Migros

22. Mai 2019 18:31; Akt: 22.05.2019 19:52 Print

Der Schweiz sind die Zwiebeln ausgegangen

Die Migros bietet Zwiebeln aus Neuseeland an. Kunden verstehen die Welt nicht mehr.

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Auf dem Preisschild einer Packung Zwiebeln war Neuseeland als Herkunftsland des Produkts angegeben. Auch andere User reagierten mit Erstaunen auf das Produkt aus der Ferne. «In der Schweiz wachsen trotzdem das ganze Jahr Zwiebeln», fügte der Kunde trocken hinzu. Die Migros schaltete sich aber bald in die Diskussion ein und schaffte Klarheit. «Aufgrund des sehr warmen Sommers fiel die Zwiebelernte 2018 in der Schweiz und in Europa besonders schlecht aus», erklärte die Migros. Der Detailhändler Coop führt das Edelwasser Voss in seinem Sortiment. Das sorgte kürzlich bei Konsumenten für Unmut. Der Beitrag wurde auf Facebook rege geteilt, Würsch erhielt Zustimmung. Nur schon der Erdölverbrauch ist bei importiertem Mineralwasser deutlich höher. Während für einen Liter Mineralwasser in der Schweiz 1,5 Deziliter Erdöl aufgewendet werden müssen, werden pro importiertem Liter 3,1 Deziliter Erdöl verbraucht. Doch auch laut dem Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten (SMS) wäre der Import von Mineralwasser nicht nötig. Dennoch wurde auch im vergangenen Jahr knapp die Hälfte (43 Prozent) unseres Mineralwassers im Ausland eingekauft. «Als Vollsortimenter wollen wir unseren Kundinnen und Kunden die Wahlfreiheit bieten, weshalb wir neben ‹heimischem› Mineralwasser auch beliebte ausländische Markenprodukte führen», sagte Coop-Sprecherin Andrea Bergmann zum Vorwurf. Aus dem Ausland importierte Lebensmittel sorgen immer wieder für Diskussionen. Als Twitter-Userin Frau Joller das Erdbeerangebot im Februar 2019 entdeckte, fiel sie aus allen Wolken. «Ich musste heute kurz prüfen, ob ich den Winter verpennt habe», twitterte sie. Auch Familienbloggerin Rita Angelone kritisierte den Erdbeersegen im Winter. Die Migros bietet von Januar bis Oktober Erdbeeren zum Verkauf an. Derzeit stammen sie laut Migros-Sprecherin Cristina Maurer aus Spanien. Zwischen Mai und August würden ausschliesslich Schweizer Erdbeeren angeboten. «Die Migros fördert eine gesunde Ernährung, und viele unserer Kunden schätzen im Winter die Abwechslung bei Früchten», begründet sie das sommerliche Angebot. Andere User leistetem dem Grossverteiler Schützenhilfe. «Die Erdbeeren schmecken ausgezeichnet, hab grad kürzlich ein Birchermüesli damit gemacht. Gesunde Sache. Danke Migros», schrieb Alain Morand. Auch Coop hatte das umstrittene Angebot im Februar im Sortiment. Mit den Erdbeeren verhalte es sich genauso wie mit Tomaten oder Zucchetti, sagte Coop-Sprecherin Andrea Bergmann. «Viele Kunden wünschen sich Abwechslung und kaufen gern auch Früchte und Gemüse, die in der Schweiz zurzeit nicht Saison haben.» Wirtschaftspsychologe Christian Fichter zweifelte an der Nachfrage. «Im Winter hat kaum jemand gezielt die Idee, einen Erdbeerkuchen zu backen, oder wahnsinnig Lust auf frische Erdbeeren», sagte Fichter. Mit dem Angebot verlockten die Grossverteiler zu Gelegenheitskäufen.

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Migros-Kunde Jorge Gajardo wunderte sich kürzlich über ein Angebot in der Migros. Auf dem Preisschild einer Packung Zwiebeln war Neuseeland als Herkunftsland des Produkts angegeben. «Okay. Diesen Montag kommen alle Zwiebeln der Migros aus Neuseeland», twitterte er und bemerkte trocken: «In der Schweiz wachsen trotzdem das ganze Jahr Zwiebeln.»

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Auch andere User reagierten mit Erstaunen auf das Produkt aus der Ferne. Jemand ging sogar von einem Tippfehler aus. Die Migros schaltete sich aber schon bald in die Diskussion ein und schaffte Klarheit. «Aufgrund des sehr warmen Sommers fiel die Zwiebelernte 2018 in der Schweiz und in Europa besonders schlecht aus», erklärte die Migros. Von der Küchenzwiebel-Ernte sei europaweit praktisch nichts mehr übrig geblieben.

(bz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas am 22.05.2019 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Macht die Augen auf

    Wir werden immer mehr Menschen in der Schweiz und Europa, und die Ackerbauflächen immer weniger. Jeder der rechnen kann weiss, das kann nicht aufgehen. Leider braucht unser System, dass ständig gebaut wird, weil die Banken ja nur Geld generieren können, wenn jemand einen Kredit beantragt. Die Rentenversicherungen auch auf immer mehr Wohnfläche und Mieter angewiesen sind. Das System ist total falsch. Es läuft langfristig auf ein Weltweites Elend hinaus.

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  • tina saavi am 22.05.2019 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Felder voller Zwiebeln

    also im 2018 hat es auf dem feld bei meinem Wohnort so viele zwiebeln noch gehabt das gefühlt das halbe dorf noch je 6 harasse mit nehmen konnte nachdem der Bauer abgeerntet hat... wenn die konsumenten auch zwiebeln kaufen würden die nicht perfekt sind gäb es dies wohlkaum...

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  • Uhu am 22.05.2019 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwöhnt?

    Wir haben verlernt zu verzichten. Wenns keine mehr gibt, dann warten wir halt, bis es wieder welche aus der Schweiz gibt. Als Alternative evtl. Frühlingszwiebeln kaufen. Ich kaufe jedenfalls sicher keine Zwiebeln aus Neuseeland. LOL

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Komisch am 28.05.2019 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache die Form stimmt

    Nach der Ernte einen Drittel wegschmeissen weil zu klein, zu wenig rund und glänzend aber dafür dann aus Neuseeland einfliegen.

  • P. Roth am 27.05.2019 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In meiner Bude ebenfalls

    Bei uns kaufen sie Wasser aus Italien, obwohl das Wasser teurer ist als das CH-Wasser... völlig "birreweich", gibt zudem auch sehr günstiges Schweizer Wasser.

  • Observer am 26.05.2019 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Mittelmass verloren

    Nicht nur die Zwiebeln gehen aus. Auch die Kinder (Spermienproblem). Zu viele Umweltgifte, zu viel Stress, zu viele Menschen im kleinen Land.

  • Intuition am 26.05.2019 06:08 Report Diesen Beitrag melden

    ich deckte mich damit vor Wochen ein

    Zwiebeln sind in jeder Küche nicht wegzudenken, also unentbehrlich. Da ich die Hintergründe des Mangels an diesem Produkt nicht kenne denke ich, dass unsere Genossenschaften neue Gemüsehändler in Europa aufstöbern müssen um den Wünschen der Konsumenten nachzukommen.

  • Helvetica am 24.05.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Künftig gehe..

    .. ich direkt zum Bauer! Der berteibt noch einen Laden. Da ist man wenigstens sicher woher das Zeugs stammt.. >:(