St. Galler Staatsanwalt

07. März 2017 20:03; Akt: 07.03.2017 20:03 Print

«Der Hype um CBD-Hanf wird schnell vorbei sein»

von Marco Lüssi - Der St. Galler Staatsanwalt Thomas Hansjakob hat sich als Kämpfer gegen den Cannabiskonsum einen Namen gemacht. Den Boom von CBD-Produkten jedoch belächelt er.

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Herr Hansjakob, Sie haben vor mittlerweile 15 Jahren Schlagzeilen gemacht mit ihrem konsequenten Vorgehen gegen Hanfshops. Was halten Sie vom aktuellen Run auf CBD-Gras?
Ich garantiere Ihnen: Der Hype um CBD wird bald wieder vorbei sein. Das ist der Fall, sobald die Cannabiskonsumenten gemerkt haben, dass CBD nicht wirkt. Nur: Bis Kiffer etwas merken, dauert es halt ein bisschen länger.

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Sie sehen also keinen Anlass, eine Offensive gegen CBD-Shops zu starten?
Nein, da gibt es keinen juristischen Handlungsbedarf. Was keine Wirkung hat, ist auch kein Problem. In erster Linie ist dies ein gutes Geschäft für die Händler: Die Herstellung von CBD-Hanf ist wohl kaum teurer als die Produktion von Nüsslisalat. Dennoch wird dafür etwa das Hundertfache verlangt.

Sie sagen, CBD-Hanf wirke nicht. Haben Sie es selber ausprobiert?
Nein, einen solchen Schmarren mache ich nicht. Ich habe selbstverständlich auch noch nie gekifft.

Ein Redaktionskollege von mir hat das legale Hanf getestet und sagt, er habe eine Wirkung verspürt.
Dieses Gefühl hätte er wohl auch gehabt, wenn er zum gleichen Preis Smarties gekauft hätte. Das ist der Placebo-Effekt, der durch den hohen Preis unterstützt wird. Wer so viel zahlt, will eine Wirkung verspüren.

Also alles Humbug?
Ich kann mir vorstellen, dass CBD-Produkte therapeutisch eingesetzt werden können. Das ist aber nur ein kleiner Markt, und bislang hat niemand die Zulassung für CBD-Produkte als Heilmittel und darf sie nicht als solche anpreisen. Im Moment leben die CBD-Shops von den Kiffern, die es mal ausprobieren wollen. Doch diese werden sich bald wieder abwenden.

Wer von der Polizei mit Gras erwischt wird, kann sagen, es handle sich um legales CBD. Wie geht man im Kanton St. Gallen damit um?
Für die Polizei ist das tatsächlich ein Problem. Bis jetzt sind dies im Kanton St. Gallen aber erst Einzelfälle, da der Boom hier noch weniger stark ist als etwa in Zürich. Wenn jemand sagt, es sei CBD, analysieren wir es im Labor, und je nachdem, wie der THC-Gehalt ausfällt, zahlt der Staat oder der Konsument. Im Moment ist das Verhältnis etwa 50:50. Sollte sich das dahingehend ändern, dass irgendwann 90 Prozent der analysierten Proben CBD sind, müssten wir aber über die Bücher. Dann würde es zu teuer für uns.

Behaupten viele Konsumenten gegenüber der Polizei wahrheitswidrig, ihr Cannabis sei CBD-Gras?
Es kommt jedenfalls vor. Es gibt auch Schlaumeier, die einmal CBD-Gras kaufen und danach ihr normales Cannabis immer ins CBD-Päckchen stecken – in der Hoffnung, die Polizei glaube ihnen bei einer Kontrolle, dass auch CBD-Gras drin ist.

Sollte man auf das Autofahren verzichten, wenn man CBD-Produkte konsumiert hat?
Es gibt im Moment keine Hinweise, dass sie die Fahrfähigkeit beeinträchtigen. Doch das kann sich ändern. Deshalb will ich dazu keine Ratschläge erteilen.

Wäre es nicht höchste Zeit, Cannabis zu legalisieren?
Ich bin nicht für eine Legalisierung, sondern für eine kontrollierte Abgabe. Dann könnte man auch den THC-Gehalt kontrollieren. Erwachsene Kiffer sollte man meiner Meinung nach nicht bestrafen. Bei Minderjährigen sieht es anders aus.

Warum?
Die negativen Auswirkungen des Cannabiskonsums auf Jugendliche wurden lange unterschätzt. Sie können nicht gut damit umgehen, konsumieren schnell zu viel. Das kann bei Teenagern Angststörungen und Entwicklungsdefizite auslösen. Ändert man die Gesetze in Bezug aufs Kiffen, muss man – genau wie beim Alkohol – zwei Dingen Rechnung tragen: dem Jugendschutz und der Sicherheit im Strassenverkehr.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zürich 1986 am 07.03.2017 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben um andere zu kritisieren

    Dieser Staatsanwalt ist ja eine echte Witzfigur. Verbieten können Sie soviel Sie wollen, meine Pflanzen blühen weiterhin alle zwei Monate. Ausserdem gibt es CBD schon länger als Sie Staatsanwalt sind und auch danach wird es das geben. Immer lustig zu sehen wie gewisse Menschen ihre Zeit verschwenden. Aber gell lieber Herr, lieber die teuren Gifte der Pharmaindustrie in sich reinschaufeln...

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  • Dr. Gabber am 07.03.2017 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tja

    der letzte Satz seiner ersten Aussage reicht mir. Der Typ hat genau so viel Ahnung von Cannabis wie so viele Hanfgegner, so ziemlich gar keine.

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  • DWM am 07.03.2017 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    "Das ist der Fall, sobald die Cannabiskonsumenten gemerkt haben, dass CBD nicht wirkt. Nur: Bis Kiffer etwas merken, dauert es halt ein bisschen länger." Der Herr hats leider nicht verstanden... Die CBD Kunden sind auf was ganz anderes aus, als der THC Flash...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Privatier am 08.03.2017 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hanfdrogen

    Cannabis ist verboten, weil es illegal ist. Punkt, fertig, aus! Oder glaubt ihr tatsächlich. dass die Bekämpfung von all den Rauschgiften einfach so aus dem Hut gezaubert wurde? Dieser Jurist wird eben dann aktiv, wenn die Spielregeln nicht eingehalten wurden. Das ist seine Aufgabe und er macht seine Arbeit gut!

    • Fcz92 am 08.03.2017 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Privatier

      haha es gibt nur ein punkt hanf ist kein rauschgift es idt wie überall der mensch macht es dazu den naturbelasener hanf hat nur so viel wirkstoff der einem nicht zu drönnen kann XD und wer hat heroin erfunden???? das richtige raschgift oder ritalin und all die opiate haha die pharma und die krankenkassen schissen in die höhe und jeder 2 te ist mannisch depresive weil er ohne medis spricht opiat tablette zurechtkommt

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  • Samsam am 08.03.2017 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Epidiolex

    Der gute Mann wird noch staunen. Epidiolex ist ein neues Medikament gegen Epilepsie welches früher oder später bei uns zugelassen wird. Es enthält CBD und hat sich bei hartnäckigen Epilepsien als wirksam gezeigt. In den USA und England kommt es demnächst in den Handel!

    • Thomy am 14.03.2017 01:16 Report Diesen Beitrag melden

      GW PHARMA

      Hat noch viele andere Cannabinoide mehr in der Pipeline :-)

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  • Fraz am 08.03.2017 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird zunehmen!

    Reines Wunschdenken Herr Staatsanwalt! Dieser "Hype" wie sie es nennen, wird sich fortsetzen, in immer schnellerem Tempo. Weil immer mehr Menschen, vernünftigerweise, von schädlicher Chemie zu natürlichen, weniger schädlichen Mitteln greifen wollen. Und weil immer mehr Menschen immer weniger Obrigkeitshörig sind. Und überhaupt, was urteilen sie über Dinge welche sie nicht einmal kennen? Der Placebo Effekt, auf den Leute in Positionen wie der ihren bisher hoffen konnten, ist im Schwinden begriffen. Und das ist gut so!

  • Sal, Psychotherapeut am 08.03.2017 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legalisiert Hanf

    "Ich habe selbstverständlich auch noch nie gekifft". "Nicht Kiffen" kann auch eine Droge sein. Vor allem, wenn man es allen täglich vorhalten muss. Was medizinisch einsetzbar ist hat auch Wirkung. Wie gross der Plazebo Effekt dabei ist dabei irrelevant. Ich habe schon mal gekifft. Und fand es nicht "berauschend". Wann hören wir endlich auf anderen zu erzählen was sie zu tun haben. Wer ab 18 Kiffen will, der soll. Meine Steuergelder will ich nicht für den Kampf dagagen vergeudet haben.

  • derbümi am 08.03.2017 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    falsche Position

    dieser Typ gibt Kommentare von sich die könnten von kleinen Kindern stammen. Wie kann ein Staatsanwalt solchen Müll von sich geben? der kann, sollte und muss nicht ernst genommen werden. Während sich die Welt um ihn herum, dreht und entwickelt ist der stehen geblieben. Darf man über etwas urteilen das man nicht kennt? Wieso nimmt er sich das recht x tausend Menschen zu beleidigen? Ernsthaft, so eine Person darf nicht in einer solchen Position sein. Bekommt er nicht einmal mit dass es vielen nicht um den Rausch geht? Er findet seine Aussagen bestimmt noch witzig, ich nur traurig.