Finanzausgleich

27. Dezember 2013 14:15; Akt: 27.12.2013 14:44 Print

Zuger finanzieren den Wallisern die frühe Rente

Das Wallis schickt seine Beamten bereits mit 62 in Rente – und kassiert Millionen aus dem Finanzausgleich. Dagegen wehrt sich jetzt der Zuger Nationalrat Bruno Pezzatti.

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«Unverständlich», sagt der Zuger Nationalrat Bruno Pezzatti (l.) zur Regelung der Walliser Beamtenpensionierung. «Krämergeist», kontert der Walliser Nationalrat Oskar Freysinger. (Bild: Keystone)

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Walliser Angestellte werden mit 62 Jahren pensioniert, Polizisten sogar mit 60 Jahren. Gleichzeitig erhält der Kanton jährlich mehr als 500 Millionen Franken aus dem Nationalen Finanzausgleich (NFA).

Ganz anders im Kanton Zug, der pro Kopf am meisten in den NFA zahlt. Hier gehen die Angestellten mit 65 in Rente. «Das ist unverständlich», sagt deshalb der Zuger FDP-Nationalrat Bruno Pezzatti in der «Luzerner Zeitung».

Pezzatti fordert, dass die NFA-Zahlungen an bestimmte finanzpolitische Mindestanforderungen geknüpft werden. Er will unter anderem verhindern, dass das Rentenalter in den Nehmerkantonen tiefer ist als in den Geberkantonen.

NFA-Gelder sind nicht zweckgebunden

Pezzattis Forderungen stossen im Wallis auf Unverständnis. «Ein solcher Krämergeist schadet dem nationalen Zusammenhalt», sagt der Walliser Regierungs- und Nationalrat Oskar Freysinger (SVP). Schliesslich seien die NFA-Gelder nicht zweckgebunden.

Das sieht auch der Bundesrat so. Er lehnt Pezzattis Vorschlag ab mit der Begründung, dass der NFA nur Sinn mache, wenn die Mittel zweckfrei blieben.

(kmo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Suomi am 27.12.2013 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Da hat er föllig recht

    Es kann doch nicht sein, dass ein Zuger Polizist bis 65 arbeitet, Steuern bezahlt, nur damit dieses Geld dann ins Wallis geschickt wird wo sie einem 61 Jährigen damit die Rente bezahlen. Ist doch föllig Paradox. Grundsätzlich ist dieser Finanzausgleich ja nicht schlecht, nur sollte dann sichergestellt werden, dass in den Nehmerkantonen auch die gleichen Voraussetzungen herrschen. Die Deutschen hätten den Rettungsschirm an Griechenland schliesslich auch nicht bezahlt wenn die weiter mit 50 in Rente geangen wären.

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  • Sepp am 27.12.2013 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Bestrafen der willigen

    Der Finanzausgleich ist grundsätzlich in der heutigen Form falsch. Er belohnt die "faulen" und bestraft die fleissigen. Er motiviert dazu, Geld auf der einen Seite unnötig auszugeben und bringt keinerlei Anreize sich zu verbessern für die andere Seite.

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  • Hannes Janker am 27.12.2013 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zwecklos

    Beim NFA bräuchte es schon lange eine Reform. Nur das Problem ist, dass die zahlenden Kantone insgesamt viel weniger Einwohner haben, als die Kassierenden. Eine nationale Abstimmung würde also nichts bringen, weil die Kassierer eh nicht für die Abschaffung der NFA wären...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hopi am 28.12.2013 00:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NFA Berapper aus Zug

    Mit über 2600 CHF pro Kopf an den NFA ist Zug die Melkkuh der Schweiz. Solidarität spielt mit, keine Frage. Interessant hierbei das Abstimmungsverhalten an der letzten Gemeindeversammlung einer der prosperierendsten Gemeinden des Kantons: fast unisono wurden relativ harte Sparmassnahmen durchgewunken! man fragt sich nun, für was. Wenn die, die eigentlich sparen müssten, weil sie am Tropf hängen, das Geld (das sie nicht selber erwirtschaften), dafür mit beiden Händen ausgeben.

  • a.tscharner am 27.12.2013 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    Finanzausgleich passe!

    Der Finanzausgleich passt nicht mehr in die heutige Zeit, also abschaffen!

  • Etro am 27.12.2013 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Tendenziös

    Die Zuger finanzieren nicht den Wallisern, sondern den Walliser Beamten die Frührente. Das ist ein großer Unterschied. Es ist richtig und wichtig dass man auf diese Frühpensionierungen hinweisst, aber wir Walliser können nichts dafür, dass die Beamten sich da so selber bedienen können. Bitte hört mit diesen tendenziösen Artikeln gegen die Walliser endlich auf.

    • Ein Arbeiter am 28.12.2013 01:36 Report Diesen Beitrag melden

      Beamtenrente

      Allgemein wieso dürfen die Beamten früher in Pension als normale Arbeiter,ein normaler Arbeiter hat ja mehr getan als diese Sesselkleber die uns sowieso nur schikanieren

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  • Hans Hutter am 27.12.2013 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    NFA IST der Fehler

    Der NFA muss nicht reformiert, sondern abgeschafft werden, da dadurch der nützliche Steuerwettbewerb untergraben wird. Es ist nicht nur bei den Wallisern, sondern auch bei den Bernern völlig unverständlich, dass diese Geld aus dem NFA erhalten. Bern hat einen Flughafen, ist bestens an das Strassen- und Bahnnetz angeschlossen. Wo sind da die strukturellen Nachteile, die ausgeglichen werden sollen? Etwa in den Berggebieten (Gstaad)?

  • Jérôme Beauverd am 27.12.2013 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Rentenalter 62

    Die SVP ist jetzt für Rentenalter 62? Gute Nachricht!!!

    • hansli am 28.12.2013 00:35 Report Diesen Beitrag melden

      oh jehhhhh

      @Jérôme Beauverd: lesen würde bilden! sie lesen doch nur, was sie wollen und schon ist wieder ein SVP bashing geboren. wieder ein links wähler, der beweist, dass der IQ von 75 nicht überschritten werden kann.

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