Coronavirus

10. März 2020 04:41; Akt: 10.03.2020 04:41 Print

«Masken-Blockade zeigt Abhängigkeit der Schweiz»

Deutschland verhindert Schutzmasken-Transporte in die Schweiz. Laut der Schweizerischen Zahnärztegesellschaft trifft das die Zahnärzte besonders hart.

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Zahnärzte sind von der Knappheit an medizinischem Schutzmaterial besonders stark betroffen: «Einzelne Praxen aus allen Landesteilen wenden sich wegen Engpässen bei Schutzmasken an uns», sagt Marco Tackenberg von der Schweizerischen Zahnärztegesellschaft (SSO). Tackenberg kritisiert, dass Zahnärzte oft nicht Teil der kantonalen Pandemiepläne seien: «Heute stellen erst vereinzelte Kantone Schutzmasken für Zahnarztpraxen in Aussicht.» Schweizer Spitäler teilen auf Anfrage mit, dass sie derzeit keinen Mangel an Schutzmasken- und Anzügen verzeichnen, dennoch ist bei manchen die Lage angespannt. «Wir sind auf Lieferungen aus dem nahen Ausland angewiesen», heisst es beim Luzerner Kantonsspital. Doch genau das wird zunehmend schwieriger: Erst letzte Woche hat die deutsche Regierung ein Ausfuhrverbot für medizinisches Schutzmaterial erlassen und Transporte in die Schweiz blockiert. «Wir hoffen, dass sich die Situation bezüglich Nachschub entspannt», heisst es beim Kantonsspital Luzern. Das Spital stehe in engem Kontakt mit verschiedenen Lieferanten und versuche, zusätzliche Kanäle zu erschliessen. Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), das Wirtschaftsminister Guy Parmelin untersteht, kann die Versorgung mit medizinischem Schutzmaterial vorläufig sichergestellt werden. Seco-Sprecher Fabian Maienfisch sagt: «Die Schweiz verfügt über ein zentrales Lager an Schutzmasken, das in den nächsten Wochen an die Kantone abgegeben wird. Da für Schutzanzüge keine Lagerhaltung besteht, ist hier die Reichweite kürzer.»

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Die Blockade von Schutzmaterial-Transporten in die Schweiz führte zu einem offenen Streit zwischen Bern und Berlin. Die deutsche Regierung hat vergangene Woche ein Ausfuhrverbot für medizinisches Schutzmaterial erlassen – die Versorgung der eigenen Bevölkerung habe Priorität, so die Begründung. Im Anschluss wurden mehrere Lastwagen daran gehindert, in die Schweiz zu fahren. Einer davon hatte 240'000 Schutzmasken geladen.

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Der Ausfuhrstopp wird bei der Schweizerischen Zahnärztegesellschaft (SSO) mit Befremden zur Kenntnis genommen. «Die Blockade an der Grenze macht deutlich, wie abhängig die Schweiz von Importen ist», sagt Sprecher Marco Tackenberg. Bereits heute wird das Schutzmaterial in Zahnarztpraxen knapp: «Einzelne Praxen aus allen Landesteilen wenden sich wegen Engpässen bei Schutzmasken an uns.»

Pandemiepläne ohne Zahnärzte

Laut Tackenberg steht die SSO seit Wochen in Kontakt mit kantonalen Behörden, Bundesbehörden und dem Dentalhandel, um an Schutzmasken zu kommen. Das gestaltet sich in vielen Kantonen schwierig: «Wir kritisieren, dass bis heute erst vereinzelte Kantone Schutzmasken für Zahnarztpraxen in Aussicht stellen. Zahnärzte sind oft nicht Teil der kantonalen Pandemiepläne.» Dabei seien Praxispersonal und Zahnärzte speziell gefährdet, sich mit dem Coronavirus anzustecken, da die Behandlungen oft lange dauern und die räumliche Distanz zum Patienten kurz ist.

Die Empfehlungen der SSO sind klar: «Wir empfehlen unseren Mitgliedern, Schutzmasken ressourcenschonend einzusetzen. Trotzdem: Ohne Schutzmasken sollen die Patienten nicht behandelt werden», so Tackenberg.

Zentrales Lager an Schutzmasken

Schweizer Spitäler teilen auf Anfrage mit, dass sie derzeit keinen Mangel an Schutzmasken- und Anzügen verzeichnen, dennoch ist bei manchen die Lage angespannt: «Wir sind auf Lieferungen aus dem nahen Ausland angewiesen, um unseren Bedarf an medizinischem Verbrauchsmaterial decken zu können», heisst es beim Luzerner Kantonsspital. «Der Lagerbestand ist mittelfristig ausreichend, langfristige Prognosen sind schwierig. Wir hoffen, dass sich die Situation bezüglich Nachschub entspannt.» Das Spital stehe in engem Kontakt mit verschiedenen Lieferanten und versuche, zusätzliche Kanäle zu erschliessen.

Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) kann die Versorgung mit medizinischem Schutzmaterial vorläufig sichergestellt werden: «Die Schweiz verfügt über ein zentrales Lager an Schutzmasken, das in den nächsten Wochen an die Kantone abgegeben wird. Da für Schutzanzüge keine Lagerhaltung besteht, ist hier die Reichweite kürzer», sagt Sprecher Fabian Maienfisch. Ausserdem verfolge das Seco die Entwicklungen im nahen Ausland genau und fordere die deutschen Behörden mit Nachdruck auf, die blockierte Sendung mit den Schutzmasken umgehend freizugeben.

(les)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Böschi am 10.03.2020 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es kam wies kommen musste

    Das hat man davon, das man zulässt das alle Firmen ins Ausland verlagert werden und kleine Betriebe geschlossen werden. Wir sollten wieder viel mehr in unserem Land herstellen.

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  • Ernst Schweizer am 10.03.2020 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz

    Der Coronavirus hat auch sein Gutes, der Mensch fängt mal wieder an zu denken. Immer billiger, immer grösser, immer besser, aber nur aus dem Ausland. Holt die Arbeit zurück in die Schweiz. Das wird weniger Kosten als die aktuellen wirtschaftlichen Ausfälle und gibt erst noch Arbeitsplätze.

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  • rainman am 10.03.2020 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausverkauf

    ..die Energieversorgung sind wir am abwürgen, bevor wir überhaupt Lösungen haben.., die Nahrungsmittelproduktion ( Landwirtschaft ) wird langsam aber sicher abgedreht ... . Die CH wird in einem echten! Kriesenfall ein wirklich grosses Problem bekommen .

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Denker am 10.03.2020 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Ironie vom Welthandel

    Das hat man nun von der Globalisierung und der Auftragsvergabe ins Ausland....

  • David am 10.03.2020 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt brauchts gesunden Pragmatismus

    Ingeneure anwerben und asap eine Produktion hochfahren. Man muss ja keine neue Schutzkleidung entwickeln. Es gibt sicher anbieter die bereit sind Rechte zum Nachbau zu verkaufen

  • xraych am 10.03.2020 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Deutschland

    Man muss nicht auf Deutschland herumhacken..... denke die restlichenEU Staaten liefen auch nicht in die Schweiz. D war nur der letzte mit dieser Haltung. Frankreich hat sogar im Land die Reste beschlagnahmt.

    • Texel am 10.03.2020 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @xraych

      Genau richtig, es ist die EU die diese Auslieferungen generell gestoppt hat, nicht Deutschland alleine.

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  • mb am 10.03.2020 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Masken-Blockade?

    Es sollte doch möglich sein, einen solch banalen Artikel in der Schweiz herzustellen! Masken müssten jetzt eigentlich auch an die gesamte Bevölkerung verteilt wetden.

  • weiser Indianer am 10.03.2020 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenn alle

    fische und tiere tot sind, werden Sie merken das Sie ihr Geld nicht essen können.