. Sie haben abgetrieben, weil sie sich zu jung für ein Kind fühlten, den falschen Partner hatten, ihre Mutter sie dazu drängte, weil sie vergewaltigt wurden oder ihr Kind eine Behinderung hatte. Manche der Frauen bereuen die Abtreibung, andere nicht.

Keine der kontaktierten Frauen wollte ihre Geschichte mit ihrem richtigen Namen oder gar mit Bild erzählen. Entweder weil sie niemandem von der Abtreibung erzählt hatten oder weil sie negative Reaktionen aus dem Umfeld befürchten. Das zeigt, dass Abtreibung in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema ist.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martina am 24.06.2019 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muss jeder für sich entscheiden

    Ich hatte das Glück zwei gesunde Kinder zu haben. Ich würde mir nie anmassen über jemanden zu urteilen, der aufgrund eines ungesunden oder behinderten Kindes abtreibt. Urteile nie über Etwas das du nicht selbst erlebt hast.

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  • Papa am 24.06.2019 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenklich

    Als Mann und Vater von 3 Kindern erschüttern mich diese Erfahrungen sehr. Ich wünschte, dass niemand in dieses Dilemma gestellt würde. Ich wünsche den Frauen viel Kraft.

  • Glücklicher Papa am 24.06.2019 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück nicht abgetrieben

    "Euer Kind wird schwerst behindert sein, die Chance dass es den Tag nach seiner Geburt überlebt ist gering - wir raten dringendst zur Abtreibung..." Dies die Worte der Ärzte welche uns dringend empfohlen haben abzutreiben. Wir haben uns für unser Kind entschieden, auch wenn es schwer behindert sein wird. Heute ist unser Kind zehn Jahre alt und absolut gesund. Alle Prognosen der vorgeburtlichen Untersuchungen beim Frauenarzt und im Kinderspital haben sich als "Fehldiagnosen" herausgestellt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hilly M. am 25.06.2019 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beste Entscheidung

    Ich wurde aufgrund einer wechselwirkung mit einem anderen medi mit 18 schwanger, trotz pille. von den ärzten hat mich niemand nach der pille gefragt. und ganz ehrlich, wer liesst im normalfall die packungsbeilage? vorallem im jungen alter. deshalb hatte ich abgetrieben und es noch keine sekunde im leben bereut. entweder wäre das kleine heute permanent in fremdbetreuung, oder wir wären ein sozialfall. beides eine beschissne option ohne perspektive für kind, vater und mutter. so kommen wir zu 2. wenigstens selbständig über die runden.

  • roll2go am 25.06.2019 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe ist nicht nur ein Wort

    In unserem Land zumindest muss ein Kind nicht aus finanziellen Gründen abgetrieben werden. Zum einen gibts die Sozialhilfe. Zum andern kann's eben auch erfordern, den Gürtel enger zu schnallen aus Liebe zum Kind. Die Liebe zum Kind - und die Liebe, die es seinen Eltern (zurück)gibt - ist hier bei den meisten Abtreibungs-Befürworterinnen leider kein Thema. Egoistische und Wohlstands-Themen sind es jedoch umso mehr. Es scheint als wären für viele Frauen hier abgetriebene Kinder nur eine Ware, nur ein Wegwerf-Artikel. Jedenfalls nicht ein wertvolles, liebenswertes Leben.

  • Romy am 25.06.2019 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Down Syndrom

    Bevor ich schwanger war habe ich immer gesagt, wenn mein Kind das Down-Syndrom hätte ich damit absolut nicht klar kommen würde, dass es immer auf Hilfe angewiesen sein wird. Als ich mit 38ig schwanger war und als Hochrisikoschwangere galt und mir ans Herz gelegt wurde diesen Trisomietest zu machen muss ich ehrlich sagen, dass ich sehr froh war als rauskam, dass alles i.O. Sei. Ich nicht entscheiden musste. Weiss bis heute nicht wie ich mich wirklich entschieden hätte. Mein Sohn ist gesund und mittlerweile 7 Mte alt. Eine Abtreibung hinterlässt immer Spuren. Es ist nie eine Einfache Entscheidun

  • Arme Frauen am 25.06.2019 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abtreibung ist nie die Lösung

    Grundsätzlich kann das natürlich jede Frau selber entscheiden. Doch hier einige Gedanken dazu: - zu jung für eine Mutterschaft aber nicht zum ungeschützt rumvögeln. Egoismus pur! - Feststellung einer schweren Krankheit (Trisomie etc.) Was kann das Kind dafür? Das unschuldige Lebewesen wird dafür bestraft. Ich kenne einige Menschen mit Trisomie. Sie haben trotz Erkrankung ein schönes Leben. Egoistisch aus meiner Sicht. - Vergewaltigung: Ganz schwierige Situation, logo. Warum nicht den Typen kastrieren und das Kind zur Adoption freigeben? Auch hier wird das Kind bestraft, eigentlich traurig.

  • Lara Karma am 25.06.2019 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig..

    Traurig aus welchen Gründen teilweise abgetrieben wird... 'der Moment war dann doch schlecht'. Hallo? Das sind Menschenleben. Kein Gegenstand, den man einfach so entsorgen/zurückgeben kann, weil er nicht passt .... Sehr Egoistisch. Sehr traurig. Ich sage nur Karma.