Strafverfahren eröffnet

05. September 2017 22:19; Akt: 05.09.2017 23:24 Print

Zwei Frauen aus Biel zogen in den Jihad

Die beiden Freundinnen sollen in der Schweiz von den Ideen der Terrormiliz verführt worden sein. Ob sie noch am Leben sind, ist nicht bekannt.

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Das Schicksal der Jihad-Reisenden ist unklar: Die Ar'Rahman-Moschee in Biel. (Archiv)

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Zwei Schweizerinnen aus der Region Biel haben sich gemäss Recherchen von «10vor10» im August 2014 der IS-Terrormiliz in Syrien angeschlossen. Vor ihrer Ausreise standen sie in Kontakt mit dem Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) und verkehrten in der Bieler Ar'Rahman-Moschee.

Bei der ersten Frau handelt es sich um eine heute 23-Jährige aus einer in Nidau wohnhaften tunesischen Familie. Vor sechs Jahren wurde sie von der Gemeinde eingebürgert. Nachdem sie die Handelsmittelschule in La Neuveville absolviert hatte, traf sie in Bern mehrmals Ferah Ulucay, die heutige Generalsekretärin des IZRS. Ulucay habe die Frau von der Sympathie zum Islamischen Staat «mit islamischen Argumenten» abzubringen versucht. Dies, nachdem sie auf dem Handy der Frau das Logo der Terrormiliz gesehen hatte, berichtet «10vor10».

Bundesanwaltschaft reagiert

Die zweite Frau stammt aus einer Schweizer Familie. Die heute 35-Jährige konvertierte zum Islam und war eine aktive Helferin im IZRS. Ulucay bezeichnet die Frau als ehemalige Freundin und hält fest, dass der IZRS die Frau nicht radikalisiert habe. Vielmehr sehe sie die Frau als Opfer der IS-Propaganda – und der Islam-Feindlichkeit in der Schweiz.

Die Bundesanwaltschaft (BA) habe gemäss «10vor10» ein Strafverfahren gegen die beiden Frauen eröffnet – wegen des Verdachts der Beteiligung an bzw. der Unterstützung einer kriminellen Organisation (Art. 260ter StGB). Weil die beiden Frauen sich noch immer im Ausland – höchstwahrscheinlich in der syrischen Stadt Rakka – befänden und weitere Ermittlungen nicht möglich seien, sei das Verfahren derzeit sistiert.

(nag)