Speicher AR

23. Januar 2020 12:12; Akt: 23.01.2020 15:53 Print

«Der Lärm ist für alle Anwohner unerträglich»

Noch immer machen die neuen Züge der Appenzeller Bahnen Kreischgeräusche, vor allem in Kurven. Anwohner sind genervt. Nun gibt es eine letzte Hoffnung.

Ein Tango-Zug der Appenzeller Bahnen in der Stadt St.Gallen. Aufgenommen im Dezember 2018. Auch hier hört man ein leises Quietschen, wenn der Zug um die Kurve fährt. (Video: sav)
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«Durch die neuen Fahrzeiten der Monstertrams haben Anwohner nicht mal fünf Stunden Nachtruhe», schimpfte eine Frau aus Speicher AR gegenüber 20 Minuten. Das war im Dezember 2018. Grund für ihren Ärger: die neuen Tango-Züge der Appenzeller Bahnen, die Anwohnern zufolge laute Pfeif- und Quietschgeräusche verursachten. Die Lärmklagen häuften sich. Es wurden Lärmmessungen durchgeführt und mit Hochdruck nach Lösungen gesucht.

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Ohne nachhaltigen Erfolg. Wie die «Appenzeller Zeitung» am Donnerstag schreibt, waren die Kreischgeräusche auch am Dienstagabend in Speicher AR an einer öffentlichen Versammlung Thema. Thomas Baumgartner, Direktor der Appenzeller Bahnen (AB), äusserte sich vor Ort wie folgt: «Für uns ist es ein lästiges Thema. Wir versuchen jedoch, das Problem in den Griff zu bekommen.»

Häuser verlieren an Wert

Beruhigen konnte er die zahlreichen lärmgeplagten Anwohner damit nicht wirklich. Die Zeitung bringt als Beispiel Peter von Tessin, der sich an jenem Abend äusserte. Dieser gibt an, dass als Konsequenz das Interesse an Mietwohnungen im Quartier gesunken sei und Häuser sich nicht mehr veräussern liessen. «Der Lärm ist unerträglich für alle, die in unmittelbarer Nähe zu den Gleisen wohnen.»

«Der Lärm ist für alle Anwohner unerträglich»

Hugo Olsen wohnt ebenfalls direkt an den Gleisen der Appenzeller Bahnen. Er sei 20 Stunden pro Tag Lärm ausgesetzt, Gläser würden zittern und Uhren teilweise stillstehen.

Automatisierte Lösung

Wenn es trocken und kalt ist, sei das Geräusch am schlimmsten. Die Pfeif- und Kreischgeräusche entstehen offenbar durch die Reibung zwischen Rad und Schiene. «Das werden wir nie zu 100 Prozent in den Griff bekommen», wird Baumgartner zitiert. Ziel sei es, das Problem zu verringern.

Als Lösung wurde bisher auf eine manuelle Konditionierung gesetzt. Dies bedeutet, dass der Lokführer jeweils per Knopfdruck an der richtigen Stelle Konditionierungsmittel (Hemmstoff) auf die Schienen abgab. Dies sollte die Geräusche verhindern. Dabei mussten Stelle, Menge und der richtige Zeitpunkt exakt aufeinander abgestimmt sein. Kein einfaches Unterfangen. Ist es zu viel, kommt der Zug ins Rutschen. Deshalb ist nun eine automatisierte Lösung geplant. Ob diese funktioniert, werden Lärmmessungen zeigen. Erste Ergebnisse sollen im April dieses Jahres vorliegen.

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 23.01.2020 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    wir Autofahrer dürfen in Wohnorte nur 30 KM/h fahren um den Lärm zu reduzieren. Werden von den Behörden aufgefordert, ev sogar genötigt mit der öv zu fahren. Und die macht mehr Lärm.

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  • Bebbi am 23.01.2020 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Basler Dybli

    Das soll Lärm sein, diese Anwohner waren noch nie bei uns in Basel!

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  • Ka am 23.01.2020 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Neu ist nicht besser

    Nicht alles was neu ist, ist auch besser. Mit den alten Bähnli gab es die Probleme nicht. Der Hersteller von den Zügen soll das in Ordnung bringen. Garantie arbeit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Elsbeth am 24.01.2020 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Heulen - nicht Quitschen

    Das oben aufgenommene Heulen entspricht bei weitem nicht dem auf Vögelinsegg. So harmlos ist es da oben nicht.

  • R.G. am 24.01.2020 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Rad-Schienen Verbindung ist der Täter

    An all die Motzer. Es ist nicht die Bahn, die Geräusche macht, es ist die Verbindung zwischen Rad und Schiene.

  • Kann nix verstehen am 24.01.2020 00:39 Report Diesen Beitrag melden

    Immer auf die kleinen Bahnen..

    Ach so, die AB quietscht? Na dann. Ich lade diese Motzer gerne mal zu mir nach Hause ein. Ich wohne etwa 200m Luftlinie von der SBB und kenne die Trogenerbahn gut aus eigener Erfahrung. Wenn ich tauschen könnte, nähme ich die Trogener Bahn. Die quietscht weit weniger, als diese ausgelutschten Rost-Züge der SBB. Aber unter Garantie! Locker 120 dB+ auf 10m Distanz.

  • Peter B. am 23.01.2020 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Proble gibts überall

    Diese Fahrzeuge stammen von der üblicherweise hochgelobten Firma Stadler. Niemand regt sich auf. Wäre es ein anderes Produkt so würde es nur so hageln von Kritik. Fazit: Auch Stadler-Rail liefert keine perfekten Triebwagen.

    • Trogenerbähnlifahrer am 24.01.2020 00:29 Report Diesen Beitrag melden

      die alten waren irgendwie besser

      Ja, sollte dieser in Ordnung bringen. Ausserdem ist der Lärm ja nicht das einzige Problem, das die neuen Züge haben/hatten.

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  • Martial2 am 23.01.2020 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Stadt zum leben, neee, nur Probleme!

    Wer Stadtlärm nicht vertragt, warum er/sie nicht auf dem Land auszieht? Mit Kuhglocken, Gülle auf der Wiese, frische Lebensmitteln vom Bauernhof... Das nennt sich Lebensqualität!

    • Mordillo am 24.01.2020 00:26 Report Diesen Beitrag melden

      ähem

      Die AB fährt von St.Gallen nach Speicher und Trogen. Darum nennt man sie auch Trogenerbähnli. Das ist ziemlich auf dem Land, Sportsfreund.

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