«Dä isch en Depp»

02. November 2018 10:08; Akt: 02.11.2018 10:08 Print

Z'graggen lästert mit eingeschaltetem Mikrofon

Bundesratskandidatin Heidi Z'graggen hat bei einer Podiumsdiskussion der CVP ein Parteimitglied beleidigt. Gehört hat es fast jeder.

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Während einer Podiumsdiskussion in Bern sollten sich die Bundesratskandidaten der CVP in ein optimales Licht rücken. Nicht ganz gelungen ist das der Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen. Wie die «Aargauer Zeitung» berichtet, rutschte der Anwärterin auf den Bundesratssitz von Doris Leuthard eine Beleidigung heraus – bei eingeschaltetem Mikrofon.

Am Ende der Veranstaltung hatten die Parteimitglieder die Gelegenheit, den Bundesratskandidaten ihre Fragen zu stellen. Der Präsident einer Sektion der CVP 60+ wollte wissen, ob sich die AHV nicht mit dem Vermögen der Nationalbank sanieren lasse.

«Dä isch en Depp»

Der Zuger Regierungsrat Peter Hegglin setzte zur Erklärung an, dass die Nationalbank halt eine unabhängige Institution sei. Jetzt komme das wieder, hörte man den Fragesteller dazwischenrufen. Im Livestream ist zu sehen, wie Z'graggen daraufhin lachend zur Walliser Nationalrätin Viola Amherd sagt: «Ja, da isch wichtig. Dä isch en Depp.»

Da das Mikrofon eingeschaltet war, hörten den geflüsterten Satz auch diejenigen, die in den vorderen Reihen des Saals sassen. Einige empfanden ihn als deplatziert, wie die «Aargauer Zeitung» weiter schreibt.

«Akustisches Missverständnis»

Z'graggen hat auf Anfrage der Redaktion CH Media eine schriftliche Stellungnahme abgegeben. Sie schreibt: «Die Unabhängigkeit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist auf Verfassungsstufe verankert. Diese Unabhängigkeit ist mir wichtig. Ein Zugriff der Politik auf die Institution oder Gelder der SNB lehne ich ab. Man stelle sich vor, welche Begehrlichkeiten da geweckt würden. Das drücke ich so aus. Alles andere ist ein akustisches Missverständnis, das zu bedauern ist.» Weiter geht die Regierungsrätin nicht auf den Vorfall ein.

Mikropannen kennen auch andere Politiker – international wie auch national. Moritz Leuenbergers TV-Auftritt von 2001 etwa dürfte vielen für immer im Gedächtnis geblieben sein. Der bereits gefilmte damalige Bundespräsident beschwerte sich über «unvorbereitete Journalisten» und wiederholte mehrfach «was für en huere Scheiss» das alles sei.

(kat)