Grippe

05. Februar 2020 18:05; Akt: 05.02.2020 21:40 Print

Gleich drei Virenstämme kursieren in der Schweiz

Der Höhepunkt der Grippewelle in der Schweiz ist noch nicht erreicht. Pro 100'000 Einwohner gibt es 292 Ansteckungen.

Bildstrecke im Grossformat »
Auf den ersten Blick ähneln sich die typischen Symptome von Grippe und Erkältung sehr. Auch die Art der Ansteckung verläuft gleich: über Tröpfcheninfektion. Doch es gibt Unterschiede zwischen den beiden Virenerkrankungen. Welche das sind, zeigen die folgenden Bilder. Eine Infektion mit Rhinoviren entwickelt sich in der Regel schleichend. Erste Anzeichen sind ein Kribbeln in der Nase, ... ... Niesanfälle und ... ... wässriger Schnupfen, der später fest und gelb-grün werden und die Nase verstopfen kann. Darauf folgen meist Halsschmerzen, Heiserkeit und trockener Reizhusten. Das Fieber bleibt jedoch unter 38 Grad Celsius. Das Gute an einer Erkältung? Die auch grippaler Infekt genannte Infektion ist durchschnittlich nach sieben bis neun Tagen wieder vorbei. Dafür hat man sie als Erwachsener bis zu viermal im Jahr, Kinder bekommen sie sogar noch öfter. Eine Infektion mit Influenza-Viren kommt plötzlicher, führt zu stärkeren Symptomen und dauert deutlich länger. Aber der Reihe nach. Die Beschwerden treten plötzlich auf. Innerhalb weniger Stunden steigt das Fieber auf bis zu 40 Grad an und wird dabei von ... ... Gliederschmerzen und Schüttelfrost sowie ... ... Schwitzanfällen begleitet. Schnupfen ist dagegen eher selten oder tritt weniger stark ausgeprägt auf. Auch Halsschmerzen kommen bei an Grippe Erkrankten so gut wie nie vor. Typisch ist dafür die rasch auftretende, heftige Entkräftung und starke Gliederschmerzen. Eine Grippe dauert auch deutlich länger als Erkältungen: Bis zu drei bis sechs Wochen kann es dauern, bis man wieder ganz hergestellt ist. Doch es kann auch zu einer Folgeinfektion wie wie Mittelohr-, Stirnhöhlen- und Kieferhöhlenentzündung oder entzündeten Mandeln kommen. In jedem Fall ist es wichtig, sich gut auszukurieren. Ansonsten können die Beschwerden chronisch werden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

In der Schweiz breitet sich die Grippe immer noch weiter aus und zwingt in allen Landesteilen viele Menschen ins Bett. Die Intensität der Grippe ist mit anderen Jahren zwar vergleichbar. Allerdings kursieren derzeit drei Viren gleichzeitig. Das ist eher untypisch.

Umfrage
Hatten Sie in diesem Winter schon die Grippe?

«Normalerweise setzt sich ein Virus gegen andere durch, das ist bislang noch nicht geschehen», sagte Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim BAG, am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

So zirkuliert dieses Jahr unter anderem jenes Virus, das im Jahr 2009 die Grippepandemie auslöste. Das Virus sei jedoch nicht gefährlicher als andere. Zudem sei es normal, dass solche Viren später in Form von normalen saisonalen Grippeviren kursierten. Die Immunität dagegen sei in der Regel grösser und die Viren seien nicht mehr so aggressiv.

Gemäss BAG werden alle Virenstämme von den diesjährigen Impfstoffen abgedeckt. Neben der tatsächlichen Grippe werden vom Impfstoff auch grippeähnliche Erkrankungen abgedeckt, die durch das Influenzavirus ausgelöst werden, nicht aber Erkältungen. Die Zusammensetzung wird jeweils ungefähr im Februar oder März für die kommende Grippesaison von der WHO zusammengestellt.

Welle noch im stark ansteigenden Teil

Insgesamt bewegt sich die diesjährige Grippewelle im Jahresvergleich bislang im normalen Rahmen. Eine abschliessende Einschätzung ist aber gemäss Daniel Koch schwierig, da sich die Welle noch in der stark ansteigenden Phase befindet. Eine Prognose über den weiteren Verlauf sei extrem schwierig und hänge von vielen Faktoren ab. Das Wetter spiele sicher auch immer eine Rolle.

Jedes Jahr sterben gemäss Koch europaweit bis zu 40'000 Menschen an der Grippe, in der Schweiz dürften es zwischen 500 und 1500 sein. «Es ist aber extrem schwierig zu messen, wie viele Menschen effektiv an der Grippe gestorben sind», betont Daniel Koch.

Ein Vergleich der Ansteckungsrate oder Mortalität mit dem Coronavirus lasse sich noch nicht ziehen. Dafür ist gemäss Daniel Koch über den neuartigen Erreger noch viel zu wenig bekannt.

Säuglinge und Kinder am stärksten betroffen

Das BAG misst die Intensität der Grippewelle anhand der Anzahl grippeähnliche Erkrankungen, welche die Ärzte dem sogenannten Sentinella-Meldesystem melden. In der aktuellen Woche wurden von den Ärztinnen und Ärzten 37,8 grippeähnliche Erkrankungen pro 1000 Konsultationen gemeldet, wie die neusten Zahlen des BAG vom Mittwoch zeigten. Das sind hochgerechnet 292 Ansteckungen pro 100'000 Einwohner.

In der Vorwoche waren es 27,2 Erkrankungen pro 1000 Konsultationen respektive 215 Erkrankungen pro 100'000 Einwohner. Die Tendenz ist weiter steigend. Der epidemische Schwellenwert von 69 Grippeverdachtsfällen wurde in der Woche zwei erreicht.

Am stärksten betroffen sind per 5. Februar 2020 weiterhin Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bis 14 Jahre. Die Grippe ist in allen Regionen ausser in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt sowie Solothurn weit verbreitet. In diesen Kantonen sowie in der Innerschweiz ist der Trend konstant, in allen anderen Regionen steigend.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geissenpeter am 05.02.2020 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bin schon das dritte Mal krank

    weiss echt nicht was los ist.

    einklappen einklappen
  • Rolfi am 05.02.2020 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    negativ und nochmals

    Immer die angst macherei hier;corona,grippe usw,anstatt mal über positive dinge zu schreiben,nein lieber das Volk verunsichern,nein danke 20 er.

    einklappen einklappen
  • Gordon am 05.02.2020 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    normal....

    Alle Jahre wider.....immer das gleiche!! Und denn??? ist und bleibt so.....

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Max am 06.02.2020 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache

    Gegen 3 parallele Grippe-Viren, mit enormen Reaktionen passiert nichts, man "darf/muss?" damit oft gar zur Arbeit. Beim harmlosen Grippchen Corona, mit ein oder zweistelligen Fällen pro Land, ausserhalb Chinas wird so ein "Theater" gemacht! Ich musste eben mein Flug nach Manila stornieren, weil Manila niemand mehr von Hongkong oder China einreisen lässt! Ohne Rückerstattung, es sei höhere Gewalt! Eine Mitteilung der Fluggesellschaft blieb ebenfalls aus. Ich musste mich auf der Botschaft "schlau" machen!

  • Sandro am 06.02.2020 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Hehe

    Ich bin in der Karibik und mir geht es super!

    • Gregorilla am 06.02.2020 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sandro

      Wir auch bald

    einklappen einklappen
  • Beat am 06.02.2020 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Angst:-)

    Alle gegen Grippe geimpften brauchen sich absolut keine Sorgen zu machen;-) Und nicht vergessen, nächstes Jahr wieder zu impfen:-)

  • Jossen Thomas am 06.02.2020 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiger

    War seit mehr als dreissig Jahre nicht krank. Eher musste ich für meine Kollegen einspringen.

  • Tristan am 06.02.2020 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Angst vor Influenza

    Lieber Coronavirus als Influenza!

    • Martial2 am 06.02.2020 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tristan

      Sehr gescheit: Coronavirus ist sehr schlimm, es gibt keine Impfung, Medikamenten dagegen. Influenza ist wirklich eine Kleinigkeit dagegen...!

    einklappen einklappen