Im Stadtweiher

05. Februar 2012 23:00; Akt: 06.02.2012 00:06 Print

«Badespass» trotz sibirischer Kälte

von Nina Frauenfelder - Moreno Nagel ist ein eiskalter Typ: Er trotzt den Temperaturen und badet täglich im Stadtweiher. Zurzeit muss er sich jeweils erst ein Loch ins Eis schlagen.

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Moreno Nagel muss zurzeit jeweils vor seinem «Badespass» ein Loch ins Eis schlagen. (Bild: nff)

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Eiseskälte herrschte am Wochen­ende in St. Gallen. Viele blieben im Warmen – nicht so der 49-jährige Moreno Nagel. Der Männerweiher lockte ihn nach draussen: «Seit 12 Jahren gehe ich im Winter baden», so Nagel. Doch zurzeit ist das Gewässer zugefroren – der 49-Jährige muss sich vor dem «Badespass» mit Hilfe eines Eispickels ein Loch in die Eisschicht schlagen. «Ich brauche 10 Minuten, um das Loch vorzubereiten», sagt Nagel.

Nach der schweisstreibenden Arbeit genehmigt er sich ein Bad im eiskalten Weiher. «Schmerzen habe ich keine. Ich spüre jedoch, wie mein Kreislauf auf Touren kommt», sagt Nagel. Drei Minuten bleibt er im Wasser, dann steigt er langsam wieder aus dem Eisloch, sein Körper dampft. «Ich empfinde das Wasser als lauwarm», sagt Nagel.

Danach wärmt er sich mit einer Bettflasche auf und zieht sich die Kleider an. Im Badehäuschen hat er sich seine Wärmecke eingerichtet: Am Boden liegen Isoliermatten und ein Schlafsack. «Seit es so kalt ist, habe ich zusätzlich noch einen Grill dabei», sagt Moreno. Mit diesem erhitzt er einen in Alufolie gepackten Stein, um ihn dann in den Schlafsack zu legen.