Präventionsmassnahme

31. Mai 2013 08:18; Akt: 31.05.2013 10:31 Print

Zigi-Aktionen sollen verboten werden

von Jessica Pfister - Zigarettenfirmen versuchen zunehmend, Kunden mit Sonderangeboten zu ködern. Damit könnte es bald vorbei sein. Der Nationalrat diskutiert über eine Preisgarantie.

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Mehr Zigaretten für weniger Geld - mit solchen Aktionen soll es in Zukunft vorbei sein. (Bild: Colourbox.com)

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Ob am Kiosk oder durch Hostessen im Ausgang: Raucher oder solche, die es vielleicht noch werden können, erhalten immer wieder Zigaretten unter dem üblichen Verkaufspreis angeboten. «In den letzten Jahren ist es geradezu zu einer Inflation von Werbeaktionen wie 3 für 2 gekommen», sagt CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Für die Gesundheitspolitikerin ein Ärgernis. «Solche Aktionen unterlaufen die landesweiten Präventionsbemühungen.» Sie fordert deshalb in einem Vorstoss, der voraussichtlich in der Juni-Session behandelt wird, dass Zigaretten nicht unter dem aufgedruckten Preis verkauft werden dürfen.

Umfrage
Sollen Zigi-Aktionen wie 3 für 2 verboten werden?
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8 %
Insgesamt 4052 Teilnehmer

Europäische Länder wie Deutschland, Italien, Frankreich und Österreich verbieten Preisnachlässe auf Zigarettenpackungen. In der Schweiz mache das Volumen solcher Aktionen laut Humbel heute bereits 10 Prozent des Marktes aus. Die Herstellerfirmen wollen diese Zahl nicht bestätigen.

Thomas Beutler von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention hält Tiefpreisaktionen ebenfalls für problematisch. «Der Preis ist sicher ein zentrales Element, um gerade Junge anzusprechen», so der Experte. In immerhin sechs Kantonen dürfen auch noch heute Zigaretten an Minderjährige verkauft werden - in weiteren elf ist der Verkauf und demnach auch die Bewerbung mit Rabattaktionen an Personen ab 16 Jahren erlaubt.

«Besser wäre konsequentes Werbeverbot»

Dennoch zweifelt Beutler an der Wirksamkeit von Humbels Vorstoss. «Die Hersteller können problemlos tiefere Aktionspreise auf den Zigarettenpäckchen anbrigen.» Sie müssten dann zwar auf einen Teil ihrer Marge verzichten, doch dies sei nicht einschneidend. Viel sinnvoller wäre gemäss Beutler ein konsequentes Verbot von Tabakwerbung - wie es beispielsweise in Australien der Fall sei.

Zwar hat Humbel Verständnis für Beutlers Forderung, sie geht ihr aber doch ein Stück zu weit. «Wenn Erwachsene rauchen, dann ist das ihr freier Entscheid. Da sehe ich Werbungen auf Plakaten auch nicht als grosses Problem.» Der Weg über den Preisschutz erscheine ihr gerade bei den Jungen als zielführender. Doch auch der Bundesrat spricht sich dagegen aus. «Aus gesundheitspolitischer Sicht sind Preisschutzbestimmungen nicht erfolgsversprechend, da sie im Wettbewerb zu durchschnittlich tieferen Detailverkaufspreisen führen.»

Tabakfirmen für Mindestalter 18

Skeptisch ist man - nicht überraschend - bei den Tabakfirmen. «Es gibt keinen Hinweis, dass eine erzwungene Einhaltung des aufgedruckten Preises die gewünschte Wirkung erzielt», sagt Muriel Mathis von JTI Tobacco. Der effizienteste Jugendschutz sei, wenn Jugendliche keine Tabakprodukte kaufen können. Darum setze sich JTI auch für ein Mindestalter von 18 beim Tabakkonsum ein.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Pansky am 31.05.2013 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Steuersystem

    Immer dieser Wirbel um legale Drogen. Wenn der liebe Schweizer Staat so ansetzen möchte, dann bitte aber auch die Preise für Alkohol anheben resp. entsprechend versteuern. Soll ja in div. skandinavischen Nationen bestens funktionieren. PS: Dabei dachte ich bis dato, dass selbst die deutschen Politiker nur Nonsens im Kopf haben. Wurde hier wieder eines besseren belehrt.

  • Say no to drugs ! am 31.05.2013 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Vernünftig

    Vernünftige Entscheidung ! Man sollte auch generell die Werbung für Tabak & Alkohol komplett verbieten ! Ich verstehe nicht warum so viele Menschen sich das überhaupt antun...

  • Urs Altherr am 31.05.2013 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Aktionen Raucherwaren

    Diese ewigen Verbote die diverse Poliker einführen wollen ist einfach nicht mehr auszuhalten. Diese Menschen sollen doch für sich schauen und nicht ewig sich in die Angelegheiten der andern einmischen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • heinrich Chlapf am 03.06.2013 00:22 Report Diesen Beitrag melden

    Finanzierung

    Wie gross wäre das Loch in der Staatskasse wenn plötzlich alle aufhören zu rauchen?

  • rosa am 01.06.2013 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit gegenüber Personal

    Das ewige "Polizisterle" zu welchem das Verkaufpersonal insbesondere das Kassenpersonal gezwungen wird ist eine Frechheit. Es ist eine enorme Belastung für dieses Personal weil sie die Stelle verlieren können oder gar gebüsst werden wenn sie Zigaretten oder Alkohol unter 18 jährigen verkaufen. R. Löffel und Co lassen grüssen! Wo ist da der Arbeitnehmerschutz? Wer setzt sich für das Personal ein? Wo sind die Gewerkschaften?

  • P-A Bertholet am 01.06.2013 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Polemik

    Komisch: Tabak verpönt, meistens verboten, (kriminalisiert) kiffen dafür entkriminalisiert! Ursache? Vermutlich kiffende Politiker/innen! Einmal mehr wird versucht, auf Kosten von Minderheiten, sich zu profilieren! PS: Bin Nichtraucher!

  • sauer Apfel am 01.06.2013 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Verbote hier Verbote da!

    Wann hört die beformundung entlich auf. Hat unser Staat nichts besseres zutun als uns die Bevölkerung zubevormunden und zu schikanieren. Die Jungen wenn sie rauchen wollen oder Alkahol trinken lassen sich nicht davon abbringen irgendwie kommen sie trotz verboten an die Sache ran. Alterbegrenzung ist nicht schlecht aber es ist alles um gehbar.

  • D.N. am 01.06.2013 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Verbote und deren befürworter!

    Jugendliche rauchen und trinken alkohol nach wie vor! Das ist die realität und der Schuss ging nach hinten los. Anstatt mit Aufklärung den Jugendlichen zu begegnen, werden wieder einmal Verbote kreiert. Verbote bewirken eben vielmals das Gegenteil, sollte man sich einmal vorher überlegen! Wichtigeres gibt es allemal, sich der Sache anzunehmen. Wenn aber immer Nichtraucher sich um solche Hirnrissige Gesetze reissen, kann nie etwas schlaues zu stande kommen!