12. April 2005 13:54; Akt: 12.04.2005 13:58 Print

Zufriedene SBB

Die SBB ist zufrieden mit dem «Schlüsseljahr» 2004: Die Passagierzahlen stiegen und der Güterverkehr ist auf dem Weg in die schwarzen Zahlen.

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Das zusätzliche Angebot durch den Fahrplanwechsel im Dezember wird rege genutzt. Noch ungelöst sind die Probleme der SBB-Pensionskasse. Sie könne für sein Unternehmen «ein existenzielles Problem» werden, sagte SBB- Chef Benedikt Weibel am Dienstag vor den Medien in Zürich. Die Pensionskasse erlitt einen Verlust von 200 Millionen Franken, der Deckungsgrad sank von 94,9 auf 83,4 Prozent Ende 2004.

Ohne die Rückstellungen von 150 Millionen Franken für die Pensionskasse wäre 2004 ein Konzerngewinn von 192,6 Millionen Franken erzielt worden. Die verbleibenden 42,6 Millionen Franken liegen noch immer deutlich über den 24,9 Millionen des Vorjahres.

Mehr Stammkunden und Gelegenheitsfahrer

Beim Personenverkehr wurde der Gewinn von 93,4 auf 152,2 Millionen Franken gesteigert. Insgesamt zählte die SBB im letzten Jahr 253,4 Millionen Reisende, etwa 2,5 Millionen mehr als im Vorjahr, wie Verwaltungsratspräsident Thierry Lalive d'Epinay ausführte. Auch die Zahl der Personenkilometer sei um zwei Prozent auf 12,6 Milliarden gestiegen.

Es gab laut Lalive d'Epinay sowohl mehr Stammkunden als auch mehr Gelegenheitsfahrer. Die Zahl der Generalabonnemente stieg von 264 000 auf 281 000. Auch seien mehr Einzelreisen-Billette verkauft worden. Namentlich der Verkauf von Billetten zum vollen Preise sowie von Erst-Klass-Billetten habe zugelegt.

Cargo-Marktanteil-Verlust wieder kompensiert

Beim Güterverkehr wurde trotz grösseren Aufwendungen für den Auf- und Ausbau des Auslandgeschäftes in Deutschland und Italien der Jahresverlust deutlich reduziert. Nach Verlusten von 96,1 und 33,1 Millionen in den Vorjahren betrug das Minus 2004 von SBB Cargo noch 2,8 Millionen.

Die nach der Liberalisierung verlorenen 45 Prozent Marktanteile im alpenquerenden Transitverkehr durch die Schweiz seien durch Transportleistungen in Deutschland und Italien und einen Zuwachs im Binnengeschäft «mehr als kompensiert» worden, sagte Lalive d'Epinay. «Erstmals seit einer Generation» werde der Güterverkehr im 2005 einen Gewinn erwirtschaften, erwartet Benedikt Weibel.

Das Betriebsergebnis von SBB Immobilien stieg von 127,9 auf 144,3 Millionen Franken. Stark ins Gewicht gefallen sei die Umsatzsteigerung um 13,2 Prozent bei den grossen sieben RailCity- Bahnhöfen.

Nach Fahrplanwechsel: «12 Prozent Neubaustreckeneffekt»

Zufrieden ist Benedikt Weibel mit der Fahrgastentwicklung nach dem historischen Fahrplanwechsel vom 12. Dezember: In den sieben grössten Bahnhöfen seien die Kundenfrequenzen um gegen zehn Prozent angestiegen. In den Nonstopp-Zügen zwischen Zürich und Bern beobachtete die SBB laut Weibel einen «Neubaustreckeneffekt von plus zwölf Prozent».

Der neue Fahrplan hat sich laut Weibel als sehr stabil erwiesen. Schnee und Eis hätten jedoch im Januar zu einem sprunghaften Anstieg der Störungen geführt. «Alles lässt sich aber nicht mit der Wetterlage erklären», sagte der SBB-CEO.

Die SBB bemühe sich um ein effizienteres Störungsmanagement. Seit Jahren eine grosse Schwäche sei die Information der Passagiere bei Betriebsstörungen. Hier würden - auch mit mehr Personal - deutliche Verbesserungen angestrebt.


(sda)