Aschewolke

16. April 2010 08:33; Akt: 16.04.2010 14:15 Print

Zürich kann keine Flieger mehr aufnehmen

Wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans müssen in der Schweiz Hunderte Flüge gestrichen werden. Auf dem Flughafen Zürich wird der Platz für Flugzeuge knapp.

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Idylle statt startende und landende Flieger am Flughafen Zürich. Sämtliche Maschinen bleiben auf dem Boden. Die Triebwerke müssen vor der Asche geschützt werden. Am Flughafen in Zürich Kloten geht gar nichts mehr. Der Airport ist fast leer. Einige Wenige verweilten in der Wartehalle. Eine Swiss-Angestellte alleine auf weiter Flur. Der Schweizer Luftraum ist seit dem 17. April ab 0.00 Uhr gesperrt. Die Passagiere von Hunderten von Flügen in Zürich müssen am Boden bleiben. Unzählige Flüge sind gestrichen. Der verlassene Flughafen Zürich. Die gestrandeten Passagieren werden mit Mineralwasser versorgt. Die massiven Störungen im Flugverkehr nach dem Vulkanausbruch in Island dauern weiter an. So sah es in Zürich am 16. April um 08.30 Uhr aus: Sämtliche Flüge Richtung Norden waren annulliert. Auch in Helsinki wurden alle Flugzeuge gegroundet. Für die gestrandeten Fluggäste mussten die Fluggesellschaften Erfrischungen, Mahlzeiten und Unterkünfte zur Verfügung stellen. Passagiere wurden gebeten, sich im Internet zu informieren und bei ihren Fluggesellschaften nachzufragen. Vor den Bahnschaltern am Frankfurter Flughafen kam es am Freitag als Folge der Luftraumsperrung zu langen Warteschlangen. Grund für das monumentale Chaos im Flugverkehr sind gigantische Aschewolken des Eyjafjallajökull-Ausbruchs auf Island. Die Aschewolke zog sich seit Donnertagnachmittag wie ein Band Richtung Süden. Meteorologen befürchten, dass sie sich weiter auf Kontinentaleuropa ausbreiten könnte. Laut Experten spuckt der ausgebrochene Vulkan auf Island weiter Asche. Es gebe kein Anzeichen, dass sich die Aktivität unter dem Gletscher Eyjafjallajökull abschwäche. Die Vulkanasche kann Piloten die Sicht nehmen und die Triebwerke beschädigen. Tausende Flüge von und nach den britischen Inseln waren bereits am 15. April ausgefallen. Als erster wurde der Londoner Flughafen Heathrow geschlossen. Danach folgten Glasgow,... ... Belfast, ... ... und Schiphol in Amsterdam. Auch in Hamburg ... ... und Madrid warteten gestrandete Passagiere auf ihre Verbindungsflüge.

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Die Swiss International Air Lines hat am Freitagmorgen wegen der Aschewolke aus Island 120 von rund 400 Flügen von und nach Zürich, Genf und Basel gestrichen. Mit weiteren Flugausfällen im Laufe des Tages sei zu rechnen, sagte eine Swiss-Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters. Die Streichungen betreffen vor allem Flüge innerhalb Europas nach Nord- und Mitteldeutschland, Nord-Frankreich, in die Benelux-Länder sowie nach Grossbritannien. Daneben seien Skandinavien, das Baltikum und Polen betroffen. Langstreckenflüge seien derzeit nicht betroffen. Lediglich bei Flügen nach Tokio müsse derzeit ein Umweg nach Süden in Kauf genommen werden, sagte die Swiss-Sprecherin.

Laut Sonja Zöchling vom Flughafen Zürich sind am Freitagmorgen bis um 10.30 Uhr bereits 203 Flüge von und nach Zürich gestrichen worden. «Die Zahl wird sich aber im Laufe des Tages erhöhen», sagt Zöchling. Betroffen sind wie am Vortag alle Destinationen nördlich einer Linie von Paris bis Frankfurt.

Passagiere, die für Freitag einen Flug geplant hatten, sollten sich mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung setzen, rät Zöchling. Es bringe nichts, an den Flughafen zu kommen. Diesen Rat scheinen bislang viele Passagiere zu beherzigen: Laut Zöchling gibt es am Flughafen Zürich bisher keine gestrandeten Passagiere. Allerdings ist der Online-Timetable praktisch nicht erreichbar. Die Webseite ist total überlastet.

Zürich kann keine Flugzeuge aufnehmen

Eng werde es dagegen bei den Standplätzen für Flugzeuge. «Wir müssen Ausweichflüge ablehnen, weil wir keinen Platz mehr haben», sagt Zöchling. Nicht betroffen sind die Langstreckenflüge der Swiss.

Auch auf dem Flughafen Genf kam es bereits wieder zu zahlreichen Ausfällen. Alle Flüge nach Grossbritannien, aber auch Paris, Amsterdam, Frankfurt und Brüssel wurden annulliert, wie Flughafensprecher Bertrand Stämpfli auf Anfrage sagte. Insgesamt fielen am frühen Morgen bereits je 35 An- und Abflüge aus.

Ausfälle bereits am Donnerstag

Bereits am Donnerstagnachmittag führte das Flugchaos zu dutzenden Ausfällen in der Schweiz. Der Flughafen Zürich hatte bis um 17 Uhr 80 Flüge annulliert. In Genf waren 25 Prozent des gesamten Flugverkehrs beeinträchtigt. Über 100 Flüge wurden annulliert. Flughafensprecher Bertrand Stämpfli bezeichnete die Situation bereits gestern als «ernst». London ist für den Flughafen Genf die wichtigste Flugdestination.

54 Swiss-Flüge annulliert

Die Fluggesellschaft Swiss war ebenfalls stark betroffen. Bis gestern Donnerstagmittag wurden insgesamt 54 Flüge annulliert. Dies entspreche rund einem Achtel aller Verbindungen der Airline, teilte die Swiss mit. Der Vulkanausbruch habe «gröbere Konsequenzen» für den Flugverkehr, betont Donzel. Die Swiss wird auch am Freitag durch die Schliessung diverser Flughäfen Flüge annullieren müssen.

Video der Eruption

(meg/aeg/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • It's me, Dürüm am 16.04.2010 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Lunge

    Meine arme Nichtraucher-Lunge wird nun so stark psiv belastet, dass ich die frische Luft mehr meide als Bars, in denen geraucht wird :-(

  • Balkon Tante am 16.04.2010 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Balkon voll Asche?

    Zum Glück habe ich letzte Samstag meine Terassse noch nicht geputzt und noch nicht umgetopft.... ;)

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  • Ric Stalder am 16.04.2010 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    sehr amüsant...

    Ich lese hier diese Kommentare mit einem lachenden und einem weinenden Auge... Soviel Unsinn, Panikmacherei und sonstiger BS habe ich ja noch selten gelesen. Leute es ist nur ein Vulkanausbruch und jetzt dürfen wir halt mal ein paar Tage nicht fliegen, so be it. Was ihr hier wieder alle für ein Theater macht ist doch echt übertrieben. Und wenn ich Fragen lese wie "darf ich meine Katze noch aus dem Haus lassen?" dann knall ich mir echt mal die Hand an die Stirn... :P

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Die neusten Leser-Kommentare

  • klkjklk am 21.04.2010 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    klkjklkj

    Die sind auch nur Menschen die Experten!!!!!

  • Michael am 21.04.2010 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wir können nicht alles kontrollieren

    Bravo. Dieses Ereignis, wenn auch nervig und umständlich für viele Reisende zeigt es doch, wie uns die Natur mit einem Vulkanausbruch aus dem "Takt" bringen kann. Kein Flugzeug startet mehr, alles am Boden. Trotz unendlicher Technologie, die wir alle schätzen, zeigt es wer der Chef auf dem Platz Erde ist: die untechnologisierte Natur!

  • wohewana am 20.04.2010 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen

    Nun regen sie sich wieder auf, weil ihr geplantes Leben nicht entsprechend verläuft ! Nur weil da im hohen Norden mal ein Berg hustet !! Wie sieht unser Leben aus, wenn die Eifel mal wieder Lava spuckt ?! Oder der Hot Spot im Yellow Stone Nationalpark ausbricht ? Dann besteht berechtigte Besorgnis um unser Leben !

  • Gestrandeter Fluggast am 19.04.2010 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Asche

    Diese sogenannten "Experten" gehören sofort entlassen. Auch sollten ihnen alle Kosten verrechnet werden. Das ist wei bei der Vogelgrippenhysterie, völlig übertrieben und reine Angstmacherei. Wahrscheinlich haben sich jetzt wieder einige eine goldene Nase verdient mit dieser Angstmacherei. Also öffnet sofort den Luftraum über Europa und verarscht nicht den zahlenden Passagier.

  • Christian Rusch am 19.04.2010 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Vulkanausbruch

    Die Linken könnten das Thema doch gleich aufnehmen und eine Asche-Abgabe einführen.