Wittenbach SG

30. Juli 2018 18:11; Akt: 30.07.2018 20:26 Print

Protzfahrt in Audi wird für zwei Frauen zu Horrortrip

Die Ausfahrt mit einem Sportwagen endete für zwei Ostschweizerinnen im Spital. Der Lenker habe sein Können unter Beweis stellen wollen – mit fatalen Folgen.

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Die beiden Frauen (20 und 26) und der 28-jährige Lenker waren am vergangenen Freitagnachmittag auf der Arbonerstrasse in Wittenbach unterwegs. Der Mann hatte die beiden Frauen zu einer Spritzfahrt in seinem roten Audi TT RS eingeladen. Der Wagen trägt die Aufschrift des Autocenters, in dem der Mann arbeitet und wo eine der Frauen soeben ein Auto gekauft hatte.

Die Frauen nahmen die Einladung an, doch schon bald sei ihnen nicht mehr wohl gewesen. «Der Mann wollte uns offensichtlich zeigen, was das Auto drauf hat», erzählt ein der beiden Frauen gegenüber 20 Minuten. Er habe viel zu heftig beschleunigt. Sie und ihre Begleiterin hätten es mit der Angst zu tun bekommen und den 28-Jährigen bitten wollen, vorsichtiger zu sein.

ASR ausgeschaltet?

Zu spät. Wie die Frau sagt, habe der Mann möglicherweise die elektronische Fahrhilfe ASR ausgeschaltet und sei danach aufs Gas getreten: «Er ist viel zu schnell in die Kurve gefahren.» Dort sei das Auto ins Schleudern geraten. Der Audi rutschte in die Wiese und überschlug sich in der Folge mehrfach. «Als wir irgendwann wieder zum Stillstand kamen, stand das Auto zwar auf der richtigen Spur, aber in entgegengesetzter Fahrtrichtung», so die junge Frau.

Trotz des heftigen Aufpralls zog sich keiner der drei Insassen schwere körperliche Verletzungen zu. «Wir hatten einfach Glück im Unglück», sagt die Rheintalerin. Eine Krankenschwester, die zufällig am Unfallort vorbeifuhr, leistete erste Hilfe.

Ermittlungen laufen

Alle drei Fahrzeuginsassen wurden anschliessend ins Spital gebracht. Die jungen Frauen erlitten diverse Prellungen, Schnitt- und Schürfwunden.

Die Kantonspolizei St.Gallen hat Ermittlungen zum Unfall aufgenommen. Diese werden auch zeigen, ob der Lenker tatsächlich die elektronische Fahrhilfe ausgeschaltet hat. Der 28-Jährige wollte am Montag gegenüber 20 Minuten keine Stellung zum Unfall nehmen. Er sei völlig niedergeschlagen. Beim Autocenter heisst es, man habe mit dem Mitarbeiter noch nicht gesprochen.

Der entstandene Sachschaden am Audi TT RS beläuft sich auf mehrere zehntausend Franken.

(juu)