Staatssekretär Gattiker

01. Februar 2019 05:19; Akt: 01.02.2019 13:53 Print

Zahl der Asylgesuche fällt 2018 auf Elf-Jahres-Tief

Im vergangenen Jahr sind in der Schweiz gut 15'000 Asylgesuche gestellt worden, 15 Prozent weniger als im Jahr davor, wie Staatssekretär Mario Gattiker sagt.

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Die Gesuche aus Eritrea seien stark rückläufig: Staatssekretär Mario Gattiker. (Archivbild) (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

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Die Asylgesuche in der Schweiz sind laut Staatssekretär Mario Gattiker im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Insgesamt seien 15'255 Gesuche gestellt worden, gut 15 Prozent weniger als im Jahr davor. Dies entspricht dem tiefsten Stand seit elf Jahren.

Die Schweiz sei immer weniger Zielland für Asylsuchende, die kein Anrecht auf den Schutz durch die Schweiz hätten, sagte der Direktor des Staatssekretariats für Migration (SEM) in einem «Blick»-Interview vom Freitag. Gattiker sieht den Grund darin, dass die Schweiz sehr schnell über die Asylgesuche entscheide und die Leute die Schweiz rasch wieder verlassen müssten.

Ausweichbewegung über Spanien

Zudem würden viel weniger Flüchtlinge übers Mittelmeer nach Italien kommen. Es gebe eine Ausweichbewegung über Marokko und Spanien – und diese Asylsuchenden würden nicht in die Schweiz reisen.

Die meisten Gesuche stammten demnach von Eritreern, Syrern und Afghanen. Insbesondere die Gesuche aus Eritrea seien stark rückläufig, sagte Gattiker. Von den rund 2825 eritreischen Asylgesuchen seien nur 492 Personen in die Schweiz geflüchtet. Bei allen anderen Fällen handele es sich um Geburten und Familienzusammenführungen.

Rückkehr nur für wenige Eritreer

Für 2019 rechnet das SEM laut Gattiker mit gleichbleibenden Asylzahlen wie 2018. Man gehe von rund 15'500 neuen Asylgesuchen aus. Die Situation sei aber nach wie vor volatil, der internationale Migrationsdruck bleibe hoch, sagte Gattiker weiter. In der Türkei lebten über drei Millionen Syrer. Die Asylgesuchzahlen könnten rasch wieder ansteigen.

Zur umstritten Überprüfung von 3400 vorläufig aufgenommenen Eritreeren und derer möglichen Rückkehr in ihr Heimatland, sagte Gattiker in einer Zwischenbilanz, dass die vorläufige Aufnahme wohl bei weniger als zehn Prozent der Fälle aufgehoben werden könne. Der Bund müsse sich hier an die Rechtsprechung halten. Bei verletzlichen Personen oder solchen, die schon lange in der Schweiz seien und sich gut integriert hätten, könne man die vorläufige Aufnahme meistens nicht aufheben. Die Arbeit dazu soll Mitte Jahr abgeschlossen sein.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Autofahrer am 01.02.2019 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch zuviele...

    Ob 11 Jahrestief oder nicht.....solange in der Schweiz soviele Personen unter dem Existenzminimum leben müssen......solange ist jeder neue Sozialfall zuviel. Swiss First.Punkt.

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  • Realo am 01.02.2019 06:09 Report Diesen Beitrag melden

    Das sind immer noch 40 Gesuche pro Tag

    Die meisten dieser Antragsteller verlassen die Schweiz nicht mehr. Es bleibt nach wie vor viel zu tun, Hr. Gattiker!

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  • Heinz Luzern am 01.02.2019 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wer bezahlt ?

    Aber bezahlen muss der Steuerzahler trotzdem, das ganze Asylwesen sollte von der Entwicklungshilfe bezahlt werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gio Perez am 01.02.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Verdeutlicht Euch das einmal.

    Jedes Jahr die Menge an Leuten die ca. Schlieren entsprechen. Und die gesammte Zuwanderung jedes Jahr in der Grössenordnung von 60'000 - also etwa der Stadt Luzern. Für die Wohnungen und Infrastruktur erstellt werden muss. Und da wundern sich Politiker immer noch über die Abwehrhaltung vieler Leute.

  • Stirnrunzler am 01.02.2019 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quote ist gefragt

    Die relevante Frage ist, wieviele können bleiben? Hat sich diese Quote unter Sommaruga erhöht oder nicht?

  • Ronn Sommer am 01.02.2019 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Familiennachzug?

    Jahre stief von Asylgesuchen stimmt vielleicht. Nur wird der Familiennachzug mit mehreren Frauen nicht offen gelegt. Und dieser ist sicher hoch.

  • Estelle am 01.02.2019 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sommaruga sei dank

    Was ist mit denen, die per Flugzeug abgeholt werden, dank der Pianistin? Wir werden die genauen Zahlen niemals erfahren, sonst stünden uns allen die Haare zu Berge!

  • Ja am 01.02.2019 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohh

    Es gibt nur eines Swiss, sonst gibt es mal richtig auf den Deckel, das bringen wir CH doch zustande.