Probebetrieb

14. November 2016 12:24; Akt: 14.11.2016 16:32 Print

Züge im Gotthardtunnel erreichen geplantes Tempo

Im Vorfeld wurden Zweifel laut, dass die Züge auf 200 km/h beschleunigen können. Dies haben die SBB nun geschafft.

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Am 1. Juni wurde der längste Eisenbahntunnel der Welt, der Gotthard-Basistunnel, feierlich eröffnet. Matteo Renzi, Angela Merkel, François Hollande und Johann Schneider-Ammann im Sonderzug von Erstfeld nach Bodio. (1. Juni 2016) Freuden-Oden: Der erste Zug wird am Nordportal bei Erstfeld mit Feuerwerk empfangen. (1. Juni 2016) Die Begeisterung der Hunderten von Schaulustigen kennt keine Grenzen. (1. Juni 2016) Ein Band zwischen Nord und Süd: Johann Schneider-Ammann zerschneidet das rote Band und übergibt den Tunnel damit offiziell den SBB. (1. Juni 2016) Göttliche Weihung: Vertreter aller Weltreligionen gaben dem neuen Tunnel ihren Segen. (1. Juni 2016) Ein geschichtsträchtiger Tag: «Wir vollenden ein Jahrhundertwerk, an dem mehrere Generationen mitgewirkt haben», betonte Bundespräsident Schneider-Ammann bei seiner Ansprache. (1. Juni 2016) Über eine Direktschaltung war Ammann mit Doris Leuthard in Pollegio beim Südportal verbunden. (1. Juni 2016) Leuthard sagte, der Tunnel sei ein Symbol für Offenheit und Fortschritt. (1. Juni 2016) Im Tunnel-Look: Das mit Löchern durchsetzte Kleid von Leuthard gab fast so viel zu Reden wie die Tunneleröffnung. (1. Juni 2016) Journalisten aus aller Welt berichteten über die Eröffnung des prestigeträchtigen Bauwerkes. (1. Juni 2016) Auch der neun Arbeiter, die beim Tunnelbau ihr Leben lassen mussten, gedachte Ammann in seiner Ansprache. (1. Juni 2016) Startschuss: Mit dem Ausspruch «Bahn frei! Place aux trains! Via libra pils trens! Via liberia ai treni!» gab Schneider-Ammann das Signal für die erste offizielle Fahrt von zwei Zügen. (1. Juni 2016) Begeisterung: 1000 Gäste fuhren in den Eröffnungszügen als erstes durch den neuen Gotthard-Basistunnel. (1. Juni 2016) Die Passagiere waren durch einen Wettbewerb der SBB ausgewählt worden. (1. Juni 2016) Die beiden ersten Züge fuhren von Bellinzona und Arth-Goldau aus los. Hier die Passagiere in Bellinzona. (1. Juni 2016) Kurz nach Zwölf begann die Eröffnungsfeier in Rynächt bei Erstfeld. (1. Juni 2016) Mystisch: Tänzer und Akrobaten stellen in der Inszenierung von Volker Hesse den Mythos Gotthards nach. (1. Juni 2016) Auch der moderne Tunnelbau wurde in der Eröffnungsshow mittels Tanz thematisiert. (1. Juni 2016) Unter den geladenen Gästen befand sich der ehemalige deutsche Aussenminister Joschka Fischer, hier mit Alt-Bundesrat Adolf Ogi. (1. Juni 2016) Hesses «Sacre del Gottardo» fand zeitgleich in Pollegio und Rynächt statt. (1. Juni 2016) Mystische Figuren aus der Schweizer Folklore durften bei der Show nicht fehlen. (1. Juni 2016) Die Schausteller trugen Tenues von Tunnelarbeitern. (1. Juni 2016) Und erhoben sich schwebend in die Lüfte. (1. Juni 2016) Die Show kombinierte modernen Tanz mit Eisenbahnmotiven. (1. Juni 2016) Auch eine klassische Gotthard-Postkutsche durfte nicht fehlen. (1. Juni 2016) Danach durfte Schneider-Ammann Bundeskanzlerin Angela Merkel... (1. Juni 2016) ... den italienischen Premierminister Matteo Renzi... (1. Juni 2016) ... und Präsident Francois Hollande begrüssen. (1. Juni 2016) Zusammen mit dem Gesamtbundesrat ging es dann in einem Extra-Zug von Erstfeld aus durch den Gotthard. (1. Juni 2016) Der Tunnel war für die Regierungschefs ausnahmsweise beleuchtet. Blick in die Weströhre. (1. Juni 2016) Die Fahrt dauerte für die Staatsoberhäupter etwas länger als für die normalen Fahrgäste: 30 statt nur 20 Minuten. Hier bei Eintreffen in Pollegio. (1. Juni 2016) Manche Gäste hatten sich für die Eröffnungsfeier ein spezielles Outfit ausgedacht. (1. Juni 2016) Das Jahrhundertwerk sei weitaus mehr als eine Tunnel. «Heute ist in der Schweiz der europäische Traum Realität geworden», sagte Hollande in seiner Rede in Pollegio. Merkel betonte, der Gotthard sei das Herz Europas, «die Aorta fehlt jedoch noch». Damit spielte sie auf die noch unvollendeten Zubringerstrecken in Deutschland und Italien an. (1. Juni 2016) Die Patrouille Suisse liess es beim Südportal aus der Luft krachen. (1. Juni 2016) Freude herrscht: Auch Alt-Bundesrat Adolf Ogi, der als «Vater der NEAT» gilt, durfte sich an der Eröffnung öffentlich äussern. (1. Juni 2016) Auf Richtung Zentralschweiz: Diverse Parlamentarier machten bereits am frühen Morgen auf zum Gotthardmassiv. (1. Juni 2016) Eine Statue der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Tunnelbauer, steht im neuen Gotthard-Basistunnel bei Amsteg. (1. Juni 2016) Renzo Simoni, Vorsitzender AlpTransit, Peter Fueglistaler, Direktor BAV, und Andreas Meyer, CEO SBB, zeigten sich an der Medienkonferenz in Castione verbunden. (1. Juni 2016) Der Tunnel führt durch das über 3000 Meter hohe Gotthardmassiv. Die unscheinbare Einfahrt bei Erstfeld unten links. (31. Mai 2016) Gedenken am Tag zuvor: Angehörige der neun verstorbenen Mineure nahmen bei Erstfeld an einer Feier teil. (31. Mai, 2016)

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27 Tage vor der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels sind die SBB fahrplanmässig unterwegs: Der laufende Probebetrieb zeigt auf, dass die Personen- und die Güterzüge mit den geplanten Geschwindigkeiten und der vorgesehenen Anhängelast durch den Tunnel brausen können.

Somit könnten die geplanten Reise- und Trassenzeiten eingehalten und das Angebot 2017 im Güter- und Personenverkehr fahrplanmässig umgesetzt werden, schreiben die SBB in einer Medienmitteilung von heute. Im Vorfeld berichteten verschiedene Medien, dass der neue Fahrplan allenfalls nicht eingehalten werden könne, weil die Züge im Gotthard-Basistunnel offenbar nicht auf die vorgesehene Geschwindigkeit von 200 km/h kommen würden.

Mischverkehr zweimal pro Woche im Test

Nun aber teilten die SBB mit, dass Personenzüge im Gotthard-Basistunnel die derzeit geplante Geschwindigkeit von 200 km/h erreichen, und die Güterzüge mit 100 km/h und der vorgesehenen Anhängelast von maximal 1600 Tonnen in Nord-Süd-Richtung und 1400 Tonnen in Süd-Nord-Richtung verkehren würden. Dies zeige der laufende Probebetrieb auf.

Seit Mitte Oktober wird jeweils donnerstags und freitags der Mischverkehr – also Personen- und Güterzüge in regelmässiger Abfolge – getestet. Erfolgreich, wie die SBB weiter schreiben. An diesen Tagen seien jeweils bis zu 16 Personen- und bis zu 90 Güterzüge pro Tag im neuen Tunnel statt auf der Panoramastrecke unterwegs.

Reisende kommen früher an

Bis zur Inbetriebnahme des Basistunnels werden die SBB rund 5000 solcher kommerzieller Fahrten mit Güter -und Personenzügen durchgeführt haben. Heute stand einer von zwei ausserordentlichen Testtagen an.

Von morgens um 5.46 Uhr bis abends um 24 Uhr lenken die SBB insgesamt 48 Personenzüge und rund 40 Güterzüge durch den Gotthard-Basistunnel statt über die Panoramastrecke.

Zwischenfall konnte rasch behoben werden

Um die Mittagszeit kam es zwischen Zug und Arth-Goldau SZ zu einem kurzen Zwischenfall: Die Strecke war wegen eines blockierten Eurocity-Zugs von Zürich nach Chiasso für den Bahnverkehr für kurze Zeit unterbrochen. Beim Zug handelte es sich um einen Testzug, der durch den Basistunnel gelenkt wurde. Der Lokführer konnte das Problem aber durch einen Reset des Systems rasch beheben, wie SBB-Sprecher Reto Schärli auf Anfrage sagte. Der Unterbruch hatte keine Auswirkungen auf den Testbetrieb.

Aufgrund der schnelleren Verbindung werden die IC- und EC-Reisenden früher in Bellinzona beziehungsweise in Arth-Goldau ankommen. Um den Fahrplan einhalten zu können, werden die Züge an beiden Orten während rund 20 Minuten warten. Am 1. Dezember ist ein weiterer Schwerpunkttag geplant.

(sep/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • emf949 am 14.11.2016 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald Routine

    Zuerst Staunen und Bewundern. Bald Routine. So schnell verschlucken wir die großen Neuigkeiten.

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  • überrascht am 14.11.2016 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    beeindruckt

    Ich war vor 3 Wochen an einem Montag Abend von Lugano nach Zch unterwegs. Wei der Zug in Lugano schon 15Min. Verspätung hatte wurden wir durch die lange Röhre "umgeleitet". Super Idee. Wir haben nicht nur die 15Min. reingeholt, sondern zusätzliche 30Min. die wir dann in Arth-Goldau warten mussten. Im Gespräch mit dem Zugführer habe ich erfahren, dass wir im Tunnel Zwischenzeitlich mit über 200km/h unterwegs waren (aber nicht dauernd).

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  • D. Külling am 14.11.2016 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    36 Min vorzeitige Ankunft

    War heute eine super Überraschung, ganze 36 Min schneller in Bellinzona zu sein -sogar für den Zugführer: "Meine Damen und Herren, wir treffen in Bellinzona mit 36 Minuten Versp... vorzeitiger Ankunft ein." Danke für die gute Leistung, liebe SBB!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heidi Keller am 16.11.2016 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Fakebild

    Dieses Foto ist eine Täuschung. Ich fuhr vor einer Woche durch den Tunnel. Dort drin ist es finster wie in der Nacht, hin und wieder zuckt der Schein einer Neonlampe vorbei, sonst nichts. Ihr gauckelt den Lesern etwas vor, das so nicht ist.

  • Fritz Lengacher am 15.11.2016 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung der SBB

    Solcher Blödsinn, im Lötschbergtunnel war das vor 10 Jahren schon so. Reine Geldverschwendung, man hätte alle Daten von der BL S übernehmen können! Aber eben politisch nicht möglichst. Nun hat man alles nochmal für Millionen getestet. Betriebs und Unterhaltsvorschriften müssen ja auch nicht mehr gemacht werden oder doch? Es ist die gleiche Technik wie im Lötschbergtunnel !!!!! Geldverschleuderung durch die SBB die haben ja genug Gelder von den Autofahrern.

  • Kontik Tör am 15.11.2016 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt!?

    Das machen die Japaner seit 40 und die Chinesen seit 15 Jahren

    • de Zürileu am 15.11.2016 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kontik Tör

      Die Japaner haben nicht die Topografie wie wir mit den Alpen. Wenn es denn so wäre, hätten die Japaner, gemäss Ihrer Überzeugung, bereits vor 40zig Jahren den längsten Eisenbahntumnel der Welt gebaut ;-D

    • Stefan Balz am 15.11.2016 09:38 Report Diesen Beitrag melden

      Japan ?

      Glaub sogar die haben mehr Tunnel und Brücken in ihrem Shinkansen Netz als die liebe SBB. Und sooo kurz ist der Tunnel zur Nordinsel ja auch nicht. Kontik Tör, geh mal nach Japan das alles anschauen...

    • Jean d'Arm am 15.11.2016 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kontik Tör

      Ja, die Japaner haben die beste Eisenbahn, aber im Tunnelbau gibt die Schweiz den Takt vor. Und andere folgen, siehe Brennerbasistunnel.

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  • No Name am 15.11.2016 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewöhnung

    Heute freuen wir uns, dass wir dank neuem Tunnel viel früher ans Ziel ankommen werden. Sehr schnell werden wir uns aber wieder aufregen wenn der Zug 5 Minuten Verspätung haben wird.

  • g. bernasconi am 15.11.2016 00:25 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Angaben

    Der Gotthard sollte mit 250 km/h befahren werden! Das war der Auftrag, den die SBB nun zuruecknehmen weil es ihnen nicht passt (und das geeignete Material fehlt). Das Erreichte ist kein Sieg sondern eine Schande. PS: Die Verbindungen ins Tessin sind schlechter geworden und mit viel mehr umsteigen als zuvor. Der heutige Chaos wird sicher groesser: abwarten und.....

    • Innerschweizer am 15.11.2016 05:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @g. bernasconi

      Falsch, der Tunnel ist auf eine Maximale Geschwindigkeit von 250km/h ausgelegt, es war aber von anfang an klar das im Regelbetrieb mit 200km/h gefahren wird.

    • Andy am 15.11.2016 06:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Innerschweizer

      Die NEAT war und ist für den KlV UKV und Güter algemein.Jedach nicht fürs P.Mann hätte auch locker den Inter Regio lassen können nach Locarno ueber Berg.Sber Nein Gewisse Schlafmützen Der Bahn wollten das nicht.Lachhaft

    • Osi Burki am 15.11.2016 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andy

      Aber sicher hätte man das für die 10 Personen die das dann auch nutzen machen können. Höre jetzt schon die Stimmen, welche über die hohen Preise, welche dafür dann nötig wären, jammern. Mit der gewählten Lösung werden vermutlich mehr Leute aus der Leventina auch den Zug nutzen, sodass die Preise nicht steigen sollten.

    • Albert Graf am 15.11.2016 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andy

      jah. und der frau pillot sol doch mal IR Erstfeld Zürich Genf usw. wegen underhalt sowieso schlecht ! nur IW Olten ist besser !

    • Alumdria841 am 15.11.2016 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @g. bernasconi

      Ist es nicht so das die Geschwindigkeit 200 km/h beträgt. Bei Verspätungen kann jedoch bis 250 gefahren werden um die Zeit aufzuholen.

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