Berner auf Musical.ly

01. März 2018 15:00; Akt: 01.03.2018 15:08 Print

Die angebliche Sex-Panne des Social-Media-Stars

Dem Berner Social-Media-Star Younes Saggara konnte man angeblich beim Sex zuhören. Doch die Story wollte er selbst den Medien unterjubeln.

Über 9000 Personen waren während des Kurzstreams dabei.
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Der 17-jährige Berner Younes Saggara ist einer der erfolgreichsten Social-Media-Stars der Schweiz. Auf der App Musical.ly hat er über 178'000 Fans, rund 14'000 Anhänger folgen ihm auf Instagram. Jetzt ist ihm angeblich ein peinliches Missgeschick unterlaufen, das prompt für Schlagzeilen sorgte. Folgendes soll passiert sein: Nach einem Livestream mit den Fans habe er vergessen, den Stream zu beenden. Tausende Fans hätten in der Folge hören können, wie sich Saggara vergnügte. In der Aufnahme des Videos hört man lautes Schmatzen, Flüstern und Stöhnen. Später entschuldigte er sich bei seinen Fans und bat sie, den Vorfall zu vergessen.

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20 Minuten und andere Online-Medien wurden per E-Mail einer Frau auf die angebliche Panne aufmerksam gemacht – inklusive Mitschnitt des Streams. Recherchen von 20 Minuten zeigen jedoch, dass Saggara selbst oder eine Person aus seinem Umfeld die Redaktionen angeschrieben hat. Dafür wurde eine Fake-Identität einer 13-Jährigen benutzt. Im fingierten Mail schildert sie den Vorfall aus der Fan-Perspektive.

«Das ist sicher ein Prank»

Noch während der Stream lief, kamen Zweifel an der Echtheit des Videos auf. Zahlreiche Zuschauer vermuten, dass das Liebesspiel gestellt sei. «Er will Schauspieler werden», sagt eine Userin, «das ist sicher ein Prank». Tatsächlich scheint auf dem Video nur eine Person zu hören zu sein.

Als 20 Minuten die Informantin per Telefon kontaktiert, meldet sich Saggara selbst. Er versucht zwar, eine 13-Jährige zu mimen. Die gekünstelt hohe Stimme kann aber nur schwer darüber hinwegtäuschen, dass offensichtlich ein Mann am Ende des Hörers steckt.

Später räumt er ein, dass er im Buhlen um Aufmerksamkeit die Story selbst den Medien unterjubeln wollte. Kollegen hätten ihn auf die Idee gebracht, das Missgeschick für sich zu nutzen und die Story zu streuen. Das E-Mail an die Medien sei mit seinem Einverständnis verschickt worden. «Das war ein Fehler, für den ich mich entschuldige», sagt Saggara. Gleichzeitig beteuert er, dass das Video selbst nicht fingiert sei: «Der Livestream war kein Fake, sondern ein Versehen. Ich habe meine Fans nicht getäuscht. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.»

(dk/daw)