Regionale Unterschiede

05. Mai 2015 13:58; Akt: 05.05.2015 16:41 Print

Zu diesem Sound joggt die Schweiz

von Th. Bigliel - Wer trainiert zu welchen Rhythmen? 20 Minuten hat einen Blick in die Workout-Playlists der Schweizer Städte geworfen. Das Ergebnis fällt höchst unterschiedlich aus.

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Hat wahrscheinlich einen Hip-Hop-Track im Ohr: Ein Jogger im Kanton Tessin. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Rund ein Viertel der Schweizer gehen laut Schätzungen des Bundesamts für Sport regelmässig joggen. Insgesamt 1,9 Millionen Jogger sollen in diesen Tagen auf Schweizer Strassen unterwegs sein. So viele wie noch nie.

Doch zu welcher Musik joggt die Schweiz? 20 Minuten hat zusammen mit dem Musik-Streamingdienst Spotify die Workout-Playlists der Schweizer unter die Lupe genommen. Analysiert wurden alle Playlists, die die Keywords Workout, Fitness, Joggen, Laufen oder Fitnessstudio im Titel haben. Daraus wurde eine Liste von den Top 10 Songs erstellt, die im Zeitraum von einem Jahr gestreamt wurden.

Die Auswertung von 20 Minuten zeigt: Zwischen Zürich, Basel und Bern gibt es grosse Unterschiede, was Musikrichtung, Lieblingssongs und die bevorzugte Geschwindigkeit betrifft.




Berner sind die schnellsten (142 BMP)

Das Vorurteil, dass Berner langsam seien, bestätigt sich nicht. Im Gegenteil. Mit einer durchschnittlichen Beat-Anzahl von 142 Schlägen pro Minute (BPM) legen die Hauptstädter das schnellste Tempo vor. Damit kommen sie dem von Sport-Experten empfohlenen Beat von 160 Schlägen pro Minute am nächsten. Neben schnellen Electro-Beats wird in Bern auch zu Hip-Hop, Rock und Pop trainiert. Spannend auch der Top-Track: Offenbar steht man in Bern auf American Football.



Churer liebens punkig (135 BPM)

Richtiggehend gehetzt trainiert man auch in Chur: Der während dem Workout am häufigsten gestreamte Track ist «Red Flag» von Billy Talent. Die Punk-Rock-Hymne kommt auf 183 BPM pro Minute, was für eine normale Trainingseinheit ganz schön schnell ist. Daneben lassen Dance- und Electro-Tracks die Churer mit durchschnittlich 135 BPM pro Minute durch die Strassen rennen.



Elektro ist in Genf hoch im Kurs (133 BMP)

Ebenfalls auf schnelle Beats stehen die Genfer. Im Gegensatz zu den breit interessierten Bernern joggt man in Genf hauptsächlich zu House- und Electro-Klängen. David Guetta scheint es den Romands dabei besonders angetan zu haben. Der französische Star-DJ belegt im Genfer Workout-Ranking die beiden vordersten Plätze – womit sich auch die Beat-Anzahl von 133 BPM erklärt. Beliebtester Track ist hier «Lovers of the Sun».



Zürich liebt südamerikanische Klänge (132 BPM)

In Zürich trainiert man laut Spotify besonders gern zu lateinamerikanischen Rhythmen. Latin-Pop-, Reggaeton- oder Merengue-Songs bestimmen den Zürcher Soundtrack. Spanisch sprechende Interpreten, wie Maluma, Juan Magan oder Wisin stehen dabei besonders hoch in der Gunst der Zürcher. Selbst zu der aus Kolumbien stammenden Shakira wird in Zürich geschwitzt. Der südamerikanische Mix schlägt sich auch im Tempo von 132 BMP nieder. Beliebtester Track ist hier «Adrenalina».



In Bellinzona ist Hip-Hop Trumpf (131 BPM)

Im Tessin regiert der Hip-Hop und der Rap. Sechs von zehn Songs stammen von Künstlern, wie The Black Eyed Peas, Ludacris oder The Game. Der Hang zum Sprechgesang schlägt sich dann auch in der Durchschnittsgeschwindigkeit der Playlist nieder: Mit 131 BPM joggen die Bewohner der Schweizer Sonnenstube relativ gemütlich durchs Land. Am häufigsten haben die Ticinesi dabei «Shut Up» von den The Black Eyed Peas im Ohr.



Vielseitige St. Galler (125 BPM)

Die St. Galler trainieren zu Tracks von deadmau5, Michael Woods oder Calvin Harris. Die basslastigen Elektro-, House- und Trance-Klänge eignen sich ideal, um einige Runden zu drehen. Dass die Ostschweizer keine höhere BPM-Wertung erzielen, liegt an Pop-Ikone Katy Perry. Das mit 96 Schlägen pro Minuten eher gemütliche «This Is How We Do» drückt die St. Galler auf 125 BPM runter. Top-1-Track der St. Galler ist jedoch «Strobe» von Deadmau5.



Basler sind die langsamsten (122)

Mit dem Training am gemütlichsten nimmt man es am Rheinknie. Auf rund 122 Schläge kommen die Basler in der Minute. Zum Vergleich: Mit durchschnittlich 142 BPM laufen die Berner den Baslern regelrecht davon. Der Grund: Neben französischem Rap findet man in der Basler Playlist auch Indie-Acts, wie etwa Florence + The Machine. Exot in der Liste ist das norwegische Hip-Hop- und Afropop-Duo Nico & Vinz. Am liebsten lauschen die Basler jedoch den Klängen von Lilly Wood and The Prick.