Nahe Zermatt

17. Juli 2014 15:02; Akt: 17.07.2014 16:55 Print

Wolf reisst im Wallis mehr als 30 Schafe

von Nicolas Saameli - In der Augstbordregion in der Nähe von Zermatt hat ein Wolf in den letzten zwei Wochen über 30 Schafe gerissen. Die Bauern fordern seinen Abschuss.

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Der Wolf "M35" im Wallis. Welches Tier die Schafe gerissen hat, ist noch unklar.

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Es sind verstörende Bilder, die ein Leser-Reporter aus dem Wallis eingeschickt hat: Schafe mit aufgerissenen Bäuchen, herausquellenden Gedärmen und blutenden Kehlen. Ein Wolf hat zugeschlagen.

In den letzten zwei Wochen sind auf diese Art 30 Schafe und zwei Ziegen zu Tode gekommen, wie die Bauern berichten. Vier Alpen, alle sehr nahe beieinander gelegen, seien betroffen. Erst auf einer ist aber laut dem Walliser Amt für Jagd, Fischerei und Wildtiere bereits sicher nachgewiesen, dass der Angreifer ein Wolf war.

«Für uns hier in den Bergen ist dieses Raubtier nur ein Problem»

Bauer Rolf Kalbermatten ist wütend. Auf seiner Alp wurden elf Schafe gerissen. «Das ist für mich ein grosser Verlust. Diese Tiere haben wir über Jahre grossgezogen und gezüchtet.»

Die Eingliederung des Wolfes in die Schweiz sei schiefgelaufen, findet er. «Der Herdenschutz hat sich nicht bewährt. Für uns hier in den Bergen ist dieses Raubtier nur ein Problem.» Im Wallis seien viele Schafherden zu klein, um sie zu schützen. «Das ist schlichtweg zu teuer und zu arbeitsintensiv.»

«Reisst ein Wolf Tiere, soll er geschossen werden»

Toleranz gegenüber dem Wolf sei bei den Bergbauern nicht mehr vorhanden, sagt Alwin Meichtry, Vizepräsident des Schweizerischen Schafzuchtverbands. Die Entschädigung, die die Bauern bei einem Wolfsangriff erhalten, sei keine Hilfe. «Sie müssen sich vorstellen: Jedes Schaf hat hier einen Namen. Wenn ein Tier dann so brutal getötet wird, kann man das nicht mit Geld ersetzen.»

Wie man weiter mit dem Wolf umgehen soll, ist für Meichtry klar: «Ich bin sehr tierlieb und will keinen Schaden an der Natur anrichten, aber wenn ein Wolf Nutztiere reisst, dann soll er geschossen werden können.» Als Landwirt wolle er seine Tiere schützen, koste es, was es wolle. «Der Mythos Wolf ist in der Schweiz nichts als ein Märchentraum. Das kann einem nur im kindlichen Alter gefallen.»

Eine andere Meinung hat man bei der Gruppe Wolf Schweiz. Präsident David Gerke sagt: «Für mich ist das eine klassische negative Situation. Vor 14 Jahren hatten wir in dieser Region schon Probleme mit Wolfsangriffen, seitdem haben die Bauern nichts getan.»

«Der Herdenschutz ist im Wallis stellenweise nicht genügend betrieben worden», sagt Gerke, der jeweils den Sommer über auf einer Alp im Graubünden als Hirte arbeitet.

Gegend sei nicht schützbar

Daniel Steiner, Präsident des Oberwalliser Schwarznasen-Zuchtverbands, widerspricht: «Die Augstbordregion ist sehr touristisch. Da ist es viel zu gefährlich für die Wanderer, Schutzhunde einzusetzen.»

Die Bauern seien rund um die Uhr auf den Alpen, um ihre Tiere zu schützen. Gleichzeitig müssten sie noch im Tal Heu einholen. Steiner: «Die Gegend hier ist viel zu weitläufig und die Tiere sind viel zu weit verstreut, um sie erfolgreich zu bewachen. Die zuständige Fachstelle hat die betroffenen Alpen sogar als nicht schützbar eingestuft.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bündnerin am 17.07.2014 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry

    Sorry leute aber alle die für den Wolf sind haben keine ahnung. Wahrscheinlich seit ihr alles Städter und müsst euch nich wirklich mit dem auseinandersetzen. Wir in den Bergen aber schon, auch die die keine Bauern sind.

    einklappen einklappen
  • Roland am 17.07.2014 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hunde wo Bellen

    Wenn Mann den Wolf will soll man auch die Herdenschutz Hunde respektieren wenn sie bellen im Winter . Die Bevölkerung Will den Wolf aber nicht Hunde wo Bellen !

  • Roger am 17.07.2014 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wolf-Fuchs

    Unglaublich was immer über diese Wölfe diskutiert wird. Ich verstehe nicht warum die Geschichten mit dem Wolf immer so extrem in die Medien getragen werden müssen!!! Bei uns hat ein Fuchs 3 kleine Schafe gerissen. Stand das in irgend einer Zeitung? Nein. Wenn nicht immer alles sofort in die Medien getragen werden würde, würde es nicht so ein Wind um den Wolf geben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sylvia L. am 18.07.2014 00:23 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn eine Gegend nicht schützbar ist gehören da ke

    Wenn eine Gegend nicht schützbar ist gehören da keine Schafe hin! Die Schafhalter wollen nichts tun, um die Schafe zu schützen, aber beim Schlachter dann für die Schafe kassieren, das können sie. Schafe schützen hätte halt etwas mit Arbeit zu tun. "Jedes Schaf hat hier einen Namen. Wenn ein Tier dann so brutal getötet wird, kann man das nicht mit Geld ersetzen." Wer's glaubt wird selig! Ich gehe doch richtig in der Annahme, dass die Schafe schon im jungen Alter geschlachtet werden, oder ? Werden sie dann beim Namen gerufen, wenn sie zur Schlachtbank müssen ?

  • The Hunter am 18.07.2014 00:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kei ahnig hin dstädter

    Schon witzig wie ihr städter das gefühl habt das ihr uns berger herumkommandieren könnt wir können besser und logischer denken als ihr studierten und wir müssen mit dem wolf leben nicht ihr!!!!!!! Und wenn man einen Hund sieht herumstreunern muss man ihn gleich erschiessen aber der wolf der ursprung aller Hunde soll man leben lassen ,schützen und weiss dr hördöpfel was!!!!!?

  • Dave Pitschen am 18.07.2014 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwierig

    Hart ist die Natur manchmal Aber auch Wölfe müssen mal etwas zu essen haben

  • Kein Walliser am 18.07.2014 00:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ordnung muss sein!

    Ich finde auch, dass Jungwölfe vor der Einreise ins Wallis zuerst ein Ticket ziehen müssten, damit festgelegt werden kann, wieviele sich selbst überlassene Schafe sie zu reissen vorhaben!

  • Yakari am 18.07.2014 00:01 Report Diesen Beitrag melden

    Mammon

    Es ist schon blöd, dass Wölfe - abgesehen von den Bundessubentionen für gerissene Schafe - so schlecht zu Geld gemacht werden können.Wie "gern" hätten die Walliser sonst diese scheuen Tiere.