St. Margrethen SG

10. April 2019 05:03; Akt: 10.04.2019 09:18 Print

«Aus Panik raste ich mit 140 km/h in die Kurve»

von Julia Ullrich - Die Kantonspolizei St. Gallen wollte kürzlich zwei junge Lenker kontrollieren. Ein 18-Jähriger flüchtete und verunfallte. 20 Minuten hat mit ihm gesprochen.

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«Ich weiss, dass ich echt grossen Mist gebaut habe», sagte der 18-Jährige zu 20 Minuten. Der junge Mann machte vergangenen Donnerstagabend mit seinem Kollegen (19) eine Spritztour, die nicht wirklich legal war. Denn: Der junge Lenker besitzt keinen Fahrausweis. Da er aber ein Auto zur Verfügung hatte, liess er sich darauf ein. Der 18-Jährige fuhr mit einer 14-jährigen Kollegin ein Auto, der 19-Jährige ein anderes. Einen genauen Plan habe es nicht gegeben, so der 18-Jährige.

Beide Wagen waren ohne Kontrollschilder unterwegs. Und genau das wurde den beiden zum Verhängnis. Aufgrund der fehlenden Nummernschilder wurde die Polizei in St. Margrethen SG nämlich erst auf die zwei jungen Lenker aufmerksam. «Als mein Kollege die Polizei sah, fuhr er weg. Und ich fuhr aus Panik nach», so der 18-Jährige. Folglich versuchte die Patrouille, die beiden Autos mit der Matrix «Stopp Polizei» anzuhalten und zu kontrollieren. «Das machte mich nur noch nervöser, und so trat ich das Gas durch und überholte meinen Kollegen», schildert der junge Mann die Situation.

Teenager hatten einen Schutzengel

Die Verfolgungsjagd mit der Polizei war jedoch nur von kurzer Dauer. «Aus Panik vor der Polizei raste ich mit 140 km/h in die Kurve hinein. Dabei überschlug sich mein Auto zweimal, prallte gegen ein Schild und rutschte auf dem Dach noch rund 40 Meter weiter», erzählt der 18-Jährige. Um seine Kollegin zu schützen, habe er extra noch versucht, das Fahrzeug auf die andere Seite zu lenken.

Wie durch ein Wunder kamen die beiden ohne grosse Verletzungen aus dem Wrack heraus. «Meine Kollegin hat eine Kopfverletzung erlitten und etwas geblutet. Ich selbst habe mir die Schulter verletzt», so der Ostschweizer. Sein 19-jähriger Kollege hielt sein Auto ebenfalls beim Parkplatz, auf dem der 18-Jährige verunfallt war, an und wurde kurz darauf festgenommen. Dem jungen Mann tut sein Verhalten sehr leid: «Es war ein riesiger Fehler, und ich habe mich bereits bei allen Beteiligten entschuldigt.» Wie es rechtlich nun für die beiden weitergeht, wisse er noch nicht. Er wolle aber für seinen Leichtsinn geradestehen.

Wie die Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage sagte, laufen die Ermittlungen derzeit noch: «Das rapportierte Ergebnis wird dann der Staatsanwaltschaft übergeben», so Mediensprecher Gian Andrea Rezzoli.