Pferde von Zug erfasst

05. Februar 2019 08:32; Akt: 05.02.2019 19:07 Print

«Alle sind geschockt, es gab viele Tränen»

Ein Thurbo-Zug kollidierte am Montagabend in Horn TG mit drei Ponys und einem Pferd. Die Tiere starben noch am Unglücksort.

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Am Montagabend kurz nach 21 Uhr ereignete sich auf der Bahnstrecke zwischen Horn TG und Rorschach-Hafen ein Zugunglück. Drei Ponys und ein Pferd starben noch am Unfallort, nachdem sie mit einem Zug zusammenprallten. Personen kamen keine zu Schaden.

Die Kantonspolizei stand sogleich im Einsatz. Matthias Graf, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, sagt: «Für die Tiere kam jede Hilfe zu spät.» Der Besitzer wurde informiert. Noch ist unklar, wie die Tiere auf die Geleise kamen. Auch die Schäden, die am Fahrzeug entstanden, sind augenblicklich Gegenstand von Untersuchungen.

«Für uns ist das sehr traurig»

Die getöteten Tiere gehörten der Familie Josuran. Die Horner Familie betreibt ein in der Nähe der Geleise gelegenes Gestüt. «Mir geht es momentan nicht gut. Ich musste die Pferde an der Unfallstelle identifizieren», sagt Halterin Nicole Josuran. Die Tiere hätten alle ihr selbst gehört und seien zwischen drei und zehn Jahren alt gewesen. Auch hat die Halterin in der Nacht kaum geschlafen: «Für uns ist das sehr traurig», sagt sie. «Es gab viele Tränen», ergänzt ihr Mann Patrik. Alle auf dem Hof seien geschockt. Insgesamt seien am Montagabend acht Pferde vom Hof ausgebüxt.

Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass Tiere ausrissen: «Es passiert manchmal, dass die Pferde das Tor öffnen und ausbüxen», sagt Josuran. Allerdings hätten die Ausreisser zuvor nie den Hof verlassen und hätten bisher immer unversehrt zurückgeholt werden können. «Das war das erste Mal, dass Pferde gestorben sind», so die Halterin.

Kollisionen mit Tieren keine Seltenheit

Werner Fritschi, Mediensprecher der Regionalbahn Thurbo, bestätigt den Vorfall. «Es ist meines Wissens nach das erste Mal, dass hier Pferde in einen Zugunfall verwickelt sind. Natürlich haben wir ab und zu Kollisionen mit Tieren, meist handelt es sich dabei aber um Wildschweine», sagt er. Die Lokführer würden nach einem solchen Vorfall stets psychologisch betreut, wenn dies gewünscht sei.

Der Zugverkehr sei für drei Stunden eingeschränkt gewesen, sagte SBB-Sprecher Reto Schärli auf Anfrage von Keystone-SDA. Der Unfallzug habe weiterfahren können. Die Passagiere mussten nicht aussteigen. Der Sachschaden könne noch nicht beziffert werden, so Schärli.

Tödlicher Unfall auf A3

Es ist der zweite Unfall mit freilaufenden Pferden innert weniger Tage. Am frühen Sonntagmorgen kamen auf der Autobahn A3 bei Wollerau SZ ein 53-jähriger Autofahrer und zwei Pferde ums Leben, nachdem der Lenker kurz nach dem Blatt-Tunnel mit den Tieren kollidierte.


(20M/SDA)