Zugbegleiter klagen

17. Februar 2019 21:28; Akt: 17.02.2019 21:56 Print

«Wir sind oft alleine unterwegs»

Angepasste Stellenprofile und flexible Arbeitspläne: Mit dem Fahrplanwechsel hat sich für SBB-Zugbegleiter einiges geändert. Laut Zugpersonalverband nicht nur zum Positiven.

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Sie sind oft alleine unterwegs – selbst auf sehr langen Strecken und in sehr langen Zügen mit hohem Passagieraufkommen: Die SBB-Zugbegleiter sind unzufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen.

Seit dem Fahrplanwechsel am 8. Dezember 2018 sei die Stimmung bei den Zugbegleitern schlecht, schreibt der «SonntagsBlick». Wie Andreas Menet, Präsident des Zugpersonalverbands, gegenüber der Zeitung sagt, ist es allein unmöglich, 800 Passagiere angemessen zu begleiten. Insbesondere, wenn dann noch eine technische Störung auftrete.

Auch nach 22 Uhr sind die Zugbegleiter regelmässig allein unterwegs. «Das gefährdet die Sicherheit des Personals», so Menet.

Zu früh für Fazit

Vermehrt werden die Zugbegleiter seit Anfang Dezember wechselweise im Regional- und Fernverkehr und an Bahnhöfen eingesetzt. Dort beantworten sie in gelben Westen Fragen der Kunden. Nicht nur das Stellenprofil der Zugbegleiter wurde angepasst – auch die Arbeitspläne sind seit dem Fahrplanwechsel flexibler.

Für Grossereignisse und stark frequentierte Züge kann so kurzfristig Personal abgezogen werden. Kundenbegleiter in anderen Regionen müssen dann allein klarkommen. Das mache grundsätzlich Sinn, so Menet. Die Ausnahme sei allerdings zur Regel geworden. «Ständig werden aus irgendeinem Grund Leute abgezogen, und wir sind dann oft alleine unterwegs.»

Die SBB verteidigen das neue Konzept. Es gelte erst seit zwei Monaten – da sei es für ein belastbares Fazit noch zu früh, sagte ein Sprecher.

(scl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pendler am 17.02.2019 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Spiess umdrehen

    Ich wäre dafür, dass diejenigen, die solche Entscheidungen fällen, eine Woche die Arbeiten eines Zugbegleiters machen - selbstverständlich alleine und auch während der Nacht.

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  • LaMamma am 17.02.2019 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Respekt,bei dem heutigen Publikum möchte ich nicht mehr alleine für eine Kontrolle zuständig sein.

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  • Äs Be Be am 17.02.2019 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrplan

    Genau so mit dem Fahrplan... Mein Arbeitsweg hat sich um 30min verlängert... Und im Zug hab sie Flyer ausgelegt mit Ruckzuck am Ziel... Was für eine Ironie! Wenn die Billete wenigstens günstiger weden würden...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nobody am 18.02.2019 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch SBB

    Umstrukturierungen sind ja gut und wichtig für ein solches Unternehmen! Jedoch sollte man auch mal einsehen wenn etwas nicht so gut läuft! Das lässt aber leider das Ego vieler Managern nicht zu! Alles wird schöngeredet und die Verantwortung nach unten abgeschoben! Scheitern verboten... aber auf kosten der Mitarbeiter! Stichwort Nors

  • edi am 18.02.2019 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genug

    na dann sucht euch einen anderen Job. gibt genug. was wollt ihr ? Am besten noch ein Model ? es gibt noch viel schwerere Jobs die alleine gemacht werden...und wegen einpaar Streitigkeiten im Jahr jammert ihr ....?

  • Marcel Jörg am 18.02.2019 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lokführer

    Wir Lokführer sind immer alleine. Tag und nacht

  • SBBler am 18.02.2019 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ständig alles "neu"

    .....und derjenige, welche VM (Verkehrsmanagement) oder das Zugpersonal kaputtgespart/reoganisiert hat, sitzt jetzt in Bern bei x-fachem Mehrgehalt :-( Zum Glück konnte ich vom Zugpersonal zum Lokführer wechseln. Danke Toni, toll gemacht

  • moreno am 18.02.2019 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne kleine Mitarbeiter geht es nicht

    wäre langsam Zeit um etwas zu Unternehmen, und zwar schon morgen. Gewalt hat stark zugenommen......sonst Kunden noch alle zugbegleiter !