Engwilen TG

15. Juli 2019 04:57; Akt: 15.07.2019 11:10 Print

«Werden sie nicht geholt, sterben sie am Mittwoch»

Bis am Dienstagabend noch können rund 2000 Legehennen vor dem Tod bewahrt werden. Sie können gratis in Engwilen TG abgeholt werden. Ansonsten müssen sie sterben.

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«Ein Jahr lang haben sie fast jeden Tag ein Ei gelegt. Und nun werden sie gegen jüngere Hühner ausgetauscht», so Beatrice Baumann, Präsidentin der Tierhilfe Schweiz. Auf dem Zwickyhof oberhalb Märstetten TG setzt man sich momentan dafür ein, dass rund 2000 Bio-Legehennen gerettet werden indem sie ein neues Heim finden. Es ist nicht das erste Mal, dass der Hof gemeinsam mit der Tierhilfe Schweiz eine Abholaktion lanciert.

«Von den knapp 2000 Hühnern wurden leider erst zirka 350 von Tierfreunden aufgenommen», sagt Baumann. Eine sehr schlechte Bilanz bisher. In früheren Jahren konnten immer alle Hennen vor dem frühzeitigen Tod bewahrt werden. Ob dies auch dieses Jahr wieder der Fall sein wird, bezweifelt Baumann: «Werden sie nicht geholt, werden sie am Mittwoch getötet!»

Hennen werden bis zu fünf Jahre alt

Doch warum muss der Zwickyhof die Tiere überhaupt loswerden? Das liegt laut Baumann daran, dass Legehennen so gezüchtet sind, dass sie in der ersten Legesaison eine enorme Leistung erbringen. Danach legen die Hennen zwar noch Eier, jedoch nimmt die Anzahl ab und die Grösse der Eier zu und die Qualität der Schalen ändert sich. Für den Hof ist das nicht mehr wirtschaftlich. Und so werden die Tiere aus logistischen Gründen nach der ersten Saison ausgestallt, also getötet.

Die meisten Hennen würden von Privatpersonen abgeholt, denn viele Private hätten Hühner als Bereicherung für ihr Leben entdeckt. Ein grosser Garten mit Auslauf und ein zweckmässiger Stall seien Voraussetzung. «Hühner können sehr zutraulich sein und wirken beruhigend auf die Menschen», so Baumann. Im Durchschnitt würden die momentan 18 Monate alten Hennen bis zu fünf Jahre alt. So könnten sich die zukünftigen Besitzer also auf mehrere gemeinsame Jahre mit den Tieren freuen.

Die Tiere können direkt auf dem Zwickyhof oberhalb Märstetten TG ab 19 Uhr gratis abgeholt werden. Mehr zur Rettungsaktion unter www.tierhilfe-schweiz.ch.

(maw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • errare humanum est am 15.07.2019 05:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unerträglich

    Es wird immer unerträglicher zu lesen was auf dieser Welt falsch läuft. Der Mensch verhält sich immer mehr wie ein Tod bringender Virus

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  • B. H. am 15.07.2019 05:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen Bio

    Und das nennt sich dann BIO Hof. Ausgebeutete Tiere, dann weg damit. Danke an die Tierhilfe für ihren Einsatz

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  • Rammsteinlady am 15.07.2019 05:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Das macht mich so traurig. Leider habe ich keine Unterbringungsmö- glichkeit. Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf......

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.K. am 16.07.2019 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    ...etwas sehr kurzfristig...

    Also ein paar Tage Zeit zwischen Bekanntgabe und angekündigter Tötung wäre da ja schon noch gut... aber danke an die Tierhilfe!

  • Ueli am 16.07.2019 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nicht die Schuld des Bauern

    Nehmt euch mal alle selber an der Nase . Es ist nicht der Bauer der Schuld ist daran . Es sind die Konsumenten die genau 57 gr schwere Eier wollen oder oder unter 57 gr schwere Eier . Genau wie mit dem Gemüse und Früchten . Es soll Bio sein darf aber keine Makel haben . Der Apfel muss Bio sein aber darf kein Flecklein haben und muss glänzen . Die Karotte muss schön gerade sein und und gleichmässig . Am Salat darf es kein Blatt haben das man wegnehmen muss . Kartoffeln müssen alle in einer bestimmten Grösse sein . Und wenn dann die Produkte nicht abgenommen werden ist der Bauer schuld daran .

    • Silvie am 16.07.2019 21:58 Report Diesen Beitrag melden

      Traurig

      Ich könnte eines nehmen, vielleicht sogar zwei, aber das ist ja leider viel zu weit weg.... :'(

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  • Renate Wesch am 16.07.2019 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    So nicht!!!

    Das hat nichts mit dem Tierschutz Gesetz zu tun. Hühner sind doch kein Wegwerfartikel. Human ist was anderes. Das wäre so ähnlich, als würde man Menschen, die sich nicht mehr fortpflanzen können, wegsperren oder noch schlimmeres mit ihnen anstellen. Das ist untere Schublade!!!

    • Anna am 16.07.2019 18:10 Report Diesen Beitrag melden

      das ist in jedem Legebetrieb so.

      Also das passiert in jedem Legebetrieb, das die Tiere nach 1 Jahr "ausgestallt" werden. Hier haben die Tiere nur die Chance das Ausstallen zu überleben.

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  • Martin Lauber am 16.07.2019 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    GO VEGAN! >Schluss mit Unmenschlichkeit

    Das einzige was gegen diese gestörte Unmenschlichkeit der Ausbeutung (/Tötung) von Lebewesen langfristig wirklich hilft, ist sich vegan (oder sogar frutarisch!) zu ernähren !

    • Jörg Frei am 16.07.2019 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin Lauber

      behalt es für dich!!!

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  • Elke K. Wolter am 16.07.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach unglaublich!

    Es darf doch nicht sein, dass man so mit Lebewesen umgeht. Vielleicht sollte man das mit den dafür Verantwortlichen genauso machen, damit die das Leben achten lernen.

    • Brige am 16.07.2019 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      Die Verantwortung liegt bei uns

      Die Verantwortlichen sind die, welche die Eier kaufen...

    • Ueli am 16.07.2019 17:45 Report Diesen Beitrag melden

      Einfach unglaublich

      Vieleicht sollte man das zuerst mit den Konsumenten so machen . Der Konsument will es ja so haben dass alles genau nach Norm ist . Die Biogurke darf nicht zu Gross sein und schon gerade damit sie genau in die Plastikbox passt mit der man sie mitnehmen will . Das Ei darf auch nicht zu Gross sein sonst passt sie nicht in die andere Plastikbox . Und wehe die Schale vom Ei ist nicht schön glatt . Es ist doch so einfach dem Bauern die Schuld zu geben . Übrigens produziert der Hof Bioeier .

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