08. Februar 2007 10:41; Akt: 09.02.2007 01:34 Print

Zweitteuerstes Gesundheitssystem der Welt

Das Gesundheitswesen in der Schweiz hat 2005 rund 52,9 Milliarden Franken gekostet. Der Anstieg ist markant: Ein Fünftel in fünf Jahren. Besonders stark sind die Kosten bei den Krankenhäusern gestiegen.

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Der Ressourcenanteil wuchs von 10,4 auf 11,6 Prozent des BIP. Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz in der Rangliste der in der OECD zusammengeschlossenen Industriestaaten mit diesem Anteil an zweiter Stelle hinter den Vereinigten Staaten (15,3 Prozent). Als nächstplatzierte Länder folgen Deutschland (10,9) und Frankreich (10,5).

Die Kosten des Gesundheitswesens haben zwischen 2000 und 2005 um 22 Prozent zugenommen, d.h. um durchschnittlich 4,1 Prozent pro Jahr. Die geringsten Zunahmen fielen mit 2,5 Prozent auf die Jahre 2004 und 2005.

Mehr ambulante Behandlungen

Die Krankenhauskosten nahmen zwischen 2000 und 2005 um jährlich 4,4 Prozent und damit etwas mehr als die Gesamtkosten zu. Die ambulante Behandlung in den Krankenhäusern wies einen starken Kostenzuwachs von durchschnittlich 10,3 Prozent pro Jahr gegenüber 3,2 Prozent für die stationäre Behandlung auf.

Damit ist der Anteil der ambulanten Behandlungskosten an den Gesamtkosten des Gesundheitswesens von 5,0 Prozent auf 6,6 Prozent im Jahr 2005 angewachsen. Das BFS führt dies teilweise auf die Anwendung von weniger invasiven medizinischen Techniken zurück, die mehr ambulante Behandlungen ermöglichen.

Abnahme der Präventionsausgaben

Die Kosten der Institutionen für Betagte und Chronischkranke nahmen um durchschnittlich 4,9 Prozent pro Jahr zu. Die Kosten der Institutionen für Betagte sind von 12 Prozent der Gesundheitsausgaben auf 12,4 Prozent angestiegen. Seit 2002 hat sich dieser Anteil kaum verändert.

Die Ausgaben für die Prävention legten zwischen 2000 und 2005 mit durchschnittlich 2,1 Prozent pro Jahr weniger stark zu als die Gesamtkosten. Die Differenz bedeutet, dass diese Ausgaben von 2,3 Prozent auf 2,1 Prozent gesunken sind. Die Verwaltungskosten stiegen jährlich um durchschnittlich 2,8 Prozent.

Variabler Staatsanteil

Die Kosten des Gesundheitssystems sind zwischen 2000 und 2005 um 9,6 Milliarden oder 22 Prozent angestiegen. 44 Prozent davon wurden von der Grundversicherung, 26 Prozent vom Staat und 20 Prozent von den Privathaushalten bestritten. Die restlichen 10 Prozent verteilen sich auf die Sozial- und Privatversicherungen.

Der Finanzierungsbeitrag des Staates variiert: 2005 wurden 35 Prozent der Gesundheitsausgaben von der Grundversicherung, 30 Prozent von den Privathaushalten und 17 Prozent vom Staat übernommen. Die übrigen Finanzierungsträger (AHV-IV, Unfall-, Militär- und Privatversicherungen) steuerten 18 Prozent bei.

(sda)