3-Jährige verletzt

05. Juni 2011 22:29; Akt: 05.06.2011 23:56 Print

«Die Polizisten trugen Schutzschilder»

von Marlene Kovacs - Nach dem Familienstreit in Flumserberg-Bergheim, bei dem ein 55-Jähriger mit einem Sturmgewehr eine Dreijährige verletzt hatte, erzählen Augenzeugen, was sie gesehen haben.

storybild

Von diesem Haus aus schoss der 55-Jährige – und traf die Wand des Nachbarhauses. Foto: mko

Zum Thema
Fehler gesehen?

Schon länger schwelte ein Streit in der Familie. Als der 55-Jährige aus dem Aargau am Freitag bei seinem Sohn (33) in Flumserberg-Bergheim zu Besuch war, kam es zur Eska­lation. «Irgendwann hatte der Sohn genug und verliess sein Haus», so Bertrand Hug von der Kapo St. Gallen. Doch der Vater beruhigte sich nicht: Der Schweizer griff zum Sturmgewehr seines Sohnes und schoss zweimal aufs Feld hinaus. Woher er die Munition hatte, ist unklar. Der Sohn wurde nicht getroffen. Doch ein Geschoss durchschlug beim rund 200 Meter entfernten Holzhaus eines Nachbarn eine Wand und verletzte eine spielende Dreijährige. «Sie wurde von Teilen des Projektils getroffen», so der Vater des Kindes (35). Das Mädchen hatte riesiges Glück und erlitt nur kleine Schürfwunden am Bauch. «Wir sind so froh, dass sie nicht ernsthaft verletzt wurde», sagt die 34-jährige Mutter.

Nach dem Vorfall riegelte die Polizei das Gelände ab. «Die Polizisten hatten die ­Waffen gezückt und trugen Schutzschilder», so ein 68-jähriger Augenzeuge. Der Schütze konnte kurz darauf verhaftet werden und bleibt bis auf Weiteres in U-Haft. Worum es beim Streit genau ging, ist unklar. Ein Nachbar (74) sagt: «Man hört immer wieder, dass der Sohn Schwierigkeiten hat. Vor allem wechselt er ständig seinen Job, weil er angeblich unzuverlässig ist.»