Muolen SG

08. Oktober 2019 18:17; Akt: 08.10.2019 19:23 Print

«Der üble Gestank lässt mich kaum noch schlafen»

Bei Ulrich Siegenthaler in Muolen SG kam es in der Nacht auf Samstag zu einem Rohrbruch. Es war nicht das erste Mal. Das Risiko war der Gemeinde bekannt.

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«Es ist nicht zu glauben, was alles zerstört wurde», sagt der 66-jährige Ulrich Siegenthaler. In der Nacht auf Samstag ist vor seinem Haus in Muolen SG eine Wasserleitung geborsten. Innert zwei Stunden flossen rund 170'000 Liter Wasser ins Erdgeschoss des Wohnhauses.

Der 66-Jährige wurde durch das Geräusch von sprudelndem Wasser geweckt, wie das «St. Galler Tagblatt» schreibt. «Das war kein schönes Erwachen. Man weiss nicht, was man tun soll. Man ist einfach machtlos gegen diese Wassermassen», sagt er gegenüber 20 Minuten.

250 Flaschen Wein ungeniessbar

Nebst dem Wellnessraum, Möbeln und einem Klavier wurde auch die Weinsammlung von den Wassermassen nicht verschont. Rund 250 Flaschen waren laut Siegenthaler danach ungeniessbar. «Beim Wein handelt es sich hauptsächlich um Amarone, und der ist nicht gerade günstig.»

Das Wasser sei aber nicht das grösste Problem. Viel schlimmer sei der Schlamm, der mitgeschwemmt wurde. «Mir wurde gesagt, dass es bis zu zwei Monate dauert, bis alles gesäubert und desinfiziert ist», so der 66-Jährige. Der nun getrocknete Schlamm müsse mühsam abgekratzt werden. «Wegen dem Schlamm liegt ein übler Gestank in der Luft, so dass man kaum noch im Haus schlafen kann.» Der gesamte Schaden beläuft sich auf über 100'000 Franken.

Druck um drei Bar erhöht

Es ist nicht das erste Mal, dass es bei Siegenthaler zu einem Rohrbruch kam. Wie das «Tagblatt» schreibt, ist die Wasserkorporation Muolen schuld am Rohrbruch. Diese hat nämlich den Wasserdruck um rund drei Bar erhöht. Dies, da höher gelegene Häuser in Muolen mit der Wasserzufuhr Probleme hatten. «Beim am tiefsten gelegenen Haus wurde der Druck auf acht Bar erhöht, beim höchst gelegenen auf rund sechs Bar», erklärt Beat Eigenmann, Präsident der Wasserkorporation Muolen.

Das damit einhergehende Risiko für die alten Wasserleitungen sei jedoch bekannt gewesen. «Es war nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem Rohrbruch einer der alten Leitungen kommt», so Eigenmann. Die meisten Leitungen seien aus den 70er- und 80er-Jahren. Darüber zeigt sich Siegenthaler deutlich genervt, ihm war das nämlich nicht klar: «Dass die Zeitbombe tickt wussten alle, ausser ich.»

Das defekte Rohr wurde am Montag freigelegt. Nun wird die Leitung ersetzt. Man ist laut Eigenmann ohnehin dabei, das Wassernetz zu modernisieren. Die Kosten für die neue Leitung übernimmt die Gemeinde. Für den Schaden im Haus muss Siegenthaler selbst aufkommen, wie Eigenmann sagt. Siegenthaler hat seine Versicherung bereits informiert. Ob sie den Schaden übernimmt, ist aber noch unklar.


(maw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Versicherungsfachmann am 08.10.2019 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gemeinde ist Haftbar nicht Versicherung von Hausbe

    denn schaden soll die gemeindekasse bezahlen, wenn sie zum vornherein wissen dass nicht alle wasserleitungen dem gesteigerten druck stand halten, ist es vorsätzliche schadeninkaufnahme...mann hätte bekannte alte wasserleitungen zuerst ersetzen müssen bevor man einfach den druck erhöt!

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  • Bibi am 08.10.2019 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Super gemeinde! Mist bauen und dann die andern zahlen lassen. Solche gemeindeangestellte gibts anderswo auch.

  • sese am 08.10.2019 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versicherungsbetrug

    Der Wasserpegel stand nach meinen Schätzungen ca 30-40cm tief. Wie also bitteschön sollten alle 250 Weinflaschen jetzt ungeniessbar sein? Rechnet mal hoch, dafür müsste er alle Weinflaschen auf dem Boden haben damit man auf so eine Zahl kommt. Naja nicht mein Problem, wünsche dem Herrn alles Gute und hoffe er kreigt alles erstattet.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.s. am 09.10.2019 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Blöde Komentare

    Bedenklich die blöden Kommentare. Lesen nicht mal richtig den Bericht.Hatten selber noch nie eine solche Situation.Wie viel Arbeit,Geduld und Aufwand das braucht bis alles wider gut ist.x Telefonate, und der Verlust über Sachen die man liebte.Das kostet Nerven. Bitte um ein Wenig Respekt.Habt ihr das Gefühl man könne so leicht die Versicherungen betrügen,die sind ja nicht doof.Darum geht es ja auch lange bis alles geprüft ist. Klar es ist niemand Körperlich zu schaden gekommen, aber es kann nicht sein das man so herzieht. Ich hoffe für die Familie das es die optimale Lösung gibt.

  • Keller St. am 09.10.2019 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neuwert vs Zeitwert

    Besser die eigene Versicherung zahlen lassen. Elementarschaden ist mit Neuwert versichert. Die Haftpflicht der Gemeinde zahlt nur den Zeitwert. Umständlich und unangenehm ist solch ein Vorfall schon sehr, hatten das drei Mal in den letzten dreissig Jahren.

  • P.S. am 09.10.2019 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Dankbar sein

    Ein Rohrbruch ist immerhin noch kein Beinbruch. Wir sollten einfach mal wieder lernen, dankbarer zu sein.

  • Hund-Katze am 09.10.2019 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese Menschen

    Nicht Aufregen " Ist ja nur Menschengestank "

  • GraveDigger am 09.10.2019 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Jammern auf hohem Niveau

    Wer sich ein Wellnessraum und 250 Flaschen Wein leisten kann, der bezahlt das locker selber aus der Portokasse. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Zudem hat man schon Wein der Jahrzehnte im Meer versunken war geborgen und dieser war sogar geniessbar