Behinderten-Schläger

05. Februar 2014 10:52; Akt: 06.02.2014 10:22 Print

«Der Täter pöbelt ständig Leute an»

Der Fall sorgt für Empörung: Ein leicht behinderter Mann wurde von einem Schläger im Zug grundlos attackiert. Das Opfer hat Strafanzeige erstattet.

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Der verstörende Film kursiert auf Whatsapp und Facebook: Zu sehen ist, wie im Zug zwischen Weinfelden und Bürglen ein junger Mann von seinen Kollegen dazu angestachelt wird, einen körperlich behinderten Mann zu attackieren.

«Eh, wotsch Stress? Was luegsch di ganz Ziit so?», rufen die Provokateure drohend; dann steht einer von ihnen auf. Er attackiert sein Opfer tätlich, dann bricht das Video ab.

Der Schläger ist in Weinfelden stadtbekannt, berichten mehrere Zeugen gegenüber 20 Minuten. S.I.* – so der Name des Schlägers – habe selbst eine geistige Behinderung, falle immer wieder durch Pöbeleien auf.

Ein Leser-Reporter sagt: «Jeder kennt ihn hier. Er ist auch schon mit einem Messer herumgelaufen.» Treffe man ihn alleine in der Stadt an, sei er harmlos – nur wenn er in Begleitung seiner Kollegen sei, könne es ungemütlich werden.

Ein weiterer Leser-Reporter sagt: «Er ist völlig von der Rolle, immer wieder in Anstalten und in Pflege. Dieser Junge braucht dringend Hilfe.» Eine Leser-Reporterin hat den Schläger «sofort erkannt». S.I. pöble ständig Leute an. «Ich finde es schrecklich, dass dieser Typ nicht in einer geschlossenen Klinik haust!»

«Sie lachen hinter seinem Rücken über ihn»

Eine 20-jährige Weinfelderin, die selbst schon von S.I. verbal belästigt wurde, gibt aber nicht ihm die Schuld an seinem Verhalten. «Es sind seine sogenannten Kollegen, die dahinterstecken.» Diese würden ihn immer wieder zu Blödsinn anstacheln. Sie sagt: «Das ist ja das Traurige daran: Er macht es, weil er dazugehören will, doch hinter seinem Rücken lachen sie über ihn.»

Sie erzählt: «Manchmal sitzt man am Bahnhof, er kommt, macht einen blöden Spruch und hintendran hört man seine Kollegen kichern. Dann weiss man: Die haben ihn wieder geschickt.»

Polizei befragt Beteiligte

Aufgrund des Vorfalls haben sich mehrere Zeugen bei der Kantonspolizei Thurgau gemeldet. Eine Polizeisprecherin sagt: «Das Opfer hat bei uns Strafanzeige erstattet. Wir haben nun die Ermittlungen aufgenommen.»

Diverse Befragungen würden durchgeführt, um abzuklären, was überhaupt passiert sei, so die Sprecherin. «Dann entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob ein Strafverfahren eröffnet wird.» Ob der Mann beim Übergriff verletzt wurde, konnte sie nicht sagen.

* Name der Redaktion bekannt

(num)