Herisau

31. Juli 2018 16:30; Akt: 31.07.2018 18:05 Print

«Diese Bewässerung ist eine Frechheit»

Die Ostschweiz leidet unter der Trockenheit. Die Wiesen werden braun. Nicht so die Herisauer Fussballplätze: Sie werden bewässert – zum Ärger einer Anwohnerin.

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«Es ist ein öffentliches Ärgernis, wenn ein Fussballplatz in Zeiten der Wasserknappheit über Stunden bewässert wird», schimpft Emmy Zürcher (65). Die ehemalige Ausserrhoder SVP-Kantonsrätin wohnt einen Steinwurf vom Herisauer Sportzentrum entfernt, wo am Dienstagvormittag während rund drei Stunden die Sprinkleranlagen liefen. Die Öffentlichkeit dagegen werde dazu aufgerufen, gezielt und sparsam mit Wasser umzugehen, enerviert sich Zürcher.

Und weiter: «Es ist eine Frechheit gegenüber der Landwirtschaft, die auf das Wasser angewiesen ist, damit wenigstens noch die Tiere etwas zu fressen haben bei den ausgetrockneten Böden.» Sie frage sich, wo der Solidaritätsgedanke bleibe und wo die Vorbildfunktion der Gemeinde.

Ersetzen ist teuer

«Wie man es macht, ist es nicht recht», kontert ein Herisauer Fussball-Funktionär, der anonym bleiben möchte. Alles rufe nach mehr Sportanlagen, doch diese müsse man auch unterhalten. Einen Rasen zu ersetzen, der eingegangen ist, koste weit über 100'000 Franken.

Zuständig für den Unterhalt des Fussballplatzes ist das Herisauer Gartenbauamt. Dort verweist man jedoch an das Sportzentrum und damit an die Gemeinde als Auftraggeberin.

Gemeinderat Glen Aggeler versteht die Bedenken der Kritiker. Doch auch er verweist auf die immensen Kosten, die entstünden, falls der Rasen verdorren würde. «Zudem geschieht die Bewässerung in Absprache mit der hiesigen Wasserversorgung», so Aggeler. «Im Gegensatz zu anderen Gemeinden in der Region haben wir hier kein Bewässerung- oder Wasserentnahmeverbot.» Im Übrigen würden durch die Gemeinde derzeit nur die beiden Fussballplätze bewässert.

(20 Minuten)