Mehrfacher Vergewaltiger

10. Oktober 2018 11:38; Akt: 10.10.2018 13:23 Print

Verwahrter will sterben, darf aber nicht

Peter Vogt hat über ein Dutzend Frauen vergewaltigt und sitzt dafür bis zum Lebensende hinter Gittern. Sein Todeswunsch bringt die Behörden in ein Dilemma.

Der Todeswunsch von Peter Vogt bringt die Behörden in ein Dilemma.
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«Das Leben hat doch gar keinen Sinn mehr», sagt der verurteilte Straftäter Peter Vogt im Gespräch mit der «Rundschau». Der 68-Jährige geht an Krücken, leidet eigenen Angaben zufolge an einer Lungenkrankheit und muss 17 Tabletten am Tag einnehmen. Trotzdem gehe von ihm noch immer eine Gefahr aus, sagen Psychiater.

Vogt hat in den 1970er- und 1980er-Jahren über ein Dutzend Frauen gewürgt und vergewaltigt. Vogt stand mit 21 Jahren zum ersten Mal vor dem Richter, weil er eine Siebenjährige sexuell missbraucht hatte. Mehrmals wurde er rückfällig, meistens waren die Opfer minderjährig.

Keine rechtliche Grundlage

Vogt, der aufgrund seiner Taten mehrmals verurteilt und viermal verwahrt wurde, bleibt hinter Gittern – bis an sein Lebensende. Ein Entscheid, den der Verwahrte nicht nachvollziehen kann: «Das Leben hat so keinen Sinn mehr», sagt er im Gespräch mit der «Rundschau». «Wieso soll ich am Leben bleiben, nur damit die mich einsperren können? Ich will hier nicht ersticken.» Nun hat Vogt einen Entschluss gefasst: Er will sterben.

Mit seinem Entscheid, begleiteten Suizid zu begehen, stellt er die Justizbehörden vor ein Dilemma, denn rechtliche Grundlagen dafür gibt es nicht. Das Schweizerische Kompetenzzentrum für Justizvollzug hat nun aber den Auftrag erhalten, Grundlagen für den begleiteten Suizid im Gefängnis auszuarbeiten.

Sühnegedanken Rechnung tragen

Der zuständige Leiter für Justizvollzug (ad interim) im Kanton Bern, Laszlo Polgar, ist skeptisch: «Es darf nicht möglich sein, dass ein Straftäter nach einem Jahr im Gefängnis sagt: ‹Das will ich nicht länger ertragen, ich möchte aus dem Leben scheiden›.» Dem Sühnegedanken der Gesellschaft müsse Rechnung getragen werden.

Vogt lässt sich davon nicht beirren. Im Notfall wolle er den begleiteten Suizid juristisch erstreiten, sagt er zur «Rundschau». Zudem sei er nicht der einzige Häftling in der Strafanstalt, der den Gedanken hege, seinem Leben ein Ende zu bereiten. «Vier Bekannte hier sind auf dem gleichen Weg.»

Mehr dazu heute Abend in der Rundschau auf SRF 1, 20.05 Uhr.

(dk)