Bericht des Bundes

01. Juli 2019 11:30; Akt: 01.07.2019 11:34 Print

Löhne laut Seco nicht von Zuwanderung abhängig

Einheimische werden laut Seco von der Zuwanderung nicht aus dem Arbeitsmarkt gedrängt. Auch einen Lohndruck durch die Personenfreizügigkeit verneint das Seco.

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Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit auf den Schweizer Arbeitsmarkt und die Sozialversicherungen untersucht. Es kommt zum Schluss, dass von der Zuwanderung aus EU/EFTA-Staaten in den letzten Jahren kein signifikanter Lohndruck auf die in der Schweiz ansässige Bevölkerung ausgegangen ist. Dazu haben gemäss Seco die flankierenden Massnahmen zum Schutz der Lohn- und Arbeitsbedingungen beigetragen. Das Lohnwachstum sei in den letzten Jahren über alle Lohnklassen ausgeglichen, heisst es weiter. Sowohl positive wie auch negative Lohnunterschiede zwischen Zugewanderten und Ansässigen seien zum Beispiel mit Unterschieden hinsichtlich Alter, berufliche Stellung und Branchentätigkeit zu erklären. Vergleichsweise höher falle die nicht erklärbare Lohndifferenz zwischen Grenzgängern und Schweizern oder niedergelassenen Ausländern aus. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Einheimische von der Zuwanderung aus dem Arbeitsmarkt gedrängt würden, heisst es weiter. Zudem würde sich die Zuwanderung aus dem EU/EFTA-Raum positiv auf die AHV auswirken, sie bremse die demografische Alterung der Schweiz. Die Nettozuwanderung aus dem EU/EFTA-Raum blieb 2018 mit rund 31'200 Personen gegenüber dem Vorjahr praktisch konstant. Der Anteil der Zugewanderten am Total der Arbeitskräfte betrug 2018 32 Prozent. Damit lag die Schweiz europaweit hinter Luxemburg an zweiter Stelle. Den grössten Anteil an der EU/EFTA-Nettozuwanderung in die Schweiz hatten Personen aus Nord- und Westeuropa, gefolgt von Osteuropa.

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Von der Zuwanderung aus EU/EFTA-Staaten ist in den letzten Jahren kein signifikanter Lohndruck auf die in der Schweiz ansässige Bevölkerung ausgegangen. Dazu haben gemäss Seco die flankierenden Massnahmen zum Schutz der Lohn- und Arbeitsbedingungen beigetragen.

Zu diesem Schluss kommt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) im 15. Bericht des Observatoriums zum Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU, der am Montag in Bern vorgestellt wurde. Darin werden die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit auf den Schweizer Arbeitsmarkt und die Sozialversicherungen untersucht.

Lohnwachstum ausgeglichen

Das Lohnwachstum sei in den letzten Jahren über alle Lohnklassen ausgeglichen, heisst es weiter. Sowohl positive wie auch negative Lohnunterschiede zwischen Zugewanderten und Ansässigen seien zum Beispiel mit Unterschieden hinsichtlich Alter, berufliche Stellung und Branchentätigkeit zu erklären.

Vergleichsweise höher falle die nicht erklärbare Lohndifferenz zwischen Grenzgängern und Schweizern oder niedergelassenen Ausländern aus. 2016 war diese mit minus 4,5 Prozent zudem etwas stärker ausgeprägt als 2002 mit minus 3,3 Prozent.

Bei einer regional differenzierten Analyse wird deutlich, dass die unerklärte Lohndifferenz bei Grenzgängern in der Schweiz zu einem erheblichen Teil auf die besondere Situation in der italienischsprachigen Schweiz zurückgehe. In dieser Region war die nicht erklärte Lohndifferenz 2016 mit minus 8 Prozent am grössten.

Erwerbsquote gesteigert

Eine Analyse der Arbeitslosen- und Erwerbslosenquote zeigt gemäss Bericht, dass die Erwerbsquote für Schweizer wie auch EU-Staatsangehörige in den Jahren 2010 bis 2018 stetig zunehme. Dies unterstreiche die hohe Komplementarität der Zuwanderung aus dem EU/EFTA-Raum.

Es gebe keine Hinweise darauf, dass Einheimische von der Zuwanderung aus dem Arbeitsmarkt gedrängt würden, heisst es weiter. Zudem würde sich die Zuwanderung aus dem EU/EFTA-Raum positiv auf die AHV auswirken, sie bremse die demografische Alterung der Schweiz. Insgesamt sei das Bevölkerungswachstum in den vergangenen zehn Jahren zu 42 Prozent auf Ausländer im Erwerbsalter zurückzuführen.

Nettozuwanderung konstant

Die Nettozuwanderung aus dem EU/EFTA-Raum blieb 2018 mit rund 31'200 Personen gegenüber dem Vorjahr praktisch konstant. Der Rückgang der Jahre 2013 bis 2017 setzte sich auf Grund der etwas stärkeren Arbeitskräftenachfrage in der Schweiz im letzten Jahr somit nicht mehr weiter fort. Der Wanderungssaldo von EU/EFTA-Staatsangehörigen lag auch 2018 mehr als 50 Prozent unter dem Rekordjahr 2013 (68'000).

Die Nettozuwanderung aus Drittstaaten (23'400) nahm 2018 um 800 Personen leicht zu. Damit resultierte mit einem Plus von 54'600 ein Gesamtwanderungssaldo, der deutlich unter dem jährlichen Durchschnitt seit Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommen mit der EU lag.

Schweiz an zweiter Stelle

Der Anteil der Zugewanderten am Total der Arbeitskräfte betrug 2018 32 Prozent. Damit lag die Schweiz europaweit hinter Luxemburg an zweiter Stelle. Den grössten Anteil an der EU/EFTA-Nettozuwanderung in die Schweiz hatten Personen aus Nord- und Westeuropa, gefolgt von Osteuropa.

Die Westschweiz und das Tessin hatten in den letzten Jahren insgesamt höhere Wanderungszuschüsse und stärkere Zunahmen von Grenzgängerbeschäftigten zu verzeichnen als die Deutschschweiz.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mara am 01.07.2019 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Zahlen der Ausgesteuerten?

    Wo sind die Ausgesteuerten? Das sind fast ausschliesslich Schweizer. Jedes Jahr TAUSENDE!!! Sie werden ausgesteuert weil sie entlassen wurden weil ihre Löhne zu hoch waren , danach arbeitslos waren und nun keinen Anspruch mehr auf das Arbeitslosengeld haben. Wenn das Seco dies nicht berücksichtigt, ist das eine Aussage ohne Relevanz.

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  • Swissie am 01.07.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Pah...

    Wer's glaubt, wird selig....

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  • Sandroh am 01.07.2019 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glaub nicht alles!

    Mann kann alles schönreden! In der Praxis sieht es anders aus!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • FASANO am 01.07.2019 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Die Zuwanderung drückt Löhne.

    Die Zuwanderung verdrängt sehr wohl Leute aus dem Job. Und so gehts: Migranten erhalten vom Bund pro Jahr Fr. 12'000 an ihren Lohn. Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk lässt nach eigenen Angaben Migranten in eigenen Betrieben im 1. Arbeitsmarkt zum Mindestlohn abzüglich der Fr. 12'000 arbeiten (bspw. Take away Schaffhausen). Ein Stellenbewerber, der da um Fr. 1000 schlechter als ein Migrant gestellt ist, müsste für ca. Fr. 3200 Brutto / Fr. 2750 netto arbeiten. Davon profitieren einzig das SAH als Arbeitgeber und Migranten als Arbeitnehmer. Und der Normalo bezahlt beide über seine Steuern.

  • Pepper am 01.07.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sind wir mal ehrlich

    Sind wir mal ehrlich, wir das von Gott gesegnete Volk, warum sollten wir für wenig Geld arbeiten, dafür sind die Ausländer da, für irgendwas gibt es die ja. Sarkasmus aus. Und jetzt mal wirklich, auch Unternehmen haben leider Budgets die sie erreichen wollen / sollen, und wir sind ja alle mit schuld daran, denn wenn eine Bank nur wenig mehr dritte Säule Zins zählt, wechseln wir alle, und setzen am Schluss Druck auf, auf die Erwartung des Aktienkurses

  • Alexander65 am 01.07.2019 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieder mal...

    eine teure Studie mit Schrott-Charakter, welche das Papier nicht wert ist, auf dem sie geschrieben wurde...

  • secondo am 01.07.2019 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Firmen sollen bezahlen

    Besser noch für jeden eingewanderten Arbeitnehmer den eine Firma anstellt. Muss die Firma 50 Prozent des Bezahlten Lohnes an die Arbeitslosenkasse bezahlen, damit die Billig Arbeitnehmer nicht mehr von intrresse sind.

  • Walter Portmann am 01.07.2019 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    Nein zum Rahmenabkommen

    Und ich behaupte genau das Gegenteil, also Wort gegen Wort. Das Seco sollte neutral bleiben und nicht einfach pro EU Stimmung machen wollen !!