Jugendbarometer

27. August 2018 14:19; Akt: 27.08.2018 14:19 Print

Wir sehen Ausländer immer positiver

33 Prozent der Jugendlichen haben ein harmonisches Verhältnis zu Ausländern, vor acht Jahren waren es erst 11 Prozent. Immer mehr sehen die hohe Zuwanderung positiv.

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Die Ergebnisse des CS-Jugendbarometers zeigen: Junge Schweizer nehmen Ausländer in der Schweiz und Flüchtlinge viel weniger als Problem wahr als noch vor wenigen Jahren. Seit 2015 fiel die Zahl der Jugendlichen, die Migration als wichtiges Problem betrachten, von über 50 auf 29 Prozent. In der Flüchtlingskrise schnellte die Wichtigkeit des Themas 2015 und 2016 kurzzeitig in die Höhe, fiel 2018 aber wieder auf das Niveau von vor der Krise. Stattdessen sorgen sich die Jungen um ihre Rente. Mit 53 Prozent ist die Altersvorsorge das weitaus meistgenannte Problem.

Die Zuwanderung wird zudem auch immer positiver wahrgenommen. Sahen 2010 nur 7 Prozent der Befragten die Immigration als Vorteil oder Chance, waren es 2018 schon 16 Prozent. Für 24 Prozent ist die Einwanderung zumindest kein Problem, 2010 waren es nur 14 Prozent. Und die Zahl der Leute, für die die steigende Zahl der Ausländer ein grosses oder sehr grosses Problem ist, fiel von 46 auf 31 Prozent.

Auch die Beziehung zwischen Ausländern und Schweizern wird von den 16- bis 25-Jährigen immer positiver gesehen. Bezeichneten 2010 noch 63 Prozent das Verhältnis als angespannt und nur 11 Prozent als harmonisch, sind es dieses Jahr je 33 Prozent, die es harmonisch oder angespannt sehen.

Für Cloé Jans, Mitautorin des CS-Jugendbarometers, ist diese Entwicklung überraschend. «Das ist eine massive Veränderung in der Problemwahrnehmung innert weniger Jahre.» Viel hänge wohl damit zusammen, dass die Generation der Einwanderer aus dem Balkan mittlerweile gut in der Schweiz integriert sei. «Viele Jugendliche sind mit Leuten aus dem Balkan zur Schule gegangen und betrachten sie als Teil unserer Gesellschaft. Die Schule nimmt hier die Rolle einer Integrationsmaschine wahr.»

Bei den älteren Schweizern sei die Skepsis aber weiterhin hoch, weil eine solche Integrationserfahrung fehle. Ein weiterer Faktor könnten Social Media sein. «Über Plattformen wie Facebook oder Instagram erhalten die Jugendlichen Einblicke in das Leben von anderen überall auf der Welt. Das fördert die Toleranz und Verständnis für andere Situationen.»

(the)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Expat am 27.08.2018 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommt auf die Personen an

    Gegen gesteuerte und auf die Bedürfnisse der Wirtschaft abgestimmte Zuwanderung ist auch nichts einzuwenden. Die Probleme beginnen bei Personen oder Personengruppen, die unsere Kultur wenig bis gar nicht respektieren, eigene Clans bilden oder mehr aus dem Sozialstaat beziehen als sie dazu beitragen. Die Leute bleiben besser draussen, die anderen sind willkommen.

  • Roger P. am 27.08.2018 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, stimmt nicht!

    Was ihr da so alles schreibt! Ich habe eine andere Erfahrung unter uns Jugendlichen, auch wir haben genug von dem ungehinderten Zulauf von Migranten, wo bleiben den da unsere Renten wenn es einmal (vielleicht) soweit ist??

  • Stefan Meier am 27.08.2018 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht vor Umfragen

    Sie zeigen nur das, was der Auftraggeber sehen möchte (in diesem Fall die CS). Daher können Umfragen nie Abstimmungen ersetzen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bern am 28.08.2018 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Migranten

    Ja klar, ist ja mitlerweile auch jedes Migrantenkind ein Schweizer - klar habens die gut mit dem Reat Ihrer Grossfamilieen und Clans.

  • Rolf am 28.08.2018 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Erfahrungen

    Wir sind alle ein Produkt unserer Erfahrungen. Sobald die Jugendlichen genügend Erfahrungen gesammelt haben, bekommen sie auch eine realistischere Einstellung zu unseren ausländischen Mitbewohnern.

  • BärnerBär am 28.08.2018 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Finanzierung AHV - Renten ohne Beiträge?

    Da muss man schon etwas differenzieren: Die Jungen machen sich sorgen um die 1. Säule. Zu Recht, schliesslich haben wir in der Schweiz zig-Tausende von Mirbürgern, die nur 5-10 Jahre in die erste Säule einbezahlt haben. (Manche sogar nie.) Aber auch diese wollen eine AHV und Ergänzungsleistungen. Da machen sich die Jungen zu Recht Sorgen um die Finanzierung des Sozialwerks. Wie können all diese Renten für solche Ausländer finanziert werden?

  • ChriguBE am 27.08.2018 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht representativ.

    Das zeigt sehr schön, dass die Leser hier (zum Glück) nicht representativ sind. Schon gar nicht für diese Altersgruppe. Gut so. Das Gleiche gilt für Tamedia-Umfragen, selbst wenn sie, wie es so schön heisst, gewichtet sind.

  • Von Vorteil am 27.08.2018 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    klar doch.

    Klar, wenn man sich darüber negativ auslässt wird man bestraft. Kein wunder sagt niemand was.