St. Gallen

27. Oktober 2017 07:30; Akt: 23.05.2019 17:15 Print

«Das war unsere erste und letzte Party hier»

In der Nacht auf Donnerstag feierten Studenten der HSG in St. Gallen eine Party. Das Fest artete in einen wüsten Saubannerzug aus. Die Veranstalter erklären sich.

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Wenn auch ein bisschen verfrüht: Gegen 100 Studenten feierten in der Nacht auf Donnerstag in St. Gallen eine Halloween-Party. Den Veranstaltern, HSG-Studenten des Vereins CF (Cercle des Francophones), geriet der Anlass aber völlig ausser Kontrolle. Nach einer Lärmklage rückte die Polizei kurz vor 1 Uhr zum Studentenlokal an der Speicherstrasse aus.

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(Video: viv)

«Fuck the police»

«Den Saal haben wir von der Studentenverbindung für den Abend gemietet», so die Veranstalter am Donnerstag gegenüber 20 Minuten. Auch hätten sie versucht, den Lärm in Grenzen zu halten. «Das war bei so vielen Personen allerdings nicht einfach», sagt einer der Organisatoren.

Die Polizei büsste die Veranstalter mit 60 Franken, dann wurde die Party aufgelöst. Damit war der Radau aber nicht beendet – ganz im Gegenteil. Betrunkene Studenten begannen die Polizisten zu beleidigen. Sie schmissen mit Flaschen um sich und skandierten: «Fuck the police!». Mehrere Teilnehmer hätten an den Strassenrand und an Mauern uriniert, wie die Polizei schreibt. Zudem wurde eine Baustelle beschädigt. Bis in die Innenstadt mussten die Studenten von der Polizei begleitet werden. Ein betrunkener Randalierer wurde festgenommen.

Die Uni geht dem Fall nach

Lärmklagen wegen Studentenpartys würden immer wieder eingehen, sagt Roman Kohler von der Stadtpolizei St. Gallen: «Dass es aber so einen Unmut und so kein Verständnis für die belästigten Leute in der Umgebung gibt, das erleben wir wirklich selten.»

Für die ernüchterten Veranstalter ist nach diesem Debakel klar: «Das war die erste und letzte Party von uns in diesem Saal.» Damit dürfte die Sache aber nicht erledigt sein. Laut der Uni St. Gallen verpflichten sich Studierende bei der Immatrikulation durch eine Unterzeichnung, den Ruf der HSG zu wahren, auch wenn sie sich nicht auf dem Campus befinden. «Eine Klärung des Vorfalls ist eingeleitet worden», so Julia Hüfner von der Kommunikationsabteilung der Uni.

Vereinsprivilegien sistiert

Dass solches Verhalten für Studentenverbindungen Konsequenzen nach sich ziehen kann, zeigte sich bereits in der Vergangenheit. Bei einem Anlass an der HSG liess die Studentenverbindung A.V. Amicitia eine Stripperin auftreten. Dafür wurde der Verein vom Senatsausschuss der HSG zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert. Zudem wurden dem Verein die Privilegien für ein Jahr sistiert. Ob dieser Vorfall in der Speicherstrasse ebenfalls Konsequenzen nach sich zieht, wird sich zeigen.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marianne am 27.10.2017 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Sagt viel

    Über HSG Studendten aus. Man erkennt sie auch noch wenn sie älter sind. Charakter und so

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  • Jerome Van der Bilden am 27.10.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Überraschung?

    Wieso überrascht mich das nicht? Ich sehe diese Spezies jeden Tag - und deren verhalten auch. Der Ruf der HSG'ler stimmt eben schon. Und das ist unsere "Elite" von morgen. Gute Nacht liebe Schweiz.

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  • Realizer am 27.10.2017 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    HSG Ole Ole

    Ein bisschen Spass sei niemandem vergönnt, aber von Leuten die Später unsere Grosskonzerne führen (wollen) und sich selber gern zur "Elite" zählen könnte man schon ein anderes Verhalten erwarten. Buh!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mimimi am 28.10.2017 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnismässigkeit?

    Gerade noch traff sich die halbe Ostschweiz an der Olma, um sich für 10 Tage ab morgens um 9 Uhr zu besaufen und nur eine Woche später sorgt eine harmlose Studentenparty für einen Aufschrei? Zwei Polizisten reichten um die Feiernden in Schach zu halten, das waren nur ein paar lärmende Jugendliche, mehr nicht.

  • Mario am 28.10.2017 05:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alte Schule

    Mahnung unseres alten Lateinprofessors: Bildet euch nichts ein auf euern Akademiker-Bildungsweg. "Es git gnueg gschidi Sieche,aber dummi Chaibe" Und trotzdem: Studentenleben ist beharrliche Arbeit. Und manchmal muss man das Druckventil öffnen. Die einen können's,die andern nicht.

  • Corinne am 27.10.2017 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sind aber auch fleissig

    Ich finde es nicht richtig , dass immer auf den Studenten " herum gehackt " wird ! Ich weiss nämlich dass viele ganz fleissig sind , und man sie später sehr wohl brauchen kann . Wir sind eben eine Studentenstadt und junge Leute feiern eben auch gerne . Und wie war das bei euch ? Ganz ehrlich ?

  • Ali ben Studi am 27.10.2017 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ja es gibt die 'Gelehrten' und dann gibt

    es daneben auch noch die Wissenden. Erstere kannst im Geschäftsleben nicht brauchen!

  • HSG Student am 27.10.2017 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    Und letzte Nacht wurde in SG ein Autofahrer mit 3.8 Promille erwischt. Wo bleibt hier der Aufschrei? Sind denn ein paar johlende Studis wirklich so viel schlimmer als ein vollbesoffener Autofahrer? Und ja, es waren nur ein paar johlende Studis, weil sonst die zwei Polizisten bei weitem nicht ausgereicht hätten (siehe Polizeieinsatz bei einem Fussballmatch).