Rücktritt von Präsident Levrat

12. November 2019 18:28; Akt: 12.11.2019 18:32 Print

Wird die SP auch künftig von ganz links geführt?

Levrat geht – und damit stellt sich die Frage nach seiner Nachfolge. In der SP ist man uneins, welche politische Ausrichtung die künftige Führung haben soll.

Der Politologe Michael Hermann nennt mögliche Kandidaten für die Nachfolge an der Spitze der SP. (Video: Keystone/SDA)
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SP-Parteipräsident Christian Levrat tritt im Frühjahr nach dem schwachen Wahlresultat zurück. Das Rennen um seine Nachfolge ist offen – bereits ist bei den Genossen aber ein Flügelkampf im Gange. Führt künftig weiterhin ein Vertreter des linken Flügels die Partei, oder bekommt der sozialliberale Flügel mehr Macht?

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So forderte die Juso in einem Communiqué, das neue Präsidium müsse eine «umfassende linke Alternative aufzeigen». Nur ein solcher Vertreter könne die Menschen begeistern und «die SP aus der Sackgasse führen», sagt Präsidentin Ronja Jansen zitieren.

«Die SP muss linker werden»

«Ich bin klar der Meinung, dass die SP linker werden muss», sagt Jansen. «International hat sich gezeigt, dass die Sozialdemokraten dort begeistern konnten, wo sie klar linke Perspektiven aufgezeigt haben.»

Jansen zufolge ist die Aufgabe des neuen Präsidiums, «mutige Ideen nach aussen zu tragen». «Das heutige System funktioniert nicht, sondern verursacht Klimakatastrophen und führt zu sozialer Ungleichheit. Es ist die Aufgabe der SP, der Bevölkerung Alternativen aufzuzeigen.» Es brauche wirtschaftspolitische Alternativen. Zudem müsse die SP näher an die Menschen rücken.

Wermuth in den Startlöchern

Als pointiert linke Option gilt etwa der Aargauer Nationalrat Cédric Wermuth, der sich am Dienstag noch nicht in die Karten schauen liess. Er dankte einzig Levrat für sein Engagement. «Für alles andere bleibt Zeit», schrieb er auf Twitter. Doch auch Samira Marti (25) oder Mattea Meyer (32) werden bereits als mögliche Nachfolgerinnen gehandelt, nachdem die Zürcher SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr in der parteinahen Zeitung «P.S.» gefordert hatte, dass die neue Spitze «weiblich und jung» sein müsse.

Wird die SP auch künftig von linksaussen geführt?

Der sozialliberale Flügel der Partei hofft derweil, dass die SP nicht noch weiter nach links rückt: Die künftige Leitung werde die grosse Aufgabe haben, die SP nach der Wahlniederlage im Oktober wieder auf Erfolgskurs zu bringen, so SP-Ständerat Hans Stöckli. Für ihn ist klar: «Das politische Profil der neuen Führung sollte so sein, dass sich mit ihr alle Parteimitglieder identifizieren können, egal welche Ausrichtung sie haben.»

Levrat sei ein hervorragender Stratege gewesen, so Stöckli. «Er wählte seinen politischen Kurs so, dass er die Partei als Präsident zusammenhalten konnte.» Es sei deshalb klar, dass Levrat der Juso noch zu wenig links gewesen sei.

«Die SP ist stark, wenn sie breit bleibt»

Der ehemalige SP-Nationalrat Tim Guldimann sagt: «Der neue Präsident muss weder linker, noch rechter sein. Er muss ein Zirkusdirektor sein.» Die Partei könne nur stark bleiben, wenn sie breit sei, sonst verliere sie. Die Verluste bei den letzten Wahlen würden nicht darauf hindeuten, dass die SP in einer Krise stecke. Denn die Grünen seien in vielen Bereichen eine linkere Partei als ihr Pendant in Deutschland oder Frankreich. «Grüne und SP stimmen sehr ähnlich. Das linke Lager hat insgesamt dank den Grünen zugelegt. Davon profitiert auch die SP.»

Das mache die SP aber nicht überflüssig. «Die soziale Frage ist auf alle Fälle noch nicht gelöst», so Guldimann. In den Feldern der SP-Stammkompetenzen wie Krankenkasse oder Sozialversicherungen gebe es noch viele Baustellen. Und man müsse wieder mehr in Verbindung mit den Gewerkschaftern gehen. Dies würde die Partei weiter stärken.

(ihr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arno am 12.11.2019 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SP Nein danke

    Egal wer kommt, diese Partei ist sowieso nicht wählbar.

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  • meredith am 12.11.2019 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nein

    die sp braucht keine führung mehr da sie sowieso nicht mehr lange existiert.

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  • markus am 12.11.2019 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut so

    Habe ihn nie gemocht, mal sehen wer kommt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Emil bad ragaz am 12.11.2019 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politologe

    Eigentlich ist es gar nicht wichtig, was fie sogenannten Politikwissenschaftler plaudern, dieser Beruf dürfte es gar nicht geben, Wissenschaftler in der Technik brauchen wir, damit ist unser Land gross geworden, nicht mit diesen Plauderer.

  • Stefan am 12.11.2019 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Bravo! Und was ich noch sagen wollte BRAVO

  • Roger Campos am 12.11.2019 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Sulamith am 12.11.2019 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Böse Mitte

    Ja, macht doch weiter so, die blöde, biedere, bürgerliche, spiessige Mitte in den Boden stampfen und die Aussenkanten scharf schleifen. Gegen das System, vielleicht mit der PNOS als Listenverbindung?

  • Simba74 am 12.11.2019 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    als SVP'ler sage ich,

    lieber wieder mehr SP als Grüne...

    • Der Eidgenosse am 12.11.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Simba74

      Egal ob SP oder Grüne, beide stürzen die CH ins Dilemma. Zahlen muss so oder so der Mittelstand und nicht die Sozialbezüger und die Arbeitslosen.

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