Davos

15. Januar 2019 17:43; Akt: 15.01.2019 21:31 Print

Lawine schlug eine andere Bahn ein als geplant

WEF-Soldaten in Davos wurden fast von einer kontrollierten Lawinensprengung erfasst. Die Sturzbahn der Lawine überraschte auch den Sprengmeister.

In Davos konnten einige Soldaten während der WEF-Aufbauarbeiten eine Lawine beobachten. (Video: Leser-Reporter)
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Über den Köpfen rotiert ein Helikopter, von vorn rauscht eine Lawine an. Soldaten einer WK-Kompanie, die anlässlich des WEF in Davos Dienst leisten, johlen und lachen. Doch die Lawine macht keine Anstalten, zum Halt zu kommen. «Mach die Tür zu!», ruft ein Soldat, «Los, rein da!» ein anderer. Die ganze Aktion verlief glimpflich, die Soldaten kamen mit dem Schrecken davon.

«Wir wurden nicht gewarnt, dass eine Lawinensprengung ansteht», sagt einer der Militärs zu 20 Minuten. Dem widerspricht Jürg Nussbaum, Kommunikationsverantwortlicher der Armee beim WEF: «20 Minuten vor der Sprengung wurden die Personen vor Ort darüber informiert und angewiesen, das Gebiet zu verlassen.» Jedoch sei deutlich mehr Schnee ausgelöst und ins Tal verfrachtet worden, als erwartet.

Lawine trieb nach Davos ab

«Das Absperrkonzept war bekannt, die Armee informiert», sagt auch Sprengmeister Vali Meier, der mit seinem Team für die kontrollierten Auslösungen der Lawinenhänge am Davoser Jakobshorn zuständig ist. Man sei sich schon vor der Sprengung bewusst gewesen, dass die Lawine gross werde.

Eines hätte man jedoch nicht voraussehen können: «Sehr speziell war, dass die Lawine eine andere Sturzbahn einschlug und sehr weit nach rechts in Richtung Davos abtrieb», so Meier. Bei bisherigen Sprengungen gingen die Lawinen geradeaus über die Galerie.

Lawinensprengung ist Routine

Gemäss Meier, der auch Rettungschef der Davoser Bergbahnen ist, bestand für die Soldaten jedoch keine Gefahr: «Es wurde einfach relativ viel Staub aufgewirbelt, dazu kam der Druck der Lawine.» Denn trotz der starken Schneefälle in den letzten Tagen seien die Lawinensprengungen nicht schwieriger oder komplizierter geworden.

Bei extremen Niederschlagsmengen und Windverhältnissen müsse man aber mit grossen Lawinen rechnen. Darum sei eine entsprechende Planung und Absperrung von gefährdeten Gebieten essentiell. «Für uns Spezialisten ist und bleibt das aber Tagesgeschäft.»

(dk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pascal74 am 15.01.2019 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weitere Lawinen in Davos

    Bald kommen weiter Lawinen durch Davos, Blechlawinen von Staatskarossen und Vip's die wirbeln auch viel Staub auf...

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  • Innerschwyz am 15.01.2019 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Busse

    Im moment gehen einige lawinen nieder.. die einen triffts unverschuldet, andere gehen ein wagnis ein und verlassen gesicherte pisten. Ich finde, die wildfahrer sollten massiv gebüsst werden, oder bei der rettung sollte gespart werden...

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  • Rambo Stalone am 15.01.2019 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Jungs

    Das nenne ich Action und zeigt, dass unsere Soldaten auch rennen können :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • John Schneerutsch am 16.01.2019 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schweiz

    Jetzt soll dringend der Lawinen Swiss Award eingeführt werden.

  • Sony am 16.01.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    irren ist menschlich

    Die Lawine schlug eine andere Bahn ein, glaub ich kein bisschen. Denke eher, dass der Sprengmeister die Schneemenge völlig unterschätzt hat.

  • Naturfreund am 16.01.2019 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Natur respektieren

    Wann kapiert die Menschheit endlich, dass sich die Natur nicht befehlen lässt? Da kann noch so "ein hohes Tier" kommen und Befehle erteilen, die Natur wird immer die Stärkere bleiben. Wir Menschen haben nur bedingt die Möglichkeit uns mit ihr zu arrangieren, oder eben es bleiben lassen.

  • Alfmann am 16.01.2019 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    kontrolliert

    Was heisst "kontrolliert"? Wann weiss nicht, wo die Lawine hingeht und warnt die falschen....

  • ober lauch am 16.01.2019 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Im Titel steht dass WEF-Soldaten fast verschüttet wurden und gleich darunter liest man etwas von einer kontrollierten Sprengung. Irgendwie geht das nicht ganz auf...