Nesslau SG

21. Februar 2019 17:57; Akt: 21.02.2019 18:24 Print

«Diesen Dreck bringe ich ja bis Mai nicht weg»

Die 49-jährige A. L.* aus Nesslau ist sauer: Regelmässig missbrauche die Gemeinde ihren Garten, um Schnee zu entsorgen. Trotz Beschwerden ändere sich nichts.

Ein Augenschein in Nesslau. (Video: sav)
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«Ein bisschen Schnee im Garten ist ja kein Problem, aber in diesem Jahr hat es ein Ausmass angenommen, das so nicht mehr tragbar ist», schildert A. L. Sie leide unter den meterhohen Schneebergen in ihrem Garten, die die Gemeinde Nesslau dort hinterlässt. Diese seien bei der Schneeräumung mit der Fräse hineinbefördert worden. Dabei handle es sich nicht um sauberen Schnee, sondern dreckige Massen. Hinzu komme eine Menge Müll, der erst im Frühjahr richtig sichtbar werde, wenn der Schnee schmelze.

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«Diesen Dreck bringe ich ja bis Mai nicht weg»

«Die dreckigen Eishaufen sind teilweise 1,70 Meter hoch», so L. Darunter würden der Sandspielplatz der Kinder, der Komposthaufen und auch das angelegte Gemüsebeet begraben. Erst im vergangenen Herbst habe sie Geld in den Garten investiert. Dies hätte sie sich wohl sparen können. Auch ihr Auto und die Zufahrt zur Garage seien schon zugeschüttet worden.

Mit Frust nicht allein

Bei der Gemeinde habe sie sich schon mehr als einmal beschwert, geändert habe sich allerdings nichts. «Das ist doch eine Frechheit.» Mit den Beschwerden und dem Frust ist sie nicht allein. Auch ein Nachbar hat Schneehaufen im Garten. Er bemängelt vor allem, dass durch den schweren Schnee der Boden kaputt gehe und er ihn sanieren müsse. Geld von der Gemeinde bekomme er dafür nicht.

So ergeht es auch L. Sie bekomme keine Entschädigung und fühle sich im Stich gelassen. «Diesen Dreck bringe ich ja bis Mai nicht weg», sagt sie. Die letzten Eisbrocken werde sie wohl noch von Hand zerstückeln müssen, damit es schneller schmelze.

Gemeinde nimmt Stellung

Laut Gemeindepräsident Kilian Looser gilt der Grundsatz, dass Schnee wenn immer möglich auf öffentlichen Plätzen deponiert wird. «In Ausnahmesituationen wird allerdings entlang von Strassen auch Schnee in private Vorgärten geschleudert», so Looser. Er versichert aber, dass es sich dabei nicht um meterhohe Ablagerungen handle. Die Schneeräumung sei professionell organisiert und werde auch so erledigt.

Es habe bisher auch keine Beschwerden gegeben. Looser: «Es ist in unserer Höhenlage für die meisten verständlich, dass der Schnee vom Himmel fällt und die Schneeräumungsequipen einen hervorragenden Job machen.» Er räumt zwar ein, dass es hie und da Verbesserungspotential gebe. Diesen Winter habe es aber auch extrem viel geschneit. Und: «Wir sind zuversichtlich, dass der Schnee auch in diesem Frühjahr wieder schmilzt.»

* Name der Redaktion bekannt

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sina am 21.02.2019 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetzeswidrig

    Da kann die Gemeinde sagen was sie will, sie hat nichts von öffentlichem Grund auf Privatgrundstücke zu schleudern. Sie kann mit einer Schneefräse auf einen Transportfahrzeug schleudern, das kann man überall sonst auf der Welt auch.

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  • Fritz von Ow am 21.02.2019 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schneeräumung

    was da Herr Looser von sich gibt, grenzt an bodenlose Frechheit ! Professionelle Schneeräumung sieht anders aus ! Was hat Schnee von den Strassen und Trottoirs in fremden Gärten zu suchen ? NICHTS ! Ich würde die Gemeinde anzeigen !

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  • Porzellan am 21.02.2019 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So nicht

    Anzeige wegen Sachbeschädigung, mutig durchziehen. Arroganz muss man in Schranken weisen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • moni am 25.02.2019 06:36 Report Diesen Beitrag melden

    meine Nachbarlin

    meine Nachbarin hat ein schild in den garten gestellt MÖCHTE KEIN SCHNEE IM GARTEN und es hat grklapt wäre das was für die nesslauer auch freundliche grüsse

  • ueli am 23.02.2019 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einen lacher wert

    wäre wieder mal eine super vorlage für das zelt mit dem herrn müller.

  • Alter Sack am 22.02.2019 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Verdichtung in Zukunft

    Mit Verdichtung in Zukunft wird es stark zunehmen, das Dreckschnee auf ein Privat Grundstück Geschleudert wird. Viele Blocks und Häuser werden zu eng gebaut

    • Xeno72 am 03.03.2019 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alter Sack

      Chabis. Selbst Kleingemeinden in den Bergen können das besser.

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  • Lebensfreund am 22.02.2019 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wer beim Winterdienst arbeitet

    Wer beim Winterdienst arbeitet muss das so organisieren, damit die Strassen befahrbar sind. Der Winterdienst muss den Schnee an Strassenrändern lagern, darf ihn also nicht auf private Grundstücke Schleudern.

    • Dorfschmied am 22.02.2019 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lebensfreund

      im Strassenverkehrsgesetz steht aber etwas anderes ........

    • poschtler am 27.02.2019 16:35 Report Diesen Beitrag melden

      Immerda

      Im Strassenverkehrsgestz steht auch, das Schnee vom Privaten Grundstück nicht auf die Öfendliche Strasse geschleudert oder geschaufelt werden darf. Es gibt so einige die es anders machen. Und dann schreit niemand.

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  • M.Mett am 22.02.2019 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schadensersatz und Sanierung

    Wenn die da Salzschnee auf die Kompostgitter kippen, ist der Kompost hin und die Würmer tot. Ebenso der Rasen u.Erde. Schaden beziffern und Schadensersarzklage. Der Verusacher muss komplette Sanierung zahlen. Die haben ja sicherlich eine Haftpflichtversicherung.