Kreisgericht St. Gallen

06. Januar 2015 15:29; Akt: 06.01.2015 15:37 Print

«Du gish mo die 100fr. Sus shlohni di kabutt!»

Mehrfache Körperverletzung, Erpressung, Drohung – die Liste der Vergehen in der Anklageschrift ist lang. Nun muss sich der 26-Jährige vor Gericht verantworten.

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Der Beschuldigte muss sich am Donnerstag vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten. (Bild: dst)

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Der Beschuldigte ist zwar erst 26 Jahre alt, hat aber schon einiges auf dem Kerbholz. Die Anklageschrift wirft ihm schwere Körperverletzung, Erpressung, mehrfache einfache Körperverletzung, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfache Beschimpfung, mehrfache Drohungen, Hausfriedensbruch, Pornografie, mehrfache Tätlichkeiten und Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes vor.

Zu den meisten Sachverhalten kam es am 18. Januar 2014. Da nämlich schrieb der 26-Jährige einer Frau diverse SMS, in denen er sie als «Bitch», «Nutte» und «Schlampe» bezeichnete.

Diverse Drohungen

Weiter ging es mit SMS, in denen er sie erpresste. So forderte der Mann laut Anklageschrift unter Androhung von Gewalt 100 Franken von ihr zurück, die er ihr zum Geburtstag geschenkt hatte. «Du gish mo die 100fr. Sus shloni di kabutt!», heisst es in einer der SMS des Beschuldigten. Und weiter: «Ez shuldish mo gad 500 franke mit denhe zigis und woni di zum esse i glade han!».

Doch damit nicht genug – der Beschuldigte soll der Frau auch per Telefon gedroht haben, dass er die Pneus ihres Autos aufschlitze, wenn sie ihm das Geld nicht zurückgebe. Laut Anklageschrift kontrollierte die Frau danach zwei Wochen lang die Pneus ihres Autos. Weiter folgten SMS, in denen er drohte, ihr Haus zu zerstören, die Wohnung anzuzünden und sie zu schlagen.

Frau gab Drohung nach

Aus Angst wollte die Frau schliesslich die geforderten 100 Franken zurückzahlen. Ein Bekannter sollte dem Beschuldigten das Geld bei ihrer Wohnung in Wittenbach übergehen. Die Übergabe nahm allerdings kein gutes Ende.

Nachdem der 26-Jährige das Geld erhalten hatte, schlug und trat er den Überbringer grundlos in Gesicht, Rippen, Bauch und Oberschenkel. Dann verschaffte er sich Zugang zur Wohnung der Frau, wo er einen Tisch umwarf und die Frau anspuckte. Später stach er mit einem Dolch in den Oberschenkel des Bekannten der Frau und stampfte ihm mit dem Fuss ins Gesicht, als der am Boden lag. Schliesslich verliess er die Wohnung.

Beschuldigter ist geständig

Der Beschuldigte muss sich deshalb am Donnerstag vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten. Weil er geständig ist, findet ein abgekürztes Verfahren statt. Er wird wohl zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, zwölf davon bedingt, verurteilt. Hinzu kommt voraussichtlich eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 90 Franken unter Anrechnung der Untersuchungshaft von drei Tagen. Die Probezeit beträgt drei Jahre. Weiter muss der Mann eine Busse von 5000 Franken und die Verfahrenskosten in Höhe von 6230 Franken zahlen.

(taw)