Hunderte Bachforellen betroffen

20. September 2019 20:47; Akt: 20.09.2019 20:47 Print

«Überall lagen tote Fische»

Aus einer Schweinemast in Schwellbrunn AR sind grosse Mengen an Gülle in einen Bach gelaufen. Hunderte Fische starben. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.

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«Der Bach war schwarz und es lag ein stinkender Geruch in der Luft», sagt ein Leser-Reporter zu 20 Minuten. Der 50-jährige Mann wohnt direkt an der Glatt bei Herisau. Als er am Donnerstagmittag zum Bach lief, fiel dem Herisauer auf, dass ungewöhnlich viel Schaum im Bach trieb. Doch noch viel schlimmer: «Es war abartig, wie viele tote Jungfische ich erblickte», sagt der Herisauer. «Überall lagen tote Fische»

Auch an anderen Tagen sei ihm eine geringe Schaumbildung aufgefallen, jedoch noch nie in der grossen Menge wie am Donnerstag. «Schrecklich war, dass sich die Situation nicht verbesserte. Als ich um 20 Uhr nachgesehen hatte, war der Zustand des Baches noch der Gleiche.»

Leck in Güllentank

Der Leser-Reporter geht davon aus, dass aufgrund eines Lecks in einem Güllentank grosse Mengen an Gülle in die Glatt auslaufen sind. Damit liegt er teilweise richtig. Wie die Kantonspolizei Ausserrhoden bestätigt, ist Gülle aus einem Schweinemastbetrieb in Schwellbrunn in der Glatt gelandet. Dies führte im Bach zu Verunreinigungen und grosser Schaumbildung.

Um den Schaden in Grenzen zu halten, erstellte die Feuerwehr Schwellbrunn Bachsperren. Zudem wurde spezialisierte Firma mit einem sogenannten Kanalsaugfahrzeug aufgeboten.

Mehrere Tausend Liter Gülle

Am Freitagnachmittag teilte der Kanton Appenzell Ausserrhoden mit, dass mehrere Hundert tote Bachforellen festgestellt wurden. «Das Amt für Umwelt geht von einer kurzen Stossbelastung mit mehreren Tausend Liter Gülle als Ursache für das
Fischsterben aus», heisst es in der Medienmitteilung.

Die Schadensstelle werde nun weiterhin kontrolliert. Der
genaue Hergang sei Gegenstand der laufenden Abklärungen durch das Amt für Umwelt, der Polizei sowie der Staatsanwaltschaft.

(maw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 20.09.2019 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wiedermal super

    Hoffentlich gibts dafür strenge Konsequenzen!

  • Fleur am 21.09.2019 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer Probleme mit der Gülle!

    Hört endlich auf mit dieser Massentierhaltung, und immer hat es ein Gewässer in der Nähe und bitte, strengere Vorschriften betreffend Güllentank, wie wir es auch beim Oeltank bei der Heizung haben: Kontrolle und ev. Revision alle 10 Jahre, auch Schweinebarone sollen Sorge zur Natur haben!

  • Jongeboure am 20.09.2019 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Traurig für die toten Forellen, sowas dürfte nicht passieren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • max am 21.09.2019 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tore fische?

    Für sowas die Polizei zu holen,ist so überflüssig! Ausser noch mehr Kosten bringt das nichts,das selbe im Aargau schon mehrmals passiert,und immer kamen die Verursacher mit minimalsten Bussen davon! Wenn ich die Parkzeit nicht einhalte,bezahle ich mehr Stafe,als wenn ein Bauer den ganzen Rhein vergüllt!

  • Fleur am 21.09.2019 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer Probleme mit der Gülle!

    Hört endlich auf mit dieser Massentierhaltung, und immer hat es ein Gewässer in der Nähe und bitte, strengere Vorschriften betreffend Güllentank, wie wir es auch beim Oeltank bei der Heizung haben: Kontrolle und ev. Revision alle 10 Jahre, auch Schweinebarone sollen Sorge zur Natur haben!

  • Ämmitaler am 21.09.2019 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trinkwasser

    Für die Bevölkerung besteht sicher keine gefahr. Trinkwasser immer noch gute Qualität???

  • Ingenieur am 21.09.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Back to the roots

    Früher wurde der Mist fest ausgebracht. Dann kamen die Vorschriften, dass jeder Bauer einen Güllentank haben muss. Ich sage nur back to the roots

  • Göpf Egg am 21.09.2019 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Im Jahre 2019 sollte so was nicht mehr passieren ! Das ist mord und eine Riesen sauerei... hoffentlich gibt das ne Riesen Busse!!!