Finanzausgleich

08. Juli 2014 11:57; Akt: 08.07.2014 13:49 Print

Zürich und Zug zahlen noch mehr an die Berner

Im nächsten Jahr müssen die reichen Kantone nochmals deutlich mehr in den Finanzausgleich einzahlen. Am meisten Geld erhält wie bisher der Kanton Bern.

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Zürich, Zug, Schwyz, Obwalden und Genf müssen 2015 pro Kopf am meisten in den Finanzausgleich einzahlen. (Bild: EFD)

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Die provisorischen Zahlen für den Finanzausgleich zwischen den Kantonen für 2015 sind da. Die drei grössten Geberkantone bleiben weiterhin die gleichen: Zürich, Zug und Genf. Das geht aus den Zahlen hervor, welche die Eidgenössische Finanzverwaltung am Dienstag veröffentlichte. Aus dem Ausgleich profitiert wie bisher der Kanton Bern.

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417 Millionen Franken muss der Kanton Zürich einzahlen. Dies sind fast 50 Millionen Franken mehr als noch in diesem Jahr und stellt den grössten Einzahlungsbetrag dar. Zug zahlt mit 317 Millionen Franken 37 Mio. Fr. mehr ein, während Genf mit 256 Millionen Franken deutlich weniger beisteuern wird – minus 14 Millionen Franken.

Bern erhält 1,23 Milliarden Franken

Spitzenreiter in absoluten Zahlen bei den Nehmerkantonen bleibt der Kanton Bern, der mit rund 1,23 Milliarden Franken etwa gleich viel wie dieses Jahr erhält. Es folgt das Wallis (560 Mio. Fr.), das 46 Millionen Franken mehr erhält als 2013.

Auf dem dritten Platz der Nehmerkantone findet sich Freiburg (417 Mio. Fr. ), obwohl es rund 26 Millionen Franken weniger erhält als im Vorjahr. Der Kanton St. Gallen erhält hingegen rund 13 Millionen Franken und gehört damit mit 405 Millionen Franken zu denjenigen vier Kantonen, welche mehr als 400 Millionen Franken erhalten.

Tessin wieder ressourcenschwacher Kanton

Das Tessin wechselt wieder zur Gruppe der ressourcenschwachen Kantone. Dennoch wird der Kanton nicht vom Geber zum Nehmer: Denn das Tessin erhielt auch dieses Jahr Gelder aus dem Finanzausgleich – als einziger ressourcenstarker Kanton.

Dies liegt daran, dass der Kanton aus dem Lastenausgleich eine hohe Entschädigung aufgrund seiner Bevölkerungsstruktur und geografisch-topografischen Lage erhält. Nächstes Jahr wird das Tessin 35 Millionen Franken erhalten, knapp 10 Millionen Franken mehr als 2014.

Wie im laufenden Jahr gehören neun Kantone zu den Netto-Zahlern und siebzehn Kantone zu den Netto-Bezügern. Die Kantone können nun zu den Berechnungen Stellung nehmen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger am 08.07.2014 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bern

    Bern, unser Griechenland!

    einklappen einklappen
  • chregi f am 08.07.2014 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stopp Steuersenkung der Bezüger

    Man soll einführen, dass Finanzausgleichsbezüger die Steuern nicht senken dürfen. Notfalls 1-2% anheben.

    einklappen einklappen
  • Seppli1966 am 08.07.2014 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird immer mehr.

    Kohäsion der Schweiz ist absolut zentral, aber die sollten schon bremsen. Bisschen Schuldenbremse Strategie ist angesagt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris am 09.07.2014 07:21 Report Diesen Beitrag melden

    neue Vorschläge

    Die Diskussion muss geführt werden. Gar keine Frage. Wir dürfen aber an dieser Stelle auch nicht vergessen, dass Bern absolut gemessen an BIP immer noch der 2 stärkste Kanton ist in der Schweiz. Pro Kopf sogar im oberen Mittelfeld. somit ist es keine Frage des Einkommens. Wo Überlegungen gemacht werden müssen, ist wie wir in allen "strukturschwachen" Kantonen die Kosten optimieren können. Der Kanton Bern ist nun mal belastet mit vielen Randgemeinden die per se nicht profitabel sind. Besser konstruktive Vorschläge als das einseitige Gemotze gegen Kantone wäre viel angebrachter an dieser Stelle

  • Peter am 09.07.2014 04:45 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerharmonsierung schweizweit

    Vielleicht müsste man etwas ernsthafter über die schweizweite Harmonisierung der Steuern sprechen. Es kann ja nicht sein, dass man bei diesem Thema in den Kategorien 'faul und fleissig' oder 'sparsam und verschwenderisch' denkt. Es geht um Territorien und Bevölkerungsstrukturen mit völlig unterschiedlichen Voraussetzungen.

  • m.h. am 09.07.2014 03:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird Zeit

    Es wird wohl Zeit das unsere Kantone vorallem die Landkantone oder wie sie andere nenne Bünzlikantone lernen zu sparen. kann nicht sein das wir Jahre lang uns den Allerw....aufreisen nur weil andere Kantone mehr ausgeben als sie einnehmen

  • diet am 09.07.2014 01:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ansage

    Zeit für Sezession. keinen bock mehr auf die ganzen versagerkantone ;) kann doch nicht sein, dass das über jahrzehnte immer gleich läuft.

  • Hans Ochsner am 09.07.2014 01:09 Report Diesen Beitrag melden

    Misswirtschaft lohnt sich!

    Ist ja prima, das muss man sich merken! Es gibt Grenzen der Solidarität. Und ich denke, dass diese Überschritten sind.