Verletzungen im Gym

19. Juli 2017 05:45; Akt: 19.07.2017 05:45 Print

Zu hart trainiert – Zahl der Fitness-Opfer steigt

von F. Dubler - Tausende Leute verletzen sich jährlich während des Fitnesstrainings. Häufig liegt es an der Übermotivation, sagt ein Sportmediziner.

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Beim Training im Fitness-Studio stellte ein 20-Minuten-Leser plötzlich starke Schmerzen in Genick und Rücken fest. «Ich konnte meinen Kopf kaum mehr drehen und musste zum Arzt», erzählt der 26-Jährige. Dieser diagnostizierte einen blockierten Wirbel und sagte, dass er ohne Fitness-Studios wohl bedeutend weniger Patienten hätte.

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Tatsächlich verletzen sich laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) jährlich rund 4300 Personen während des Besuchs im Fitness-Center. Die Zahl der Verletzungen würde sogar leicht zunehmen, weil es immer mehr Leute in die Studios treibe, wie Sprecher Nicolas Kessler sagt. Am meisten komme es zu Sprunggelenksblessuren nach Fehltritten oder Knie- und Rumpfverletzungen durch Überlastung.

Bestehende Beschwerden und Übermotivation

Christoph Reich-Rutz, Facharzt für Sportmedizin und Rheumatologie in Zürich, behandelt immer wieder solche Fitness-Patienten. Dass die Leute in den Centern falsch instruiert werden, sieht er nicht als Hauptproblem: «Oft wissen Trainierende einfach nicht, wo ihre Grenzen sind, und wollen sich zu schnell steigern können.» Dadurch würden sie übermotiviert trainieren und ihre Gelenke und Muskeln überlasten. Das sei oft bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Fall und führe zu muskulären Problemen oder Blockaden der Halswirbelsäule.

«Erst kürzlich hat sich einer meiner Patienten beim Gewichtdrücken überfordert und dadurch an der Sehne verletzt.» Andererseits würden Verletzungen auch häufig durch bereits bestehende Gelenk-, Rücken- oder Muskelprobleme hervorgerufen. «Die Belastung im Training begünstigt dann die Beschwerden», so Reich-Rutz.

Jedoch kann es auch zu schwereren Unfällen im Fitness-Center kommen, wie diese Videos zeigen.

Bewusst trainieren

Doch auch in Kursen oder unbeaufsichtigten Indoorbereichen gibt es laut BFU-Sprecher Nicolas Kessler immer wieder Verletzungen. Deshalb rät die BFU in ihrer neuen Kampagne «Denk mit beim Sport», sich selbst nicht zu überfordern.

So solle man nur in zertifizierten Fitness-Centern trainieren und sich vorab von einem Instruktor einführen lassen. Zudem rät die BFU, sich richtig auszurüsten und die Geräte nur für die vorgesehenen Übungen zu benutzen. «Wichtig ist auch, dass man fürs Training bereit ist, also sich entsprechend aufwärmt, bei der Sache ist und regelmässige Pausen einlegt.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LUZ93 am 19.07.2017 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jugend

    Der heutige Trend ist sowiso erschreckend. Jede Frau will einen knackigen Körper bsw Hintern und die Jungs alle einen Adonis Körper und so gehen die dann auf Geschlechtersuche... die heutige Jugend beschränkt sich immer mehr nur noch auf ihr äusseres was eben nicht alles ist ...

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  • The Truth am 19.07.2017 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Discopumper

    Negativ, leute verletzen sich nicht ausschließlich von übermotivation sondern weil Sie schlicht weg falsch trainieren. Die Übungen werden nicht korrekt ausgeführt, man wärmt sich nicht auf (mobilität) oder es wird mit Schwung gearbeiten.

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  • Phil1971 am 19.07.2017 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel Gewicht, dank Krankenkasse

    Kann ich bestätigen... ich kenne viele, die sich verletzen im Fitness. Wenn ich sehe, wieviel Gewicht die Leute ihren Körpern zumuten... bin gespannt, wie es ihnen mit 50 geht. Ach ja... und die Krankenkassen sponsern dies noch. Tja...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani am 20.07.2017 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und natürlich

    Die krankenkasse zahlt solche selbstverletzubgen also wir alle Darum macht endlich für raucher und sportfreaks höhere prämien und günstigere für solche die nie zum arzt gehen oder zahlt achäden durch sport oder krankheit durch rauchen trinken nicht mehr

  • Mom2 Boys am 19.07.2017 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geh nicht mehr ins Gym

    War schockiert, als ich im Migros Fitness an den Geräten war: obwohl genug Instruktoren da waren, korrigierte keiner. Als ich einen darauf ansprach, wehrte dieser ab. Niemand wolle korrigiert werden! Nun, ich spar mir das Geld und trainiere in der Damenriege: meine Leiterin interessiert sich für meine Gesundheit.

  • Taucherin am 19.07.2017 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Physotherapie war am besten

    Das beste Training wo es wirklich um den Muskelaufbau ging und nicht darum dicke Muckis zu haben oder abzunehmen, das Training wo ich mich wirklich gut aufgehoben gefühlt habe, wo auf meine Beschwerden, stärken und Schwächen eingegangen wurde, wo man immer versucht hat mich zu fördern aber nicht überfordern, wo die Übungen gezielt mir angepasst wurden und man nicht einfach einen Geräteparcour durchgemacht hat war, als ich wegen einer KnieOP monatelang in der Physotherapie war.

  • Ernährungsberaterin am 19.07.2017 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    wenn jeder einen einigermassen gesunden Lebensstil pflegen würde, gäbe es weder so viele Fitness-Center noch Verletzte, weil man zu viel trainiert. Danke an die Zuckerindustrie und an die Lebensmittelindustrie, die munter Fertigprodukte herstellt, damit man dann ins Fitness kann...

  • Anonym am 19.07.2017 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krankenkasse?

    Na super! Und das sind vermutlich die Menschen, welche nicht für Kranke und leicht Übergewichtige bezahlen wollen...