Junge Wölfe

06. September 2012 14:51; Akt: 07.09.2012 13:37 Print

«Das ist eine absolute Sensation»

Zum ersten Mal seit 150 Jahren sind Jungwölfe in der Schweiz zur Welt gekommen. Sie sind am Calanda in Graubünden in eine Fotofalle getappt. Das historische Ereignis freut nicht alle.

storybild

Eines der Welpen, das in eine Fotofalle tappte. (Bild: Kanton Graubünden)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Calanda im Bündner Rheintal sind Wolfswelpen gesichtet worden - ein Wolfspaar hat Nachwuchs bekommen. «Es ist das erste Mal seit 150 Jahren, dass Jungwölfe in der Schweiz zur Welt kommen», sagt Hannes Jenny vom Amt für Jagd und Fischerei Graubünden.

Erstmals wurde das Wolfspaar im August letzten Jahres beobachtet. Neben diesen beiden Raubtieren leben noch drei oder vier weitere im Kanton Graubünden. «Dass sich Wölfe hier niederlassen, ist erfreulich», so Jenny. Es zeige die Qualität des Lebensraumes auf - ein Tier wie der Wolf habe sehr hohe Ansprüche an diesen. Um überleben zu können, braucht das Raubtier ein grosses Angebot an anderen Wildtieren.

Gefahr bei «Tempo Lupo»

Die Wildtier-Population ist in der Schweiz momentan gross genug, um dem Wolf genug Nahrung zu bieten. «Heute leben viel mehr Wildtiere in der Schweiz als noch vor 150 Jahren», so Jenny.

Trotzdem reisst der Wolf immer wieder Nutztiere wie etwa Schafe. Jenny warnt: «Haustiere müssen geschützt werden.» Deshalb braucht es für Ziegen, Kühe und Schafe Herdenschutz-Massnahmen. «Das funktioniert gut», sagt Jenny. «Ausser wenn es stark neblig ist. Dann sind die Schutztiere, wie zum Beispiel Hunde, schnell überfordert und Wölfe greifen eher an.» In Italien heisst das Wetter deshalb treffend «Tempo Lupo.»

Klar ist: Die Wiedereinwanderung des Wolfes in die Schweiz ist nun definitiv geglückt. «Bis jetzt hatten wir nur zugewanderte Wölfe», sagt Jenny. Dass die Jungtiere in Zukunft von Graubünden aus neue Gebiete besiedeln, wenn sie das elterliche Territorium verlassen, sei eine neue Dimension. Jenny freut sich: «Das ist eine absolute Sensation.»

Was halten Sie davon, dass sich der Wolf in der Schweiz offenbar wieder heimisch fühlt? Und wie soll der kleine Welpe auf dem Bild heissen? Diskutieren Sie im Talkback.

(dwi)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Ausgewählte Leser-Kommentare

Das ist wirklich eine erfreuliche Nachricht. Trotzdem verstehe ich auch, dass gewisse Leute dieses Ereignis mit gemischten Gefühlen aufnehmen. Ich würde ihn Lupo nennen (für Lupus = Wolf) – Marco S

Ich finde es sehr unsinnig, dass wir Wildtiere bei uns wieder ansiedeln, die wir ausgerottet haben und die uns sowieso nur Probleme bereiten. – DavidK

Das sind natürlich wunderbare Nachrichten, vor allem für jemanden wie mich der Wölfe sehr mag (habe ein grosses Wolf-Tattoo). Leider sieht meine Prognose dennoch nicht sonderlich gut aus für das Rudel... spätestens wenn dann die ersten Schafe gerissen werden wird dann wohl der Jäger auf der Matte stehen. Ich wünschte es würde eine sinnvolle Lösung für Beide geben.... Den Wolf würde ich Struppi nennen. – Hans-Ueli Storchenegger

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erich Herzig am 08.09.2012 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Wolf erobert die Zukunft????

    Bei richtigem Herdenschutzmassnahmen ok.Ich als Hundebesitzer muss zwar früher oder später damit rechnen dass ich meinen Hund mehr impfen muss,kann aber damit leben.Dadurch das jetzt mehr Wölfe leben, denke ich wird sich auch die Population von Fuchs ,Reh , Wildschwein und Rothirsch endlich wieder etwas normalisieren.Wieviele Chancen der Schakal in dieser neuen Artenvielfalt hat, wird die Zukunft zeigen.

  • Dominik Müller am 07.09.2012 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Nur das Beste für die Wildtiere!!

    Das ist SUPER..! Nun bitte ich alle Jäger/Menschen die Wildtiere in Ruhe zu lassen und nicht gleich alles über den Haufen zu ballern. Die Tiere waren als erstes da und wir Menschen verdrängen die Tiere immer mehr..! Wenn ein Wildtier in der Siedlung rumlungert, ist es noch kein Grund es abzuschiessen. Denn wir leben im gibt der Tiere und nicht umgekehrt.

  • Ursula Rauber am 06.09.2012 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sensation

    Super! Wieder einmal eine erfreuliche Nachricht aus der Schweiz. Ich hoffe sehr, dass diese Welpen überleben und sich vermehren und nicht auf irgend eine "Art und Weise" verschwinden! Auch diese herzigen Vierbeiner haben Recht auf Asyl! Hoffe ebenfalls dass es für die kommende Jagdzeit zu keinem "Unfall" kommt! Schützt die Tiere!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Erich Herzig am 08.09.2012 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Wolf erobert die Zukunft????

    Bei richtigem Herdenschutzmassnahmen ok.Ich als Hundebesitzer muss zwar früher oder später damit rechnen dass ich meinen Hund mehr impfen muss,kann aber damit leben.Dadurch das jetzt mehr Wölfe leben, denke ich wird sich auch die Population von Fuchs ,Reh , Wildschwein und Rothirsch endlich wieder etwas normalisieren.Wieviele Chancen der Schakal in dieser neuen Artenvielfalt hat, wird die Zukunft zeigen.

  • Marco S am 08.09.2012 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwiiiz

    Erfreuliches Ereignis und ein Beweis, dass sich die Gegebenheiten in der helvetischen Natur für gewisse Tierarten verbessert haben. Vor wenigen Jahren sind ja auch wieder Wildkatzen von Frankreich her zugewandert und nun bei uns im Jura heimisch. Diese Art galt ja auch seit vielen Jahren als bei uns ausgerottet. Luchs und Steinbock wurden zwar ausgewildert, haben aber hier wieder ihren festen Platz gefunden. Meister Petz besucht uns auch ab und zu, aber ob er wieder heimisch werden kann, ist doch etwas fraglich. Also drücken wir allen den Daumen

  • Dominik Müller am 07.09.2012 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Nur das Beste für die Wildtiere!!

    Das ist SUPER..! Nun bitte ich alle Jäger/Menschen die Wildtiere in Ruhe zu lassen und nicht gleich alles über den Haufen zu ballern. Die Tiere waren als erstes da und wir Menschen verdrängen die Tiere immer mehr..! Wenn ein Wildtier in der Siedlung rumlungert, ist es noch kein Grund es abzuschiessen. Denn wir leben im gibt der Tiere und nicht umgekehrt.

  • Schär Nick am 07.09.2012 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute idee

    Es ist super das wir wieder wölfe haben, es sind doch klasse tiere. Für die natur sind sie schliesslich auch eine bereicherung!!! Den jungwolf sollte man spike nennen

  • Ändu am 06.09.2012 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wolf beisst Stätter

    Ich les hier immer wieder Kommentare von aufgebrachten Berglern die sagen, wir Städter würden den Wolf nur so lange begrüssen, bis er jemanden beisst oder gar tötet. Wie oft ist das schon passiert? Ach ja, bisher noch nie. Aber jedes Jahr werden zig Wanderer auf den Alpen von Kühen angegriffen und schwer verletzt, wenn nicht sogar getötet. Also bevor ihr den Wolf zum Abschuss freigebt, schaut besser zu euren Kühen. Sonst reiche ich bald eine Initiative ein, die angriffslustige Kühe zum Abschuss freigibt.