Netflix, HBO, Sky & Co.

15. Juni 2019 22:00; Akt: 15.06.2019 22:00 Print

Streamer werden wegen zu vielen Anbietern zu Piraten

Zu viele Streaming-Anbieter und zu viele exklusive Inhalte. Immer mehr Leute schauen Sport, Serien oder Filme darum illegal, zeigt eine neue Studie.

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15.90 Franken fürs Netflix-Abo, 14.90 für Sky, 7 Franken für Amazon Video und 29.90 für Teleclub Sport: Wer in der Schweiz bei verschiedenen Streaming-Anbietern Abos abschliesst, muss zusammengerechnet tief in die Tasche greifen. Doch viele Streaming-Abonnenten in Europa halten die Preise für die Services zu hoch und könnten daher den Weg in die Online-Piraterie wählen. Das besagt eine neue Studie von Muso (siehe Box).

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Es gibt immer mehr Streaming-Anbieter. Wirst du deshalb Serien oder Filme in Zukunft illegal streamen?

Im Gegensatz zum Streamen von Musik, wo Spotify eine Monopolstellung eingenommen hat, fokussieren sich die Streaming-Anbieter auf exklusive Serien und Filme. Sportfans müssen daneben noch extra Abos haben, damit sie Spiele sehen können.

Und genau da liege der Krux, warnt Muso, das sich auf die die Analyse von illegalem Streaming spezialisiert hat. «So viele Inhalte werden auf einzelnen Plattformen gebunkert und sind exklusiv dort zu sehen, dass es für Kunden schwer ist, alles zu konsumieren, was sie wollen», sagt Muso-CEO Andy Chatterley. «Sie können nicht überall Abonnenten sein.»

«Niemand wird 5 Abos lösen»

Da die Schmerzgrenze für Gebühren bei den meisten Konsumenten eher niedrig sei, werde der Wettbewerb mit dem Einstieg der Streamingdienste von Disney und von Apple weiter verschärft, warnt Chatterley. «Der Markt ist übersättigt, die vielen Streaming-Anbieter mit ihren exklusiven Inhalten werden unausweichlich zu häufigerem illegalem Streaming führen.»

Vereinfacht werde der Trend durch die immer einfachere Möglichkeit, Serien online herunterzuladen. «Um mit Netflix mithalten zu können, haben illegale Streaming-Websiten erhebliche Fortschritte gemacht», sagt Chatterley. «Manche Websiten sind besser und übersichtlicher aufgebaut als die zahlungspflichtigen Abo-Services.» Niemand werde bei fünf verschiedenen Streaming-Anbietern Abos lösen, wenn man den gleichen Inhalt auf einen Klick ansehen kann.

BitTorrent nimmt zu

Dass nach Jahren stetiger Abnahme illegale Torrent-Dienste wieder im Trend sind, zeigte im Oktober 2018 bereits der «Global Internet Phenomena Report» von Sandvine. Vor allem die Nutzung des Anbieters BitTorrent hat zugenommen, besagt der Bericht.

Auch für Cam Cullen von Sandvine sind vor allem die exklusiven Serien oder Filme für die Torrent-Zunahme verantwortlich: «Game of Thrones auf HBO, House of Cards auf Netflix oder Jack Ryan auf Amazon: Der Kunde abonniert einen oder zwei Abo-Dienste und schaut den Rest illegal online.»

(dk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Meiser am 15.06.2019 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Umfrage

    Umfrage "Ja ich streame illegal" - Streaming ist in der Schweiz immer noch legal!

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  • Sven Meier am 15.06.2019 23:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legal

    Ich streame nur legal, denn das streamen ist in der schweiz nicht verboten.

  • Matty13 am 15.06.2019 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht illegal in der Schweiz

    Solange es nur runtergeladen und niemand anderem zur Verfügung gestellt wird, ist es in der Schweiz nicht illegal.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schwammer am 17.06.2019 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Torrents

    Torrent Dienste sind grundsätzlich nicht illegal, solange man damit keine illegalen Dateien herunterlädt/verteilt.

  • Paddy Zé am 17.06.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Stress

    Serien machen süchtig, fett, faul und kostet viel Geld. Es ist Sucht. Also, Abos kündigen, neue Hobbys suchen.

  • Ins eigene am 17.06.2019 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bein...

    Dank den Streaming anbietern sind die Inhalte schneller in derer Qualität erhaltlich. Früher Dvdrip dann BDrip und jetzt Webrips. Ich freue mich schon auf die UHDWebrips. Da die jetzigen knapp 80GB gross sind. Danke Filmindustrie. Macht die gleichen Preise wie im Ausland, wir zahlen mehr und haben weniger Auswahl.

  • René Fischer am 17.06.2019 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Totales Unverständnis für Anbieter

    Ich verstehe nicht, warum sich all die Anbieter nicht auf eine einzige Plattform einigen können. Die können untereinander soviel Lizenz-Spielchen treiben wie sie wollen. Als Kunde möchte ich 1 einzige Plattform für ALLE Serien und Filme. Ich will nicht jedesmal zuerst suchen müssen, wo nun meine Serie überhaupt läuft, zu diesem Anbieter wechseln und gleich wieder kündigen. Die Konsequenz ist klar: Man sucht sich eine Quelle, die genau das bietet: Alles aus einer Hand. Wenn es offiziell nicht geht, dann halt inoffiziell. Und in der Schweiz erst noch völlig legal.

  • Noch Flixer am 17.06.2019 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Verlierer sind Kunden und Anbieter!

    Die Kunden verlieren, weil die Serien immer zerstückelter bei unterschiedlichen Anbietern zu finden sind. (Beispiel: Lucifer S04: = Netflix Serie, in DE nur bei Amazon Prime zu sehen). Die Anbieter verlieren, weil niemand ernsthaft 3, 4 oder noch mehr Abos dauerhaft bezahlt. Es wird bestenfalls (aus Sicht der Anbieter) zu sprunghaftem Kundenverhalten kommen, also immer wieder Abo lösen/künden/neu lösen/neu künden, je nach Angebot. Realistisch gesehen wird die Verlagerung jedoch ganz weg von den offiziellen Streaminganbietern verlaufen. Die Ehrlichen sind leider wieder mal wieder die Dummen.