TCS-Streitbarometer

27. Mai 2019 09:58; Akt: 27.05.2019 09:58 Print

In diesen Städten streiten Autofahrer am meisten

Der TCS hat erstmals ein Streitbarometer erhoben. Es liefert Antworten darauf, wo Streithähne leben und wie unterschiedlich sich Männer und Frauen streiten.

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Der TCS-Streitbarometer ist eine Studie des TCS rund um das Streitverhalten von Herr und Frau Schweizer. In der ersten Ausgabe geht es um Rechtsstreitigkeiten im Bereich Verkehr und Mobilität. Die Daten basieren auf den Rechtsfallen von TCS Assista, der Rechtsschutzabteilung des TCS. Das ist ein grosser Fundus an Daten. Die Aussagen im Streitbarometer sind also durchaus repräsentativ. Dabei zeigte sich, dass Zürcher und Genfer die grössten Streithähne in der Schweiz sind. In diesen beiden Grossregionen hatten 2018 vier Prozent der Bevölkerung einen Rechtsstreit im Zusammenhang mit Verkehrsrecht. Das sind Streitigkeiten wegen Verkehrsrechtsverletzungen, Unfällen oder im Zusammenhang mit dem eigenen Fahrzeug. In den übrigen 5 Grossregionen (Espace-Mittelland, Tessin, Ostschweiz, Nordwestschweiz und Zentralschweiz) wird fast nur halb so viel gestritten. Der TCS-Streitbarometer zeigt klare Unterschiede im Streitverhalten von Männern und Frauen. Beim Thema Mobilität gehen zwei Drittel der Rechtsstreitigkeiten auf das Konto der Männer und nur ein Drittel auf jenes der Frauen. Männer sind im Bereich Verkehrsrecht also viel häufiger in Rechtsstreitigkeiten involviert als Frauen. Frauen streiten dafür länger. Im Schnitt dauert ein Rechtsstreit bei den Frauen einen Monat länger. Man kann also sagen: Männer machen es häufiger, Frauen dafür länger. Laut dem Soziologen Ueli Mäder handeln Männer häufig aufbrausend, ganz nach dem Motto «heute handeln und morgen denken – egal, was es kostet». Frauen reagieren zurückhaltender, sind dafür umso beharrlicher, wenn sie streiten. Der Streitbarometer zeigt zudem, dass die Streithäufigkeit mit dem Alter abnimmt und Personen ab 66 Jahre am wenigsten streiten. Am häufigsten in Rechtsstreitigkeiten verwickelt ist die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen. Diese Altersgruppe führt doppelt so viele Rechtsstreitigkeiten wie die über 66-Jährigen.

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Zürcher und Genfer sind die grössten Streithähne auf Schweizer Strassen. Das ist eine Erkenntnis des ersten Schweizer Streitbarometers. In den Regionen Zürich und Genf führen laut TCS jährlich fast vier von hundert Personen einen Rechtsstreit infolge eines Vorfalls auf der Strasse oder im Zusammenhang mit ihrem Fahrzeug.

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Verglichen mit den anderen Grossregionen liegt die Häufigkeit in den beiden Ballungszentren demnach rund 50 Prozent höher. Streitigkeiten im Bereich der Verkehrsregelverletzungen kommen bei Zürchern also fast doppelt so häufig vor wie anderswo. «Es hat sich gezeigt, dass Zürcher und Genfer die grössten Streithähne in der Schweiz sind. In den übrigen fünf Grossregionen Espace- Mittelland, Tessin, Ostschweiz, Nordwestschweiz und Zentralschweiz wird fast nur halb so viel gestritten», sagt TCS-Sprecher Dani Graf.

Männer mehr, Frauen länger

Auch bei den Geschlechtern gibt es Unterschiede. Bei der Genderauswertung zeigt sich, dass für zwei Drittel aller Streitigkeiten Männer verantwortlich sind. Sie streiten demnach doppelt so oft wie Frauen. Besonders gross ist die Diskrepanz bei den Verkehrsregelverletzungen und den Verkehrsunfällen. Nur ein Viertel dieser Streitigkeiten gehen auf das Konto von Frauen, den Löwenanteil von 75 Prozent verantworten hingegen – wenig überraschend – die Männer. Ebenso kosten die Streitereien der Männer durchschnittlich 25 Prozent mehr. Frauen streiten dafür ausdauernder. So dauert ein Rechtsstreit bei Frauen im Schnitt fast einen Monat länger als bei Männern.

Die Herren der Schöpfung streiten also mehr, Frauen dafür länger.

Wird die Streitfrequenz rund um die Mobilität mit Fahrzeugen nach Altersgruppen betrachtet, zeigt sich ein klarer Trend. Nämlich, dass diese Streitlust mit zunehmendem Alter abnimmt. So ist die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen mit rund vier Streitigkeiten auf hundert Personen beinahe doppelt so oft in Rechtsstreitigkeiten verstrickt wie die Altersgruppe der über 66-Jährigen. Die Altersmilde lässt sich zumindest auf Schweizer Strassen also sogar statistisch belegen.

Über eine Viertelmillion Policen

Nach dem Reisebarometer hat der TCS nun erstmals seinen Streitbarometer herausgegeben. Die Auswertungen basieren auf dem Portfolio im Verkehrsrechtsschutz mit rund 263 000 Policen. Die erhobenen Daten wurden aus TCS-Rechtsschutzfällen, die im Jahr 2018 eröffnet respektive abgeschlossen wurden, gesammelt.

Künftig soll der Streitbarometer regelmässig erhoben und publiziert werden.

Zu den Ursachen für die Streitereien sagt die Studie allerdings nichts aus. Der TCS hat die Resultate jedoch mit dem emeritierten Soziologieprofessor Ueli Mäder von der Uni Basel angeschaut. Dieser vermutet, dass die Grossregionen Zürich und Genfersee sehr städtische Gebiete sind, und es deshalb dort eher an der Tagesordnung ist, sich für sein Recht einzusetzen. Zudem sei die Anwaltsdichte in diesen Gebieten höher. Auch die finanziellen Möglichkeiten seien häufig besser.

Klarer erklärbar sind indes die Unterschiede bei Mann und Frau. Aus soziologischer Sicht weist das Resultat laut Mäder darauf hin, dass «das klassische Rollenverständnis auch heute noch zutrifft». Männer handeln also häufig aufbrausend, Frauen reagieren zurückhaltender. Sie sind dafür umso beharrlicher, wenn sie streiten.

(srt)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc C. am 27.05.2019 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz ist Gesetz

    Würden sich die Leute anständig und im Rahmen der STVO benehmen, gäbe es keinen Streit. Leider gibt es zu viele Fahrer, die meinen im Recht zu sein, selbst wenn sie gegen die Einbahnstrasse fahren. Alles schon erlebt.

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  • Martin Kälin am 27.05.2019 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Da sich ja kaum einer mehr an Verkehrsregeln hält, ist das nur logisch. Man muss gewissen Verkehrsteilnehmern die Grenzen aufzeigen.

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  • ace123 am 27.05.2019 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    ist doch klar

    beide verstehen sich nicht?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Claire Marie Obrist am 28.05.2019 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nix wundern

    Sieh an , sieh an! Die Genfer und die Zürcher! Warum wundert mich das jetzt nicht?!

  • Max Meier am 28.05.2019 01:02 Report Diesen Beitrag melden

    Thurgau fahrer

    schlimmer sind Velofahrer, egal ob in ZH oder GE aber besonders im Thurgau... selbst erlebt

    • Josef Graf am 28.05.2019 01:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Max Meier

      Fahren sie mal über die Kantonsgrenze hinaus und sie werden noch staunen und stauen...

    • S.T. Au am 28.05.2019 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Josef Graf

      Danke, nein, ich staue schon genug innerhalb der Kantonsgrenzen!

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  • hst am 28.05.2019 00:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Masslos enttäuscht

    Das ist Jetzt aber was ganz neues für mich. Wo doch die Zürcher so höfliche Bürger einer Weltstadt sind. Und die Genfer, eher legere Franzosen.

  • S.F am 28.05.2019 00:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diskussionsstoff

    Komisch, dass man nicht die Geschlechter der Diversen nicht berücksichtigt. ;) #sarcasm

  • Ronja am 27.05.2019 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Velofahrer

    Am schlimmsten finde ich die Velofahrer, besonders Rennvelofahrer weiche meinen Sie müssen nebeneinander fahren und dann noch in Gruppen..

    • Denker am 27.05.2019 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ronja

      Hauptsache in jedem Fall wieder den Link zu den bösen bösen Velofahrern finden um bashen zu können - auch wenn da stehst AUTOFAHRER aber eben wer kein Leben hat muss halt seinen Frust an Feindbilder auslassen..

    • So mach ich das am 28.05.2019 07:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Ronja

      Ueberholen und Scheibenwaschanlage mit Vollgas laufen lassen, dann habe ich auch meine Freude

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