Velofahrer klagen an

10. Juli 2014 15:20; Akt: 10.07.2014 17:11 Print

«Österreicher machen Hetzjagd auf uns»

Rheintaler Velofahrer fühlen sich übers Ohr gehauen. Während Lustenau sie auffordert, mit dem Velo ans Sommerfest zu kommen, macht die örtliche Polizei fleissig Velokontrollen.

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Rheintaler Velofahrer fühlen sich von der österreichischen Polizei schikaniert (Symbolbild: Keystone).

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«Willkommen in Lustenau, besuchen Sie uns mit dem Fahrrad», heisst es in der Werbung für das Stadtfest Lustenauer Sommer. Im Inserat wird suggeriert: Wer einen über den Durst getrunken hat, ist besser mit dem Velo als mit dem Auto unterwegs.

Fünf Männer aus Widnau nahmen sich den Ratschlag zu Herzen, wie der «Rheintaler» berichtet. Sie radelten nach Lustenau – allerdings nicht ans Stadtfest, sondern zu einem Spiel des FC Lustenau. Auf dem Heimweg wurden die fünf vor der Grenze von der Polizei angehalten und zum Alkoholtest aufgefordert. Weil die Rheintaler beim Match ein paar Biere getrunken hatten, fiel der Test positiv aus. Alle fünf wurden gebüsst, einer von ihnen mit über 1000 Euro.

«Keine gezielten Aktionen»

Dies sei nicht der erste solche Vorfall, sagen die Widnauer gegenüber der Zeitung. Sie sprechen von einer «regelrechten Hetzjagd» auf Schweizer Velofahrer. «Zuerst wird man mit Werbung angelockt und dann abgezockt», sagt einer der Gebüssten. Die Polizei wisse genau, dass viele Fans aus dem St. Galler Rheintal mit dem Velo Fussballspiele in Lustenau besuchten und dort das eine oder andere Bier tränken.

Alexandra Ender, Marketingverantwortliche der Gemeinde Lustenau, glaubt laut dem «Rheintaler» nicht an eine Hetzjagd. Sie habe mit den Verantwortlichen gesprochen: Es gebe keine gezielten Aktionen gegen Radfahrer. Die Polizei versuche, nach besten Kräften und mit Augenmass die Sicherheit auf Lustenaus Strassen zu gewährleisten. «Schikanen stehen auf keiner Tagesordnung», sagt Ender.

St. Gallen kontrolliert im Verdachtsfall

Horst Spitzhofer, Polizeisprecher der Landes-Sicherheitsdirektion Vorarlberg, glaubt nicht an gezieltes Vorgehen. «Normalerweise finden Alkoholkontrollen bei Radfahrern nur im Verdachtsfall statt.» Normalerweise – doch verboten seien gezielte Schwerpunktkontrollen nicht. «Das liegt im Ermessen der Polizei», so Spitzhofer.

«Im Kanton St. Gallen gibt es keine solchen gezielten Aktionen. Kontrolliert wird in der Regel nur im Verdachtsfall», sagt Bruno Metzger, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Es gelte aber die selbe Promillegrenze wie für Autofahrer.

(eli)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • carmen diaz am 10.07.2014 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    sorry aber wenn bekannt...

    ...ist, dass die schweizer über die grenze mit dem fahrrad fahren um dort dann ein paar bier zu trinken, dann müssen sie sich auch nicht wundern wenn die polizei sie kontrolliert. dann müssen sie halt aufhören alkohol zu trinken am match. sich darüber zu beschweren ist ja ein scherz. auf dem plakat steht ja nicht man soll mit dem velo kommen, sich einen ansaufen und dann besoffen zurückfahren und andere verkehrsteilnehmer gefährden...

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  • Ab.Zocker am 12.07.2014 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht neu.

    In Italien und Detschland werden wir wegen fehlenden CH Kleber gebüsst und jetzt halt das. Ist mir egal wie wir die Nachbarschaft pflegen. Wir haben auch überall Blechpolizei. Ausländer bekommen dann einen Brief worin steht, dass sie in der CH nicht mehr gerngesehene wären, wenn sie nicht bezahlen würden. Na na.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ab.Zocker am 12.07.2014 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht neu.

    In Italien und Detschland werden wir wegen fehlenden CH Kleber gebüsst und jetzt halt das. Ist mir egal wie wir die Nachbarschaft pflegen. Wir haben auch überall Blechpolizei. Ausländer bekommen dann einen Brief worin steht, dass sie in der CH nicht mehr gerngesehene wären, wenn sie nicht bezahlen würden. Na na.

  • carmen diaz am 10.07.2014 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    sorry aber wenn bekannt...

    ...ist, dass die schweizer über die grenze mit dem fahrrad fahren um dort dann ein paar bier zu trinken, dann müssen sie sich auch nicht wundern wenn die polizei sie kontrolliert. dann müssen sie halt aufhören alkohol zu trinken am match. sich darüber zu beschweren ist ja ein scherz. auf dem plakat steht ja nicht man soll mit dem velo kommen, sich einen ansaufen und dann besoffen zurückfahren und andere verkehrsteilnehmer gefährden...

    • PissNelke am 12.07.2014 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      Andere Verkehrsteilnehmer gefährden...

      Sich selber und evtl Fussgänger. Versuchen sie mal besoffen Fahrrad zu fahren. Ist nämlich gar nicht so einfach.

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