Hundwil AR

15. Dezember 2019 19:11; Akt: 16.12.2019 11:55 Print

«Es tut weh, dass ich die Tiere nicht retten konnte»

Bei einem Brand in Hundwil AR sind am Samstag 200 Schweine ums Leben gekommen. Eine 85-Jährige konnte sich durchs Fenster retten und ihre Familie warnen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei einem Brand in einem Wohnhaus mit angebautem Stall sind in der Nacht auf Samstag in Hundwil AR 200 Schweine in den Flammen ums Leben gekommen.

Umfrage
Würdest du der Familie aus Solidarität auch helfen?

Vom Gebäude sind nur noch die Trümmer zu sehen. (Video: maw)

Bemerkt wurde der Brand von der 85-jährigen Hauseigentümerin. Sie wohnte im angebauten Wohnhaus und roch den Rauch. «Sie ist dann zu ihrer Zimmertür gelaufen und hat sich am bereits heissen Türgriff die Hand verbrannt», sagt Bruno Knöpfel, der Sohn der 85-Jährigen. Sie konnte sich dann aber noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. «In ihrem fortgeschrittenen Alter hat sie es geschafft, unverletzt aus dem Fenster zu springen.»

Trauer um die Tiere

Die betagte Frau sei dann zum Hauptgebäude des Hofes geeilt und habe die Familie ihres Sohnes alarmiert. Als diese nachschauen wollte, standen der Stall und das Wohnhaus bereits im Vollbrand. «Wir konnten nicht zum Gebäude gelangen, da der Wind über eine Distanz von rund 40 Metern Glut und sengend heisse Luft zu uns wehte», erzählt Knöpfel. Umgehend habe er begonnen, die Scheune und das Hauptgebäude mit Wasser abzuspritzen, so der 59-Jährige.

Knöpfel trauert um seine verstorbenen Schweine. «Als Landwirt sind einem die Tiere natürlich sehr wichtig und man will nur das Beste für sie.» Umso mehr schmerze es ihn, dass er den Tieren nicht zu Hilfe kommen und sie retten konnte.

Auch seine Mutter habe vieles verloren. Fast nichts wurde von den Flammen verschont. «Alle Kleider meiner Mutter und ihre Erinnerungsstücke wurden zerstört», sagt Knöpfel. Daraufhin folgte in Hundwil eine Welle der Solidarität. «Unglaublich viele Leute haben sich bei uns gemeldet, haben meiner Mutter Kleider angeboten. Das bedeutet uns sehr viel.»

Ermittlungen im Gange

Der entstandene Sachschaden dürfte sich laut Polizei auf mehrere hunderttausend Franken belaufen. Für Bruno Knöpfel ist der Verlust aber weit grösser: «Im abgebrannten Haus bin ich aufgewachsen. Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen daran.»

Laut dem Landwirt waren der Stall und das Wohnhaus in einem guten Zustand. Die Ursache des Brandes ist derzeit noch unklar. Zur Klärung der Brandursache wurde der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden beigezogen. Insgesamt standen wegen des Brandes rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Sanität und Polizei im Einsatz.

(maw)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Uschle am 15.12.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brand

    Es tut mir so unendlich leid für die Tiere, ein trauriger Tod. Auch mir tut es weh. Auch für den Besitzer und die Feuerwehr die vor Ort waren und nichts mehr tun konnten. Ein Ereignis dass man nicht so schnell aus dem Kopf bekommt.

    einklappen einklappen
  • K. Thurgau am 15.12.2019 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Kraft

    es tut mir sehr leid was der Familie passiert ist. Viel Kraft in der schweren Zeit

    einklappen einklappen
  • Cami am 15.12.2019 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich! Mir tun vor allem auch die armen Tiere leid, die auf grausame Weise bei lebendigem Leib verbrannt sind. Zum Glück kamen keine Menschen zu Schaden. Alles Gute der Familie und viel Kraft, hoffentlich ist sie gut versichert

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hundwil AR am 16.12.2019 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieder die Medien wo alles falsch verstehen

    Wär den Betrieb nicht kennt und sich nicht auskennt soll mal still. Man kann froh sein das die anderen Tiere und Menschen nicht verletzt sind weil er hat hat nicht nur Schweine gehabt sondern auch andere Tiere. und es ist ein großer Betrieb. es ist kein Maschtbetrieb sonder ein Zuchtbetrieb es ist wieder falsch geschrieben in der Medien aber es glauben wieder alle Leute was in der Medien steht.

  • Roman I am 16.12.2019 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer kritisieren!!!

    Ich wüsste gerne ob eure Katzen oder andere Haustiere in eurer Wohnung auch genügend platz oder auslauf haben. Warum immer die Bauern kritisieren?Ohne die Bauern hätten wir nichts zu essen.(auch Gemüse kommt vom Bauer!!)

    • Gaudi am 16.12.2019 10:20 Report Diesen Beitrag melden

      Warum wohl!

      Weil es den lieben Bauern nur um die Kohle geht, die Tiere sind denen egal, solange der Rubel rollt.

    • riga am 16.12.2019 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Gaudi

      Keine Ahnung von Landwirtschaft oder? Du würdest für den Lohn, den dieser Bauer wahrscheinlich hat am Morgen nicht mal aufstehen. Hört endlich mit diesem Bauernbashing auf. In erster Linie sind die Konsumenten schuld, da sie nicht bereit sind einen angemessenen Preis für die Lebensmittel zu bezahlen

    einklappen einklappen
  • Traurig am 16.12.2019 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Beileid...

    ...aber in Hundwil AR muss es eine Weile ziemlich intensiv nach knusprigem Bacon gerochen haben.

  • Daniel2 am 16.12.2019 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Maximaler Profit

    Sie halten in einem so kleinen Stall für maximalen Profit Schweine gehalten. Aber für eine Absicherung reicht wohl das Geld nicht. Z.B. für Notausgang in ein Freigehege, moderne Gebäude mit sauberen Installationen, Feuermelder, Sprinkler etc., so wie es in anderen Betrieben auch gemacht wird. Aber eben, es sind Bauern. Ohne Subventionen geht auch das nicht.

  • Ursa am 16.12.2019 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Notöffnung

    Bitte liebe Bauern, es gibt Notsysteme welche bei Feuer wenigstens ein Tor öffnen. Ich weis diese sind teuer, würde aber sogar für sowas mal Spenden! Trotz allem viel Kraft und beileid!

    • riga am 16.12.2019 11:38 Report Diesen Beitrag melden

      @Ursa

      Schweine würden den Stall nicht verlassen trotz Brand. Die musst du praktisch raustragen.

    einklappen einklappen