SVPler wollen IZRS verbieten

11. Februar 2015 19:02; Akt: 12.02.2015 14:25 Print

«Ein Schlag ins Gesicht aller freien Menschen»

von Jeroen Heijers - Zwei St. Galler SVP-Politiker haben einen Massnahmenkatalog gegen extremistische Islamisten vorgestellt. Dem Islamischen Zentralrat stösst dieser sauer auf.

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«Der Katalog ist ein Schlag ins Gesicht aller freien Menschen in der Schweiz», sagt IZRS-Mediensprecher Qaasim Illi. (Bild: Keystone)

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«Die Vorwürfe gegen den Islamischen Zentralrat sind bodenlos und falsch», sagt Mediensprecher Qaasim Illi gegenüber 20 Minuten. Er reagiert auf einen Massnahmen-Katalog, den die beiden SVP-Politiker Lukas Reimann und Mike Egger am Mittwoch präsentierten. Eine Forderung der beiden ist das Verbot des Islamischen Zentralrats (IZRS), da dieser eine Bedrohung für die innere Sicherheit der Schweiz darstelle. «Dieser Katalog trägt eine faschistische Handschrift und ist damit ein Schlag ins Gesicht aller freien Menschen in der Schweiz», ereifert sich Illi.

«2000 radikale Muslime»

Nationalrat Reimann unterstreicht, dass die Forderungen nur gegen extremistische Islamisten in der Schweiz gerichtet sind. «Gemäss dem Bundes-Nachrichtendienst gibt es rund 2000 gewaltbereite Muslime in der Schweiz», so der Nationalrat. Dazu würden rund 40'000 Muslime kommen, die sehr radikal eingestellt sind. «Deshalb braucht es ein konkretes Konzept, um eine Radikalisierung von Muslimen in der Schweiz zu verhindern», sagt Reimann. Dies soll in Zusammenarbeit mit liberalen Muslimen erreicht werden.

Gemäss Illi geht es Reimann aber gar nicht um den IZRS, sondern um den gesamten Islam. «Dahinter steht die menschenverachtende Absicht, Muslimen die religiöse Praxis schrittweise zu untersagen. Herr Reimanns extremistischer Populismus schadet dem Image der Schweiz», sagt Illi.

Mit liberalen Muslimen zusammen

Eine weitere Forderung der beiden SVP-Politiker ist, dass extremistische Imame keine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erhalten sollen. Hassprediger seien umgehend in den Ausschaffungskatalog aufzunehmen. Zudem sollen Moscheen einer Bewilligungspflicht unterstellt werden. «Um die Bewilligung zu erhalten, müssen sie sich zur Schweizer Rechtsordnung bekennen», sagt Reimann. In Zusammenarbeit mit liberalen Muslimen möchten Reimann und Egger zudem eine Modernisierung des Korans erreichen. So könnten sie sich auch vorstellen, dass Suren aus dem Buch gestrichen werden. Doch dies könnten nur die Muslime selber durchsetzen. Reimann: «Es geht nur mit ihnen zusammen.»

Mehr Kontrolle der Moscheen

Für Islam-Expertin Elham Manea von der Universität Zürich wäre ein Verbot des IZRS kontraproduktiv. «Der IZRS ist zwar eine Randgruppe, die zu Radikalisierungen führen kann, doch eine Verbot ist übertrieben», sagt sie. Es sei sinnvoller, wenn man die Gruppierung beobachte und Massnahmen ergreife, falls Gesetze verletzt werden.

Dass keine Hassprediger mehr in die Schweiz kommen dürften, findet Manea jedoch eine gute Idee. «Diese Prediger wollen junge Frauen und Männer radikalisieren und sind deshalb abzulehnen», sagt Manea. Eine Mehrheit der Muslime in der Schweiz teile diese Meinung. Zusätzlich sollen Moscheen genauer überprüft werden. «Es ist häufig unklar, woher die Moscheen ihre Gelder erhalten. Dem muss nachgegangen werden», so Manea.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erik Schiegg am 12.02.2015 04:01 Report Diesen Beitrag melden

    Liefern - nicht lafern

    Wie war das nochmals mit den Rechten der Frauen? Da ist jedes Wort der ISZR-Salafisten-Gast-Prediger ein Schlag ins Gesicht der freien Menschen. Erst mal vormachen, bevor über die Rechte freier Menschen fordernd philosophiert wird.

  • Markus am 11.02.2015 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Illi extremistischer Islamismus

    Herr Illi extremistischer Islamismus schadet den Muslimen der Schweiz

  • Hannes am 11.02.2015 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freie Menschen?

    Meine ex Freundin und ich fühlten uns in unserer Beziehung aber nicht frei, weil ihre islamischen Eltern mich nicht akzeptiert hätten. Wir mussten uns ständig versteckt halten wenn wir zusammen waren und das mitten in der Schweiz. Ist das die Freiheit des IZRS?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Liliana am 12.02.2015 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz ohne IZRS

    Der IZRS ist für mich ein radikaler Verein, der schon längst verboten gehört. Auch finde ich die Ansichten des Herrn Blancho und Co. nicht gerade förderlich um für den islamischen Glauben zu werben. Auch ein Burka (Niqab) Verbot würde diesem Club wohl nicht gerade entgegenkommen. Ich stelle mir Frau Illi gerade mal ohne dieses Kleidungsstück vor. Ich denke diese Gestalten würden wahrscheinlich die Schweiz freiwillig verlassen.

  • .... am 12.02.2015 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Modernisierung des Koran??

    Modernisierung des Koran?? Der Koran ist das perfekteste Buch man muss es nicht modernisieren,das ist keine Bibel die man immer ändern kann. Das ist Gottes Buch und kein Mensch wird etwas im buch verändern können!

  • Lorik S. am 12.02.2015 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Go SVP

    Unterstütze ich sofort. Bravo SVP. Die einzige Partei, die bei diesem ernstzunehmenden Problem aktiv wird.

    • Blitz am 12.02.2015 15:03 Report Diesen Beitrag melden

      extremiesten

      genau und dan sagen die christen werden im Ausland unterdrückt ,dass kann und wird auf dauer niemals gut gehen Es gibt keinen Gott ausser Allah

    einklappen einklappen
  • anna am 12.02.2015 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Find ich gut !

    Beste Nachricht heute. Endlich wird etwas unternommen gegen diese fehlgeleiteten Ideologen! Keine Macht dem Extremismus! Weiter so !

  • Pascal am 12.02.2015 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    ein Vorstoss in die richtige Richtung. Es müssen bei der derzeitigen Radikalisierungswelle klar vorkehrungen getroffen werden. Ob ein Verbot des Dachverbandes produktiv erscheint bleibt abzuwarten.