Bundesrat will Jugend schützen

22. Mai 2014 05:53; Akt: 22.05.2014 05:53 Print

Zigis erst ab 18 – Politiker gegen Verkaufsverbot

von J. Büchi - Die Pläne des Bundesrats, den Zigarettenverkauf an unter 18-Jährige zu verbieten, polarisieren. Widerstand formiert sich insbesondere bei bürgerlichen Politikern und Jungparteien.

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Minderjährige sollen nach dem Willen des Bundesrats künftig keine Zigaretten mehr kaufen können. (Bild: Keystone/AP/Frank Prevel)

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Wer unter 18 Jahre alt ist, soll in der Schweiz künftig keine Zigaretten mehr kaufen können. Das verlangt der Bundesrat in seinem Entwurf für das neue Tabakprodukte-Gesetz. Für die Lungenliga ist dieser Entscheid längst überfällig: «Je früher jemand zu rauchen beginnt, desto schwieriger ist es, wieder aufzuhören», so Sprecherin Barbara Weber. Ein Verkaufsverbot für unter 18-Jährige sei deshalb eine Chance, Junge vor einer Raucherkarriere zu bewahren.

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Die grüne Nationalrätin und Ärztin Yvonne Gilli ergänzt, bei Jugendlichen seien die gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Rauchens schwerwiegender als bei Erwachsenen. «Auch die Langzeitschäden sind gravierender.» Die Gesellschaft habe deshalb den Auftrag, Minderjährige vor diesem Gesundheitsrisiko zu schützen.

Widerstand von Bürgerlichen und Jungparteien

Allerdings formiert sich auch Widerstand gegen das geplante Abgabeverbot. SVP-Gesundheitspolitiker Sebastian Frehner findet: «Das ist absolut weltfremd. Ein Mindestalter wird die Jungen nicht im Geringsten daran hindern zu rauchen.» Dann kaufe halt ein Kollege, der ein Jahr älter sei, die Zigaretten. Auch FDP-Nationalrat Andrea Caroni sagt: «Aufklärung ist aus meiner Sicht besser als jedes Verbot.» Ein 16-Jähriger wisse um die schädlichen Auswirkungen von Tabak. Er könne deshalb selbst entscheiden, ob er sich dem Gesundheitsrisiko aussetzen wolle oder nicht.

In dieselbe Kerbe schlagen die Jungparteien von links bis rechts. Juso-Chef Fabian Molina sagt: «Eine solche Bevormundung lehnen wir ab.» Wichtiger sei es, die Jungen über die Risiken von Suchtmitteln aufzuklären und ihnen einen sinnvollen Umgang zu vermitteln. «Mit einem Verkaufsverbot kriminalisiert man junge Raucher nur», ergänzt Maurus Zeier, Präsident der Jungfreisinnigen. «Ich glaube nicht, dass eine Alterslimite irgendeinen Effekt auf die Zahl der rauchenden Jungen hat.» Dass das Verbot gar kontraproduktiv sein könnte, glaubt Anian Liebrand, Präsident der Jungen SVP: «Wenn etwas verboten ist, macht es das nur noch interessanter.»

Heute gilt in den meisten Kantonen ein Abgabeverbot von Tabakwaren für unter 16-Jährige, manche kennen bereits die Alterslimite 18. Gar kein Mindestalter beim Zigarettenverkauf gibt es laut Bundesamt für Gesundheit bislang in den Kantonen Appenzell-Innerrhoden, Genf, Obwalden und Schwyz.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ueli dr Hecht am 22.05.2014 06:47 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache

    Finde ich super, die Schweizer Jugend muss geschützt werden. Als nächstes sollte man Alkohol strikte erst ab 18 erlauben. Dan muss man natürlich noch das alter für den Führerausweis hochsetzten. Am besten packen wir alle zwischen 6 und 18 in Watte und lassen sie nicht mehr nach draussen, weil zu gefährlich. Danke liebe Politiker das ihr euch so gut um das Volk kümmert.

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  • Big the King am 22.05.2014 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau

    Zigis erst ab 18 aber abstimmen ab 16 Ja genau????????

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  • Ein Lichtstrahl am 22.05.2014 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Am meisten getrunken....

    ... habe ich zwischen dem 13. und 17. Lebensjahr. Alk war zwar erst ab 18, aber mal ehrlich, das hindert doch echt niemand dran trotzdem an das Zeug ranzukommen. Meist verhält es sich ja so, dass man mit 16 sowieso genug leute kennt die 18 sind, dann gehen die das Zeug einfach kaufen... Jugendschutz ist gut, aber wer unter 18 trinken und raucehn will, der raucht und trinkt auch mit Jugendschutz und Werbeverbot.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tomas Berger am 27.05.2014 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Schlagen?

    Frage? Wenn mir jemand rauch ins gesicht bläst mit absicht darf ich mich dann als notwehr ihm ins gesicht schlagen? oder sonst was tun?

  • Stefan Müller am 27.05.2014 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Rauchen ist extrem ungesund, nur leider

    Ich bin 21. Wenn ich zurück Denke war ich noch mit 18 kindisch und hatte Fehlentscheidungen getroffen, obwohl ich mir damals schon mit 16 voll erwachsen vorkam. Ein Verkaufsverbot bis 18 finde ich sogar noch untertrieben. Zigretten sind EXTREM ungesund. Die Jungen werden heute dagegen protestieren aber wenn sie Raucher sind und 30 J und dann sehen wie ihre Gesundheit zerstört ist, wären die meisten Froh gewesen wenn jemand sie vom Rauchen abgehalten hätte.

  • Vorschrifts-Gegner am 27.05.2014 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Kann leider nicht funktionieren

    Das funktioniert ja mit der Regelung ab 16 schon nicht, wenns ab 18 ist wirds also bestimmt nicht besser funktionieren. Im Gegenteil, denn wie unverhältnismässiger ein Gesetz ist, deste weniger häufig wird es eingehalten.(siehe diverse Drogenverbote und deren Folgen weltweit) Wichtiger wäre, die Regelung, dass rauchen erst ab 16 erlaubt ist richtig durchzusetzen, dies ist jedoch sehr schwierig, da es kaum unter 16 jährige gibt, die keine über 16 jährigen kennen.

  • Daniel H. am 26.05.2014 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Politisches bla bla

    Ja Kinder und Jugendliche wissen, das Alkohol , Nikotion und andere Drogen, Gesundheitsschädlich sind. Aber Sie wollen ausprobieren, dazu gehören, cool sein. Junge Jugendliche sind leichter Beeinflussbar als Ältere. Der Gesundheit würde für Legale Drogen ein Mindestalter von 21 Jahren nicht schaden. Den Politikern geht es nicht um die Gesundheit der Jugend, sondern um die Einnahmen die dann Einbrechen, Angst vor Steuerausfällen, denn wer bis zur Volljährigkeit nicht raucht oder trinkt, wird es später mit hoher warscheinlichkeit auch nicht. Da gehen MILLIARDEN an Steuergeldern verloren.

  • Curdin Gees am 23.05.2014 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Produktion von Raucherwaren stoppen

    Besser wäre, die ganze Produktion und der Import von Zigaretten und anderen Raucherwaren komplett zu stoppen! Also auch kein Tabak-Pflanzen und ähnliches mehr zuzulassen in der Schweiz, noch besser in der ganzen Welt.

    • Vorschrifts-Gegner am 27.05.2014 08:05 Report Diesen Beitrag melden

      Prohibition funktioniert nicht

      Um noch eine weitere illegale Substanz zu haben, die nur noch über Banden gehandelt wird, Nein Danke!!!

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